Zur Beschäftigung von Ausländern - 12/2006

Aus Tansania Information
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Begrenzung von Arbeitsgenehmigungen

Prof. Jumanne Maghembe, Minister für Arbeit und Entwicklung der Jugend, sagte im Parlament, man werde die Zahl der Ausländer begrenzen, die Arbeiten verrichten, die Tansanier mit ähnlichen Qualifikationen und Erfahrungen verrichten können. Eine Kommission prüfe die Behauptung, vor allem im Hotelgewerbe nähmen die Ausländer zu. Es seien zwar laut eines Berichtes nicht mehr als 5 %. Aber ihnen sollen höhere Löhne gezahlt werden als Einheimischen. Außerdem blockierten sie Stellen, die Tansanier übernehmen könnten. Demnächst werde man Bestimmungen verabschieden, die die Zahl überflüssiger Angestellter aus dem Ausland begrenzen. Sein Ministerium habe 475 Anträge auf Verlängerung der Arbeitsgenehmigung erhalten; 341 von ihnen habe man genehmigt. 817 Anträge seien neu gewesen, 544 von diesen akzeptiert worden. (DN 5.8.06)

Ausländer nehmen Tansaniern Jobs weg

Bei der Eröffnung der Generalversammlung des Trade Unions Congress of Tanzania sagte Minister Maghembe, eine sechsmonatige Untersuchung der Regierung zur Anstellung von Einwanderern habe gezeigt, dass Jobs, die in Händen von Tansaniern sein sollten, von Ausländern, die legal oder illegal im Land sind, dominiert werden. "Was noch schlimmer ist, die meisten von ihnen haben einen tansanischen Geburtsschein. Wie sie den bekamen, weiß niemand." Die meisten Ausländer arbeiteten im Hotelgewerbe, in privaten englischsprachigen Schulen und im Bergbau. Einige benützten ihr Dreimonatsvisum, um in Tansania zu arbeiten. Nachdrücklich forderte Maghembe, der Dachverband der Arbeitnehmer solle mit der Regierung kooperieren, um Einwanderer auszumerzen, die Stellen dominierten, die Einheimische einnehmen könnten. "Die Regierung weiß, dass sie vernünftige Jobs schaffen muss für unsere Leute, die gut ausgebildet sind, aber nicht alleine zu einem solchen kommen. Wir brauchen Gewerkschaftsver-bände, die ihre Mitglieder anleiten, damit sie uns zuverlässige Informationen liefern über Ausländer, die ohne gültige Genehmigung hier arbeiten", sagte er. Die Regierung habe viel in Bildung und soziale Wohlfahrt investiert und hoffe, in Zukunft unabhängig zu sein, was den Bedarf an Arbeitskräften angeht. Er betonte, noch viele Jahre hätten Ausländer eine wichtige Rolle zu spielen. Aber zweifelsohne sei ihre Zahl begrenzt, auch ihre Qualifikationen. (Guardian 29.8.06)

Zu Angestellten ausländischer Investoren

Minister Maghembe sagte, ausländische Firmen, die in Tansania investieren, dürften nur fünf Fachleute aus dem Ausland einstellen. Alle anderen müssten Tansanier sein. Diese Vorschrift werde missachtet. Ausländer stellten Ausländer ein, weil diese kaum Überwachung benötigten, Tansanier dagegen keine 'Selbststarter' seien. Die Tansanier sollten ihre Einstellung zur Arbeit ändern, forderte er. (Guardian 29.8.06)

Umfrage zur Rolle ausländischer und tansanischer Mitarbeiter

Kürzlich erschallte in Tansania ein Schrei der Entrüstung, Reaktion auf die Meldung, einige privatisierte Firmen übertrügen Jobs an Ausländer, für die Einheimische besser qualifiziert wären. Ergebnis einer Umfrage aber war die Aufforderung, Tansania solle Investoren erlauben, Mitarbeiter einzustellen, ohne zu berücksichtigen, ob sie Einheimische sind oder nicht. Bei der Erhebung ging es um die Frage, stellen Investoren statt Ausländern Tansanier ein für Jobs, für die beide die gleichen Qualifikationen haben? Es gebe noch andere Gesichtspunkte, hieß es. Einige Interviewte sagten, ehe man in den privatisierten Firmen nackten Protektionismus einführe, müsse man sich der Frage stellen, warum Firmen nicht vorankommen, obwohl sie mit qualifizierten Einheimischen besetzt sind. Andere meinten, etwas von Protektionismus und wohlfahrtsstaatlichen Prinzipien sei wohl nötig, aber es dürfe nicht so weit kommen, dass man Angst davor hat, in Tansania zu investieren, weil nicht erlaubt werde, Leute einzustellen, denen man vertraut. Einige äußerten, Veränderung der Arbeitskultur, Ernsthaftigkeit und Interesse für Produktion entstünden nicht plötzlich einfach dadurch, dass man qualifizierte Einheimische hat. Es gehe um einen Prozess. (Observer 17.9.06)

Zum Nutzen ausländischer Mitarbeit

Staatsminister Mi-zengo Pinda sagte am 45. Jahrestag des Worldwide Peace Corps, Tansania benötige noch immer Fachleute aus dem Ausland, sogar die des American Peace Corps. Sie brächten neues Wissen und seien wichtig für den Austausch von Erfahrungen. In der Vergangenheit hätten ausländische Experten viel für die Entwicklung des Landes getan. Die Tansanier sollten die Chance, von ihnen zu lernen, nutzen. "Dann könnten wir von Experten initiierte Projekte fortführen, neue starten. Wir sollten ihnen jegliche Unterstützung anbieten, die sie brauchen, gleichzeitig von ihnen lernen", betonte er. (Guardian 23.10.06)