Gesellschaft ‐ 01/2026
ELCT
ELCT-Bischof Dr. Christian Ndossa von der Dodoma-Diözese hat den Wusch der Kirche bekräftigt, gemeinsam mit der Regierung den Frieden aufrechtzuerhalten und den Fortschritt im Land zu unterstützen. Die Kirche sei eine alteingeführte Stütze der Gesellschaft, sagte der Bischof aus Anlass der Weihe der neuen Kongwa-Gemeinde-Kirche in der Mpwapwa-Diözese. Der Distriktkommissar von Kongwa, Mayeka Saimon, bestätigte, dass die Regierung sehr daran interessiert sei, mit allen religiösen Institutionen zusammenzuarbeiten.
Guardian, 02.12.2025
Bischof Dr. Alex Malasusa, das Oberhaupt der ELCT, erinnerte bei der Weihe von Dr. George Pindua als Bischof der Morogoro-Diözese in der örtlichen Bungo-Kathedrale daran, dass religiöse Konflikte zu den destruktivsten gehören, weil sie bis in die Herzen der Menschen reichen, nie ein Ende finden und keinen Sieger kennen. Er bedankte sich bei der Präsidentin für 50 Mio. TZS für soziale Entwicklungsprojekte in der Region. Anwesend bei der Feier waren außerdem der stellvertretende Innenminister Dennis Londo und der Regionalkommissar Adam Malima.
Guardian, 16.12.2025
Anglikanische Kirche
Der anglikanische Bischof Dr. Dickson Chilongani von der Central Tanganyika Diocese hat am 2. Dezember in der Holy Spirit Cathedral in Dodoma alle Kirchenführer und Kirchgänger aufgefordert, aktiv um Versöhnung zu beten. Angesichts der zum 9. Dezember geplanten Demonstrationen müsse die Kirche als „Schild der Versöhnung“ agieren. Alles, was die Sicherheit von Menschenleben, Besitz oder der öffentlichen Ordnung gefährde, schade dem Land. Die Kirche fühle sich in der Verantwortung, bei sozialen, spirituellen und nationalen Herausforderungen als Vermittler zu dienen. Gläubige müssten proaktiv Frieden denken, von ihm sprechen, friedlich handeln und um ihn beten.
Citizen, 03.12.2025
KI
Bei der von Verbraucherschützern jährlich in Dar es Salaam abgehaltenen Competition Week (CW) war Anspannung ob der durch KI und Digitalisierung zu erwartenden Veränderungen spürbar. Es sei eine große Herausforderung, mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten, so Khadija Ngasongwa, die Generaldirektorin der Kommission für fairen Wettbewerb. Die Regulierung von KI stelle weltweit erhöhte Anforderungen. Die CW war ursprünglich eingeführt worden als Plattform für das Fair Competition Gesetz bzw. für Verbraucherschutz, fairen Handel und Marktintegrität. Die Gesetzgebung sorge für Leitplanken, doch sei die Geltendmachung in einem globalen Online-Handelsplatz schwierig. Nicht nur gefakte Online-Verkäufer, durch Algorithmen manipulierte Preise und gefälschte Produkte auf scheinbar seriösen Webseiten sorgten für gesteigerte Komplexität. Verbraucherschutz für einzelne Konsumenten sei dabei kaum noch herzustellen. Ohne eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit sei fairer Handel nicht mehr möglich und Betrug nicht zu bekämpfen. Die Anpassung der Gesetzeslage müsse so gut wie möglich mithalten.
Guardian, 08.12.2025
Jugend
Kürzlich hatte der UN-Population Fund (UNFPA) mit der Jugendorganisation Mulika Tanzania (mulika.or.tz) einen Dialog mit Jugendvertretern organisiert. Es zeigte sich, dass die Jugend sich mit ihren Perspektiven übergangen und aus Entscheidungsprozessen ausgeschlossen fühlt und frustriert ist über die Dominanz der Alten auf nationalen Plattformen sowie über das soziale Ungleichgewicht. Eine allein symbolische Einbeziehung, so David Kitinya vom Agri Youth Forum, reiche nicht. „Nichts über uns ohne uns. Jugend als Teil der Lösung, nicht nur Zuschauer.“ Es gehe nicht mehr nur allein um fehlende Ausbildungsplätze, so Mulika-Leiter Hussein Melele. Für junge Menschen sei ein formaler Zugang zu Entscheidungsprozessen im politischen Raum einfach nicht vorgesehen. Es fehle an generationsübergreifendem Vertrauen. Auch werde Alter noch immer mit Weisheit und Führungsexpertise gleichgesetzt. Eine Studie von 2014 zeigt, dass junge Menschen noch immer nicht ausreichend an Führungsposition herangeführt werden. Wenn nichts geschehe, gehe dem Land eine Generation von Innovatoren, Unternehmern und sozial bewussten Führern und deren Potential verloren. Veronica Malungu von der Green Crown Organization gibt zu bedenken, dass die Jugend in den sozialen Medien am sichtbarsten sei, doch wenn es um die Verteilung von Etats oder um Gesetzesinitiativen gehe, dann säßen sie auf den Zuschauerbänken. 50 % der jungen Leute haben noch nie an einer Entscheidungsfindungsversammlung teilgenommen. Die Nation verliere viele Junge an Drogen, Kriminalität und sexuelle Gewalt, weil es an Zukunftsperspektiven fehle, warnte Rhobi Kilongo von der African Youth and Children Prosperity Foundation. Der Politikanalyst Thomas Kibwana erinnert daran, dass die Jugend in der Politik unterrepräsentiert sei. Nur 31 von 391 Abgeordneten seien jung und nur 16 von ihnen in den 1990ern geboren. Benötigt würden systemische Reformen: Die Institutionalisierung von Jugendbeteiligung durch Jugendräte, politische Quoten, formale Mentorenprogramme und Repräsentation in Regierungskomitees, sichere Räume für Innovation und Debatte. Sonst droht ein Zyklus aus Arbeitslosigkeit, Armut und sozialer Unruhe. Die Jugend hingegen zu ermächtigen, könne das Wirtschaftswachstum beschleunigen, Verantwortlichkeit fördern und demokratische Regierungsführung stärken.
Guardian, 15.12.2025