Thema: Erneuerbare Energiequellen: Pläne, Vorhaben - 04/2020

Aus Tansania Information
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Staatliche Energiepolitik

Im Gegensatz zu Ruanda, das bis 2024 90% seiner Stromversorgung über Minigrids (Wasser und Solar) sicherstellen will, setzt die tansanische Regierung in erster Linie auf Wasser- und Gaskraftwerke (Erdgas: ca 800 MW, Wasserkraft 570 MW Generatorenleistung) und investiert hohe Summen in das nationale Leitungsnetz. Eine „National Renewable Energy Strategy“ soll Investitionen in EE erleichtern und Hindernisse beseitigen. Sie nimmt kleinere Solarkraftwerke (unter 1 MW Leistung) von Lizenzpflicht, Zoll und Steuern aus. Allerdings beklagen viele Firmen die oft um Jahre verzögerte Erstattung der Mehrwertsteuer.

Um den Verbrauch von Holz und Holzkohle zu reduzieren, will die Regierung mittelfristig erreichen, dass 50% der Haushalte Flüssiggas zum Kochen verwenden. Die britische „Circle Gas“ vergibt Herde und Zähler auf Kredit, den die Kunden dann über eine Mobil-App in kleinen Raten zusammen mit dem verbrauchten Gas abzahlen („Kopa-Gas“). Umweltminister Zungu betonte, dass Kochen mit Flüssiggas bereits heute billiger ist als mit Holzkohle. Zunächst sollen 10.000 Haushalte in Dar es Salaam umgestellt werden. In Ermangelung einer Verflüssigungsanlage muss Tansania trotz seiner riesigen Erdgasvorkommen das Flüssiggas einführen, 2019 waren es 145.000 Tonnen.

Laut Energieministerium ist Kochen mit Solarstrom nicht mehr teurer als mit Holzkohle. Hinzu käme die beträchtliche Erleichterung für Frauen, die bisher viel Zeit und Kraft mit der Suche nach Brennholz verloren und giftigen Rauch eingeatmet hätten.

Das World Resources Institute stellt Planern und Gebern eine umfangreiche Datenbank (Energy Access Explorer Platform) zur Verfügung. Sie zeigt einerseits detailliert, wo in welcher Höhe Energiebedarf besteht, andererseits, welche Energiequelle die Nachfrage am günstigsten befriedigen kann (geografische Situation, Entfernung zum Netz, Wasser-, Wind- und Einstrahlungsverhältnisse).

Der UN-Flüchtlingskommissar bat die Gebergemeinschaft um Sonnenkraftwerke für die tansanischen Flüchtlingslager. Feuerholz werde immer knapper und die Dieselkraftwerke seien sehr kostspielig.

Citizen 18.02.20; DN 13.06.; 02.10.; 20.11.19; Guardian 19.05.18; 26.02.20; www.sun-connect-ea.org; www.wri.org

Geplante EE-Projekte

Der staatliche Stromversorger TANESCO erstellte eine Karte für Investoren und Anbieter, die die Einstrahlungs- und Windverhältnisse für jeden Ort des Landes anzeigt.

TANESCO schrieb sechs große Solarstrom-Anlagen aus, die insgesamt 150 MWpeak Leistung haben sollen. 52 Anbieter bewarben sich um den Bau der Anlagen in den Regionen Dodoma, Iringa, Mwanza, Shinyanga, Singida.

Die australische „Windlab“ plant, zusammen mit der japanischen Eurus Energy, in Ostafrika Wind-Generatoren mit einer Gesamtleistung von 1.650 MW zu installieren (das entspricht Tansanias derzeitiger Gesamtleistung). In Tansania errichtet Windlab bei Makambako die 300-Megawatt Miombo Hewani Wind Farm, die Strom in das TANESCO-Netz einspeisen wird. Sie hilft, die Versorgung zu stabilisieren, weil sie ihre höchste Leistung während der Trockenzeit entfaltet, wenn die Wasserkraftwerke ihre Leistung drosseln müssen. Die erste Phase sieht 34 Turbinen im Wert von $ 300 Mill. vor. Die dreijährigen Vorarbeiten wurden von Finnland unterstützt. - Bisher gibt es nur kleinere, private Windfarmen in der Singida-Region und im Mufindi-Distrikt (Mwenge, 2,4 MW). Das dänisch-irisch-niederländische Konsortium „Emerging Markets Power“ plant eine Windfarm (100 MW) bei Dodoma.

Citizen13.12.18; 09.05.; 04.07.19; DN 02.01.; 07.03.; 13.,25.06.19; Guardian 08.12.18; 05.03.; 11.11.19; Mwananchi 26.12.19; www.eurus-energy.com; www.windlab.com