Aktuelles - Wasser knapp – Strom rationiert - 11/2015

Aus Tansania Information
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Wasser

In Morogoro kann nur noch gut die Hälfte des nachgefragten Wassers geliefert werden (27 statt 40 Mill. l/Tag), nachdem mehrere Flüsse ausgetrocknet sind. Von den Uluguru-Bergen kommt weniger Wasser als früher; sie wurden erstmals seit drei Jahren wieder von ausgedehnten Waldbränden verwüstet. Die Feuerwehr des Naturreservats stand den Buschfeuern machtlos gegenüber. Ein großer Teil der Küstenregion bezieht Wasser aus diesen Bergen.

Experten der ostafrikanischen Staaten trafen sich in Kenia, um Auswirkungen des erwarteten El Nino-Wetterphänomens zu beraten. Sowohl Dürre wie Überschwemmungen können in Afrika als Folge einer starken Erwärmung des Pazifik auftreten.

Citizen 14.,23.10.15; Guardian 20.10.15

Elektrizität

Der Stromversorger TANESCO musste die Generatoren am Mtera-Staudamm (80 MW) abschalten und an weiteren Wasserkraftwerken um 81% zurückfahren. Zur Zeit können bei einem Bedarf von 1.226 MW nur 555 MW zur Verfügung gestellt werden. TANESCO führt die Wasserknappheit an den Staudämmen sowohl auf den Klimawandel, als auch auf rapide zunehmenden Wasserverbrauch der Bevölkerung zurück, vor allem in der Landwirtschaft. CCM-Spitzenkandidat Dr. Maguguli verdächtigte Mitarbeiter des Energieministeriums und der TANESCO, den elektrischen Strom künstlich zu verknappen, um an Bestechungsgelder beim Ölimport zu kommen.

Die neuen Gaskraftwerke mildern die Versorgungsengpässe etwas ab, können aber wegen technischer Probleme der 532 km-Erdgas-Pipeline von Mtwara nach DSM (gebaut für $ 1,33 Bill. von China) noch nicht mit voller Leistung arbeiten. Das neue Gaskraftwerk Kinyerenzi soll in einer zweiten Phase als Gas- und Dampfkraftwerk mit erhöhter Effizienz ausgebaut werden. Es wird von der amerikanischen PowerAfrica Initiative finanziert. Da die staatliche TANESCO ihren Gas- und Stromlieferanten $ 270 Mill. schuldet, ist ungewiss, ob die Gasverstromung nachhaltig funktionieren wird.

Mittelfristig soll auch Kohle verstromt werden. Erneuerbare Stromquellen werden kaum genutzt. Mehrere ostafrikanische Länder zeigten sich an Stromlieferungen aus Tansania interessiert. Diese setzen allerdings eine stabile Produktion und einen Ausbau des Versorgungsnetzes voraus.

Citizen 14.10.15; DN 13.10.15; Eas t African, 10.,22.10.15; Guardian 09.,14.10.15