Investitionen – Import - Export - 01/2014

Aus Tansania Information
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Investitionen

Die Direktorin des Tanzania Investment Centre (TIC) teilte mit, Tansania sei bezüglich politischer Risiken für Investoren mit dem Wert Null eingestuft worden, was das Land für Investoren attraktiv mache. 2013 seien ausländische Direktinvestitionen in Höhe von USD 1,8 Mrd. getätigt worden, hauptsächlich im Bereich Öl- und Gasexploration. Die meisten Direktinvestitionen 2013 kommen aus Großbritannien, dann folgen Kanada, die Schweiz und USA. Die tansanischen Reserven an Erdgas werden auf 40 Mrd. Kubikfuß geschätzt und könnten etwa für 100 Jahre ausreichen. Es wird jedoch heftig darüber debattiert, wie viel Gas exportiert und wie viel für den Eigenbedarf zur Strom- und Düngerproduktion reserviert werden sollte. Die Tiefsee-Gasfelder können ab 2018 produzieren.

Wegen dieser bedeutenden Investitionen in Gas und Öl ergab sich eine Verschiebung in der Rangfolge im Vergleich zu Vorjahren: 2011 waren aus Südafrika USD 2,177 Mrd. in Tansania investiert worden (1. Platz). Es folgten Mauritius (USD 650 Mill.), Kenya (570 Mill.), die Schweiz (277 Mill.), Japan (197 Mill.), Norwegen (184Mill.), Botswana (115 Mill.) und Frankreich (75 Mill.).

Bisher flossen vergleichsweise geringe Auslandsmittel in die tansanische Landwirtschaft, in der fast 80% der Bevölkerung tätig sind (2011: USD 31 Mill.). Die japanische Nitori Holding will USD 550 Mill. in Großanbau und Verarbeitung von Baumwolle investieren. Sie hat dafür 40.000 Hektar im Landkreis Handeni reserviert. Zusätzlich will man Landwirte im Umfeld als Zulieferer für Baumwolle gewinnen. Auch die Weiterverarbeitung der Rohbaumwolle bis zu fertigen Kleidungsstücken ist in der Nähe vorgesehen. Die Firma Nitori unterhält 300 Bekleidungsgeschäfte in Japan und will in den nächsten 20 Jahren auf bis zu 3000 Läden expandieren, mit Schwerpunkt auf Afrika und Tansania. Weiterhin will Nitori USD 100 Mill. in Produktion und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse in Tansania investieren.

Eine indische Firma hatte den Bau einer Baumwoll-Spinnerei in Hafennähe in der Küstenregion geplant, konnte ihre Pläne aber nicht realisieren, weil der Stromversorger TANESCO die erforderlichen 40 Megawatt elektrische Leistung nicht zusagen konnte. Die Staatsministerin für Investition und Befähigung forderte verstärkte Anstrengungen, um die Landwirtschaft für ausländische Investoren attraktiv zu machen, z.B. Bewässerungssysteme, ländliche Elektrifizierung für Verarbeitungsbetriebe und kartografische Erfassung und Kategorisierung der Flächen.

Import

Die Importe Tansanias stiegen um 2% auf USD 13,326 Mrd. Den größten Anteil hatte Öl, dessen Import allein 39% ausmachte. Der Wert der Ölimporte stieg um 20% auf USD 4,217 Mrd. Kräftig stiegen auch die Devisen-Ausgaben für Kunstdünger und Reise- und Transportkosten (Anstieg um 6,2% auf USD 2,5 Mrd.).

Industrieproduktion und Export

Die Exporte fielen um 0,3% auf USD 8,321 Mrd. Wichtigster Einzelfaktor dabei ist Gold, dessen Ausfuhrwert von zuletzt USD 2,23 Mrd. auf 1,86 Mrd. sank, einerseits wegen verminderter Produktion, andererseits wegen des sinkenden Goldpreises. Der Wert der „traditionellen Exporte“ (hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte) fiel um 9,5% auf USD 838 Mill. Vor allem das Exportvolumen von Tabak, Cashewnüssen, Sisal und Nelken ging zurück. Auch die erzielten Preise fielen, außer bei Tee und Tabak. Der Devisenertrag aus dem Tourismus stieg um 14,2% auf USD 1,79 Mrd.

