Thema: Erneuerbare Energiequellen: Organisationen, Firmen, Finanzierung - 04/2020

Aus Tansania Information
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Staatliche, internationale Organisationen

TZ ist Mitglied im „Climate Vulnerable Forum“ (Forum Klima-gefährdeter Länder). Die etwa 50 Mitgliedsländer verpflichten sich, ihre Energieversorgung „so schnell wie möglich zu 100% aus erneuerbaren Quellen zu bestreiten.

Das Parlament ratifizierte die 2015 in Paris beschlossene Internationale Solarallianz ISA, die bis 2030 besonders in den tropischen Ländern Solaranlagen mit insgesamt 1000 GW Leistung mit Investitionen von $ 1 Billion finanzieren will. 2019 unterstützte die Regierung Solarprojekte mit TZS 38 Mrd.

Nationale und internationale Organisationen und Förderverbände für EE:

  • Der Verband für Erneuerbare Energien TAREA klärt mit Ausstellungen und Kampagnen über EE auf und vernetzt Interessenten; www.tarea-tz.org
  • Der Tanzania Renewable Energy Business Incubator TAREBI, unterstützt von Norwegen, fördert Unternehmen, die Biomasse-Briketts und Heim-Solaranlagen anbieten
  • Renewable Energy Zanzibar Association (REZA) www.reza-tz.org
  • International Energy Agency www.iea.org; finanziert 17 minigrids in Tansania
  • EE-Zentrum der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (ab 2020): www.sacreee.org
  • East Africa Renewable Energy Federation EAREF
  • East African Centre of Excellence for Renewable Energy and Energy Efficiency www.eacreee.org
  • Africa Renewable Energy Initiative (AREI) www.arei.org
  • Energy and Environment Partnership Trust Fund, finanziert von Österreich, Finnland, Großbritannien www.eepafrica.org
  • Sustainable Energy for all (UN) www.seforall.org
  • Least Developed Countries Renewable Energy and Energy Efficiency Initiative for Sustainable Development (LDC REEEI) www.ldcreeei.org
  • Renewable Energy Performance Platform (Finanzierungsagentur, UK) www.repp.energy

DN 31.01.18; 02.10.; 15.11.; 01.12.19; 27.02.20; www.isolar alliance.org; www.tarea-tz.org; www.thecvf.org

Finanzierung nachhaltiger Energien

2018 wurde die installierte Generatorenleistung für Wasserkraft mit 568 MW, andere erneuerbare Energien mit 83 MW angegeben. 2050 wird Tansania zur Stromversorgung etwa 60 Gigawatt (GW) installierte Leistung benötigen, für Prozesswärme und Kochen 59 GW und für (elektrifizierten) Transport und Verkehr 14 GW. Um diese Leistung aus nachhaltigen Quellen bzw. durch gesteigerte Effizienz zu niedrigen Preisen bereitzustellen, müsste das Land jährlich $ 9 Mrd. aufwenden. Der World Future Council hat dafür einen Finanzierungsplan ausgearbeitet [https://www.worldfuturecouncil. org/100-renewable-energy-poverty-reduction-tanzania].

Kredite und Zuschüsse sind besonders wichtig für individuelle Anlagen wie Solar-Heimsysteme, da die Anbieter vorab in Entwicklung, Produktion und Vertrieb investieren müssen. Die besonders erfolgreichen „Pay as you go“-Modelle (Zahlen beim Verbrauchen) binden anfangs viel Kapital. Bisher gibt es fast ausschließlich europäische und amerikanische Förderer für netzunabhängige Kleinanlagen [s. o. „Organisationen“]. Tansanische Unternehmen erhielten Fördergelder von EEP, IEA u.a.

Die Europäische Entwicklungsbank will in Kooperation mit der Firma „d.light Design“ innerhalb von fünf Jahren 10 Mill. Heimsolaranlagen in Afrika installieren. Sie hat seit 2002 $ 3 Mrd. in Solaranlagen in Entwicklungsländern investiert.

Die REA (Energiebehörde für den Ländlichen Raum) erhielt von Weltbank, Schweden und England $ 5,25 Mill., um Investitionen in Mini-grids zu fördern.

Der „Access to Energy Fund“ und weitere Geldgeber stellten Kredite in Höhe von $ 32 Mill. bereit, mit denen der Anbieter Zola Electric 145.500 Haushalten solare Heimsysteme im Mietkauf-Modell überlässt.

Die Agentur „CrossBoundary Energy Access“ finanziert, unterstützt von der Rockefeller-Stiftung, 60 Mini-grids im ländlichen Tansania.

Citizen 25.01.19; Exchange 17.12.18; Guardian 30.03.; 03. 04.; 13.,18.12.18; 06.06.; 23.07.19; Jeune Afrique 12.03.18

Anbieter nachhaltiger Energielösungen

Die Firma Jumeme will 300 lokale Netze („mini-grid“) mit Sonnenstrom und Batterie-Speichern aufbauen. Nach einem Pilotprogramm auf der Insel Ukara im Victoriasee richtete Jumeme 10 minigrids in Nordwesttansania ein. Jumeme ist ein Gemeinschaftsprojekt der deutschen Inensus, der österreichischen TerraProjects und der St. Augustine University, Mwanza und wird von der EU unterstützt. Jumeme kooperiert mit der englischen NRO „Energy 4 impact“ und der deutschen Beratungsfirma „Sustainable Business Institute“.

Greenlight Planet, Arusha beschäftigt 175 Angestellte und hat bisher 300.000 Solar-Kleinanlagen im Mietkauf-Modell abgesetzt. Weitere Anbieter von solaren Heimsystemen:

Guardian 18.09.18; 11.12.19; www.energy4impact.org; www.inensus.com; www.jumeme.com; www.sbi21.de; www.terraprojects.at

Zivilgesellschaftliche Organisationen

25 afrikanische NROs kritisierten beim Klima-Gipfel der Afrikanischen Union, dass auf dem Kontinent immer noch Kohle- und Ölkraftwerke errichtet werden. Nur durch konsequenten Umstieg auf EE könne man das Klimaziel des Pariser Abkommens (Erderwärmung um 1,5 Grad) erreichen. Einige für EE aktive Organisationen in Tansania:

Citizen 10.02.20; Guardian 17.04.; 20.07.18; 01.11.19