Schwerpunktthema Bevölkerung und Städte: Großstädte - 08/2014

Aus Tansania Information
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Dar-Es-Salaam (DSM) ist laut einem Bericht der Afrikanischen Entwicklungsbank vor Nairobi / Kenia und Kinshasa /Kongo die am schnellsten wachsende Stadt in Afrika. Innerhalb eines Jahrzehnts wird Dar von heute 4 Mill. Einwohnern auf 6,2 Mill. oder mehr anwachsen. Der Bericht erwartet vom Wachstum der städtischen Bevölkerung ein Erstarken der Mittelklasse. Zugleich ergeben sich daraus hohe Anforderungen an Nahrungsversorgung, Wohnungsbau, Gesundheitswesen und Verkehrsplanung. Derzeit leben etwa 70% der Stadtbevölkerung in ungeplanten Siedlungen, nur 5% sind an ein Abwasser-System angeschlossen. 31% sind arbeitslos. Man entwarf 1948, 1968 und 1979 Stadtentwicklungs-Pläne, keiner davon wurde jemals umgesetzt.

Mwanza am Victoriasee, zweitgrößte Stadt Tansanias, ist während der letzten Dekade stark gewachsen. Gegründet 1892 als koloniales Verwaltungszentrum für Baumwollproduktion, 2000 als Großstadt anerkannt, zählt Mwanza heute 363.000 Einwohner. Wichtigste Industrien sind: Fischfang und -Verarbeitung (56.321 Fischer), Baumwollspinnerei und -ölgewinnung, Holzverarbeitung, Plastik- und Schaumstoff-Verarbeitung, Sand- und Granitabbau. Die Stadt produziert täglich 315 t Müll.

Mwanza hat 97 Grundschulen, davon 16 private. Hier fehlen noch 1065 Klassenräume und 15.159 Schulbänke. Stadtdirektor H. Hida bezeichnet als weitere Herausforderungen für den Stadtrat: Stadtreinigung und Müllabfuhr, ungeplante Siedlungen, fehlende Arbeitsplätze, Mangel an Ackerland.

Premier Pinda bedauerte, dass 60 bis 80% der Tansanier in ungeplanten Siedlungen leben. Dies sei auch auf das Versagen der Stadtplaner zurückzuführen, die sehr korruptionsanfällig seien. Die häufigen Landkonflikte gingen auf unklare Grenzziehungen zurück. Der Premier forderte, Dar-Es-Salaam durch gezielten Ausbau nahegelegener Städte wie Kibaha, Mkuranga und Bagamoyo zu entlasten. 2050 würde die Hälfte der tansanischen Bevölkerung in Städten leben. Stadtplaner entgegneten, es gebe kaum Rahmenpläne, weil die Regierungen hier bisher keine Priorität gesehen hätten. Dies sei jedoch dringend erforderlich, um chaotische Entwicklungen zu vermeiden.

Der Bauträger National Housing Corporation plant, bis 2015 landesweit 15.000 erschwingliche Häuser zu errichten und zu verkaufen. Im neuen Stadtteil Kigamboni wurden bereits 214 idyllisch am Indischen Ozean gelegene Häuser verkauft.

Citizen 23.05.14; DN 13.12.13; 26.03.; 11.07.14; Guardian 28.11.13