Die Behörde für Export-Industrie-Zonen (Export Processing Zone Authority – EPZA) teilte mit, dass die in den Sonderwirtschaftszonen (SEZ und EPZ) angesiedelten 81 Industrien Waren im Wert von mehr als USD 700 Mill. exportiert hätten. Insgesamt seien USD 1,12 Mrd. investiert und 27.000 direkte, sowie 80.000 indirekte Arbeitsplätze geschaffen worden. Die Behörde kündigte an, sie werde weitere Sonderwirtschaftszonen im Inland schaffen, um Investoren anzulocken. Delegationen aus Belgien, Griechenland und Italien informierten sich über die Investitionsmöglichkeiten.

Insgesamt trug der industrielle Sektor 9,9% zum Bruttoinlandsprodukt bei (Vorjahr: 9,6% und bietet 120.840 Arbeitsplätze an. Der Minister für Handel und Industrie sagte, die meisten Profite aus der Industrie würden in Tansania reinvestiert, nannte aber keine Zahlen. Der Minister, Dr. Kigoda, betonte, die Regierung beschleunige die Strategie-Entwicklung in den Bereichen Landwirtschaft, Elektrizität und Bildung, die für das Programm „Big Results Now“ (Große Erfolge Jetzt) bedeutsam seien. Weitere Vorhaben seien:

  • Entwicklung einer stabilen Finanz-Infrastruktur
  • Förderung der Informations- und Kommunikations-Technologien
  • Fortentwicklung des Tanzania Investment Centre zu einer Zentrale für alle Anliegen der Investoren(One-stop-centre)

Wiederholt war in Industriekreisen beklagt worden, dass die Regierung zu hohe Geschäftskosten verursache, z.B. durch bürokratische Schwerfälligkeit und allzu viele Abgaben, Gebühren und Gesetzesänderungen. Den staatlichen Organen wurde ein hohes Maß an Unberechenbarkeit bescheinigt. Korruption und verbreitete Inkompetenz in manchen Behörden erschwerten Planung und Kalkulation, besonders in den Grundbuch-Verwaltungen auf allen Ebenen. Auch die Mehrwertsteuer-Rückerstattung verzögere sich über Gebühr.

Beim Afrika-Industrialisierungstag am 20. November wurde darauf hingewiesen, dass das beträchtliche Wirtschaftswachstum Tansanias bisher wenig Arbeitsplätze und Armutslinderung mit sich gebracht habe, da die größten Investitionen in kapitalintensiven, nicht in arbeitsintensiven, Branchen getätigt wurden. Der Premierminister M. Pinda forderte, entschlossen die Klein- und Mittelbetriebe zu fördern, weil sie am effektivsten Arbeit schafften und Armut verringerten. Gegenwärtig arbeiteten 3 Mill. Kleinbetriebe im Land, die 5,2 Mill. Jobs (23% aller Arbeitsplätze) zur Verfügung stellten. Besonders die weiterverarbeitende Industrie müsse gefördert werden.

Der Lebensstandard auf Sansibar stieg 2012/13 um 4,5%, das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt damit bei Tshs 1.003.000 (in Gesamt-Tansania: Tshs 1.025.038). Hauptfaktoren für das Wirtschaftswachstum auf Sansibar sind Industrie, Kommunikation und Dienstleistungen im Tourismus.

Goldgrube Grundstücke und Immobilien

Immobilien in Dar-Es-Salaam und anderen großen Städten gelten als hervorragende Geldanlage. Renditen von bis zu 24% werden erreicht. Nach nur 5 Jahren ist das investierte Kapital wieder verdient. Vergleichbare Mieten werden in Johannesburg oder Manhattan gefordert. Die National Housing Corporation (Staatliche Wohnungsverwaltung) berechnete bereits 2007 einen Fehlbestand von 3 Mill. Wohnungen. Das Defizit wachse jährlich um 15%. Ein 2-Schlafzimmer-Appartement in angesagten Vierteln Dar-Es-Salaams kostet pro Monat USD 3000 bis 8000 Miete. Büroraum in gehobener Lage kostet monatlich USD 20 bis 40 pro m², sehr teuer im Vergleich zu Nairobi / Kenya (USD 15 / m² / Monat)

Citizen 07.11.13; DN 26.11., 06.,24.,30.12.13; 01.01.14; Guardian 16.,25.,30.11., 14.12.13; EA Business Week 01., 10.12.13