Thema: Klimawandel: Klimaschutz - 12/2016

Aus Tansania Information
Wechseln zu: Navigation, Suche

Gesetze - Programme

1998 bis 2004 schufen das Umwelt- und das Wald-Gesetz die Grundlage für eine „Partizipatorische Wald-Verwaltung“. Sie soll auf nationaler Ebene, aber auch auf Dorf- und Distrikts-Ebene sichern, dass noch vorhandene Baumbestände verantwortlich und nachhaltig bewirtschaftet werden.

Seit 2012 wird mit massiver Unterstützung von UN und Norwegen ein nationaler Aktionsplan zur Reduzierung von Klimagasen aus Entwaldung entwickelt (Reducing Emmissions from Deforestation and forest degradation – REDD+). Das REDD+-Überwachungssystem ermöglicht Tanzania am CO2-Rechte-Handel (FCPF) der Weltbank teilzunehmen. Um die 2015 in der Klimawandel-Konvention (CCC) definierten Ziele zu erreichen, benötigt Tansania bis 2030 $ 60 Mrd. Die einzelnen Vorhaben finden sich in den „Intended Nationally Determined Contributions“.

Seit 2012 (COP 18, Doha, Katar) nimmt die Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC) an den internationalen Klimakonferenzen teil. Delegierte aus Tansania und Sansibar besuchten die 21. Klimakonferenz (COP 21) 2015 in Paris. Das Land arbeitet nun an einem nationalen Anpassungsplan und Richtlinien, um Treibhausgase zu reduzieren und Kohlenstoff-Speicher in Wäldern aufzubauen. Tansania kann Finanzhilfen für Klimafolgeschäden aus dem „Fonds für am wenigsten entwickelte Länder“ erhalten. Die Folgekonferenz COP 22 fand kürzlich in Marrakesch, Marokko statt. Die meisten afrikanischen Länder wollen erneuerbare Energien beschleunigt einführen.

Citizen 14.08.;13.11.16; DN 26.11.15; 12.02.; 24.02.16; Landwirtschaftsministerium www.kilimo.to.tz; www.theredddesk.org/countries/tanzania/;

Energiepolitik

Der Umweltminister schrieb Preise von TZS 300, 200 und 100 Mill. aus für Kochherde, die umweltschonende und kostengünstige Alternativen zur verbreiteten Holzkohle-Feuerung bieten.

Erneuerbare Energien sind in Tansania noch wenig entwickelt. Nachdem die Wasserkraftwerke wegen Wassermangels weniger Strom liefern, setzt das Land zur Elektrizitätsversorgung auf Erdgas und Kohle mit großen, zentral gesteuerten Netzen. Sogar nukleare Stromerzeugung wird mittelfristig angestrebt. Die französische Entwicklungsministerin warb für mehr Wind- und Solarkraftwerke in Tansania.

Zu den energiepolitisch fortschrittlichsten afrikanischen Ländern zählen Marokko (mit dem weltgrößten Solarpark und dem größten Windpark Afrikas), Ghana (hydroelektrische Anlagen decken die Hälfte des Strombedarfs) und Togo mit den ersten in Afrika gebauten Elektro-Fahrzeugen mit chinesischer Technologie.

Citizen 13.11.16; East African 22.10.16; Guardian 13.04.; 27.10.16

Klimaschutz in Tansania und Afrika

21 afrikanische Länder beteiligen sich an der „Großen Grünen Mauer“, einem Grüngürtel im Süden der Sahel quer durch den Kontinent. Das Projekt wird international mit $ 4 Mrd. gefördert. Es hat zehntausende von Arbeitsplätzen geschaffen und Millionen Hektar nutzbares Land zurückgewonnen.

10 afrikanische Länder trafen sich in Kigali, Ruanda, zur Africa High Level Bonn Challenge Roundtable www.bonnchallenge. Org). Sie verpflichteten sich in der “Kigali-Declaration”, bis 2020 11,5 Mill. ha zerstörtes Waldland wieder aufzuforsten. Weltweit will die Bonn Challenge solche Zusagen für 150 Mill. ha erreichen.

Auf einer internationalen Konferenz zu „Afrikanisches Welterbe bewahren als Antrieb für nachhaltige Entwicklung“ warnte Premier K. Majaliwa vor Faktoren, die Welterbestätten und Schutzgebiete bedrohen: Klimastress, Bevölkerungsdruck und Bodenschätze. Er rief dazu auf, neue Technologien zu entwickeln, die einen Kompromiss zwischen Konservierung und wirtschaftlicher Entwicklung ermöglichen. In den letzten Jahren hat Tansania durchschnittlich $ 200 Mill. für Klimaschutz und Anpassungsprogramme erhalten.

Die UN bemühen sich, besonders junge Menschen für die 2015 beschlossenen „Globalen Nachhaltigen Entwicklungsziele“ zu gewinnen. Ein Fortbildungskurs dazu fand in Arusha statt.

Der Interreligiöse Friedensrat in Moshi empfing eine Gruppe von Radfahrern aus südafrikanischen Ländern und Tansania, die mit ihrer Tour für mehr Klima-Bewusstsein werben.

Die tansanische Wetter-Behörde (TMA) führt in Sekundarschulen Informationsveranstaltungen zu Ursachen und Folgen des Klimawandels durch.

Premier Makamba lancierte ein massives Aufforstungsprogramm in den ariden Regionen Dodoma, Manyara, Shinyanga und Singida. Der Baumbestand dürfe nicht weiter dezimiert werden, sondern müsse deutlich zunehmen.

Der Premier beauftragte jedes Dorf in den für Cashew-Bäume geeigneten Regionen (Lindi, Mtwara, Tunduru) 5000 neue Cashew-Bäume zu pflanzen. Die immergrünen Bäume gedeihen auch auf marginalen Böden und mit wenig Wasser. Sie sollen auch in den Regionen Dodoma, Iringa, Mbeya, Morogoro, Njombe und Singida großflächig angepflanzt werden, einerseits als Klimaschutz, andererseits als vielversprechendes Exportprodukt. Im letzten Jahr führte Tansania 150.000 t Cashew-Nüsse aus.

Die rapide wachsenden Großstädte präsentieren riesige Herausforderungen, z.B. in Wasserversorgung und Abwasser-Entsorgung. Es wird deutlich, dass westliche Technologien nicht einfach kopiert werden können. Daher investieren NROs wie die Gates-Stiftung Dollarmillionen in Forschungen zu wasserlosen Toiletten. Dennoch müssen die veralteten Drainage-Systeme an die Belastungen bei häufigeren Starkregen angepasst werden.

DN 05.08.; 04.,09.11.15; 14.01.; 01.06.16; Citizen 03.08.;13.11.16; Guardian 09.02.; 02.06.; 06.11.16