Schwerpunktthema Bevölkerung und Städte: Bevölkerungswachstum - 08/2014

Aus Tansania Information
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Das Gesundheitsministerium zeigte sich besorgt über das anhaltend hohe Bevölkerungswachstum von 3% pro Jahr (andere Quelle: 2,7%), womit Tansania weltweit mit die höchste Zuwachsrate aufweist. Jährlich nimmt die Bevölkerung damit um 1,3 Mill. zu. Die derzeit auf 44,5 Mill. geschätzte Bevölkerung wird sich bei gleichbleibendem Wachstum in 26 Jahren verdoppeln. Dieser rasante Zuwachs überlastet die sozialen und wirtschaftlichen Systeme wie Bildung, Gesundheit, Wohnungsbau, Wasser- und Stromversorgung.

73% der Tansanier/innen sind unter 30 Jahre alt und Arbeitsplätze sind Mangelware. Daher wird befürchtet, dass die UN-Jahrtausend-Ziele (v.a. Armutsbekämpfung, Bildung, Umweltschutz, Halbierung von Mütter- und Kindersterblichkeit – www.undp.org) in Tansania verfehlt werden. Eine optimistischere Prognose gibt das Nationale Statistikbüro: während zur Zeit etwa 60% der Bevölkerung als Abhängige nichts produzieren (44% unter 15-Jährige, 5,6% über 60-Jährige), wird sich mit zunehmender Familienplanung das Verhältnis zu Gunsten der produzierenden Bevölkerung verschieben.

Empfängniskontrolle betreiben landesweit 27% der Frauen. In der Region der Seen (Mwanza) liegt der Prozentsatz am niedrigsten: nur 14%. Regierung und verschiedene NRO zielen darauf ab, diese Rate bis 2015 mit Programmen zum Mütter-Gesundheitsschutz auf 60% anzuheben.

Bei einer Konferenz zu den Ergebnissen der Volkszählung von 2012 forderten viele Teilnehmende massive Anstrengungen, die Familienplanung, vor allem bei Jugendlichen, zu fördern. Nur so könne eine Überbevölkerung und anhaltende Massenarbeitslosigkeit vermieden werden. Die wirtschaftlichen Erfolge von Ländern wie Brasilien, Thailand und Vietnam seien mit auf eine erfolgreiche Familienplanungs-Politik zurückzuführen. Die Organization „Advance Family Planning“ (www.advancefamilyplanning.org) begrüßte die „historische“ Erhöhung der für das neue Finanzjahr geplanten Aufwendungen für Familienplanung um 250% von Tshs 1 Mrd. auf 3,5 Mrd.

Eine internationale Familienplanungskonferenz hatte 2012 in London USD 4,6 Mrd. zugesagt, um bis 2020 380 Mill. Frauen in Entwicklungsländern Zugang zu geplanter Mutterschaft zu ermöglichen.

DN 16.12.13; 18.02.;08.05.; 18.07.14; Guardian 06.,13.07.14