Unterstützung von Alten, Behinderten, Kleinkindern, Probleme alter Menschen - 02/2007

Aus Tansania Information
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Zu kostenloser medizinischer Behandlung

Kinder unter fünf Jahren, Alte über 60 Jahre und Menschen mit einer Behinderung, die medizinische Versorgung nicht bezahlen können, sollen in öffentlichen Krankenhäusern kostenlos behandelt werden. (Guardian 3.10./2.11.06)

Ein Abgeordneter verlangte vom Parlament eine Erklärung zu dem Chaos, das Kinder, Behinderte und Alte erleben, wenn sie die ihnen zustehende medizinische Behandlung benötigen. Die Stellvertretende Ministerin für Gesundheit und Soziales antwortete, für Alte und Behinderte sei es schwierig, zu ihrem Recht zu kommen, denn bei der Feststellung von Alter bzw. Behinderung gebe es Probleme. Sie sollten sich bei der zuständigen Stelle eine Bestätigung besorgen, die zeigt, dass sie nicht bezahlen können, und diese der Krankenhausverwaltung vorlegen. Bei Kindern ließe sich das Alter mit Hilfe der Karte ihrer Mütterberatungsstelle feststellen.

Das Ministerium für Gesundheit und Soziales forderte seine Mitarbeiter auf, verantwortlicher mit Menschen umzugehen, denen kostenlose medizinische Behandlung zusteht. (Guardian 2.11.06)

Lage, Pläne, Klagen, Forderungen

Am Internationalen Tag der älteren Menschen berichtete Premierminister Lowassa bei einer Kundgebung, es gebe in Tansania 2 Mio. ältere Menschen. "Das heißt, 5,7 % der Bevölkerung sind Alte, die Schutz und Unterstützung benötigen." Er wies das Ministerium für Gesundheit und Soziales an, in jedem Distrikt eine Spezialklinik für die älteren Mitbürger einzurichten. Sie benötigten besondere Fürsorge. Er versprach, man werde der im Nov. 05 gegründet Tansanischen Organisation für Versorgung im Alter (TANACO) ein Büro zur Verfügung stellen. Wegen Geldmangels habe sie noch immer keines. Lowasse betonte, die Gesellschaft müsse die Alten unterstützen und sich ihre Weisheit zu Nutzen machen. Diese sollten sich nicht scheuen, bei Spar- und Kredit- Genossen-schafts-Gesellschaften (SACCOS) und anderen gewinnabwerfenden Projekten mitzumachen.

In der Ansprache, die eine Frau im Namen der älteren Menschen verlas, wird beklagt, oft müssten auch die alten Menschen für medizinische Behandlung bezahlen. Auch bitte man die Regierung, die mit dem Glauben an Zauberei zusammenhängenden Morde an unschuldigen alten Menschen zu stoppen. Außerdem dürfe man nicht übersehen, dass sich viele ältere Menschen ohne finanzielle Unterstützung um Waisenkinder kümmern.

Ein Mann aus Dar-es-Salaam (65) forderte eine Politik für alte Leute, die ihr Leben verbessert. Dann könnten sie länger aktiv und produktiv bleiben, sagte er. (DN 2.10.06; Guardian 3.10.06)

Zur Tötung alter Frauen

Die Shinyanga-Region ist bekannt dafür, dass alte Frauen ermordet werden, die man für Hexen hält. Von Jan. bis Okt. 06 waren es 60, etwas weniger als 05. (DN 29.11.06)

In Zusammenhang mit der rücksichtlosen Tötungen älterer Frauen, denen man vorwirft, sie seien Hexen, verhaftete die Polizei der Mwanza-Region 20 traditionelle Heilkundige, denn man wirft ihnen vor, sie stifteten zu den Morden an. 2005 wurden 110 Morde gemeldet, 2006 waren es 128. (Guardian 19.1.07)

Kritik an der Behandlung Bedürftiger

Der ehemalige Direktor für kulturelle Entwicklung sagte, statt Waisen, Behinderte und Alte in Waisenhäusern, Einrichtungen für Alte und andere Fürsorgezentren unterzubringen, solle man ihnen erlauben, bei nahen Verwandten oder Freunden versorgt zu werden, wie seit eh und je. Einige der besten kulturellen Praktiken habe man abgeschafft. Nun sei es fast Mode, solche Leute in Heimen unterzubringen. "Man sperrt die Bedürftigen in einen Käfig ein." Das sei unafrikanisch. "Im Westen, wo sich die Kinder, so bald sie erwachsen sind, nicht mehr für die alt werdenden Eltern verantwortlich fühlen, herrscht diese teuflische Praxis. In unserer Gesellschaft lehnt man sie normalerweise ab. Aber nun breitetet sie sich rasch aus", sagte er. (DN 1.12.06)

Engagement älterer Bürger

Der Verband der Ruheständler von Arusha (CHAWAMA) arbeitete lange Zeit vor allem mit Alten und Witwen. Es gelang ihm, ältere Menschen über das Starten kleinerer Investitionsprogramme zu in-formieren. Nun arbeitet man an einem neuen Programm. Es soll Jugendliche über alle Aspekte von HIV/AIDS umfassend informieren, ihnen die Risiken zufälliger sexueller Kontakte bewusst machen. (Arusha Times 13.1.07)