Schwerpunkt: Kirchen und Religionen: Diakonisches Engagement - 02/2016

Aus Tansania Information
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Katholische Kirche

Die „Tansanische Bewegung Katholischer Studierender“ (TMCS) solidarisierte sich mit Papst Franziskus und seinen Äußerungen zum Klimawandel während seines Besuchs in Ostafrika. Die junge Generation verlange von allen Ländern, sich rückhaltlos für den Schutz der Umwelt einzusetzen.

Verschiedene katholische Diözesen führten zur Vorbereitung der Wahlen zahlreiche Seminare zur Staatsbürgerkunde durch.

Die Spiritaner-Kongregation (Holy Ghost Missionaries – C.S.Sp.) gründete in Bagamoyo das „Marian University College“ (MARUCO - www.maruco.ac.tz). Es bietet Kurse, Diplome und Promotion in naturwissenschaftlichen, mathematischen und pädagogischen Fächern an.

Der katholische Sender „Radio Tumaini“ („Hoffnung“ - www.tumainimedia.com) forderte die neue Regierung auf, vorrangig die vielfachen Landprobleme anzupacken. Die teilweise blutigen Auseinandersetzungen und Landbesetzungen hätten als Ursachen: unklare Gesetze, Unkenntnis der Gesetzeslage, verbreitete Bestechlichkeit in Behörden und Kommissionen, sowie zunehmenden Bevölkerungsdruck.

Kardinal Pengo, DSM, forderte die Gläubigen auf, für die katholischen Medien zu spenden: Tumaini-Radio und -Fernsehen, sowie die geplante Zeitung „Tumaini Letu“.

Arusha Times 02.05.15; Citizen 03.01.16; DN 10.01.16; 28.09.15: www.tumainimedia.com 23.07.15; 05.01.16

Lutherische Kirche (ELCT)

Seit 2009 engagiert sich die Lutherische Kirche, unterstützt vom Lutherischen Weltbund, im Kampf geben HIV/AIDS. Der Schwerpunkt liegt auf der Fortbildung von Pfarrern und Mitarbeitenden, um Tabuisierung und Diskriminierung im Zusammenhang mit der Immunerkrankung zu überwinden. Dabei wurden durchaus Erfolge erzielt. Die Probleme werden offener angesprochen als früher und viele jungen Menschen sind gut informiert. In Zukunft will man sich besonders um Menschen kümmern, die mit AIDS geboren wurden. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Aufklärung von Jungen und Männern über veraltete Konzepte von männlicher Dominanz. Ferner arbeitet die Kirche gegen Genitalverstümmelung, Zwangsheirat, Polygamie und Vererbung von Witwen.

Die Spar- und Kreditgenossenschaft (Savings and Credit Co-operative Society – SACCOS) der ELCT-Norddiözese wurde als beste SACCOS ausgezeichnet. Sie hat 3.289 Mitglieder mit Ersparnissen von TZS 4,5 Mrd. und hat Kredite in Höhe von TZS 13,8 Mrd. ausgegeben. Der ELCT-Generalsekretär beglückwünschte die zahlreichen ökumenischen Gemeinde-Genossenschaften (IR-VICOBA) in der Kilimanjaro-Region und warnte vor Politikern, die aus undurchsichtigen Motiven bestehende Genossenschaften unterstützen wollten. Dies gefährde die demokratische Führung der Gemeindebanken.

Die Uchumi Comercial Bank (UCB) der ELCT-Norddiözese in Moshi feierte ihr 10-jähriges Bestehen und ihre Erfolge. Ihre Kapitalbasis wuchs von TZS 375 Mill. in 2005 auf nunmehr 4,6 Mrd.; ihr Jahresgewinn wird 2015 TZS 1 Mrd., die Zahl der Kunden 10.500 erreichen. Die UCB betreut in erster Linie Kleinunternehmer und Kooperativen. Die Bank gehört zu 42% der ELCT-Norddiözese, weitere Anteile halten Kirchengemeinden, kirchliche Institutionen und Privatpersonen. Die ELCT-Ost- und Küstendiözese plant ebenfalls eine Bank: Maendeleo-Bank (www.elctecd.org/cms/en) und bietet Anteile zum Kauf an.

Die ELCT betreibt mehrere UKW-Radiostationen; sie senden in Englisch und Kiswahili mit den Schwerpunkten Verkündigung, Bildung und Lebenshilfe. Über Internet zu hören: „Sauti ya Injili / Voice of the Gospel“ (www.sautiyainjili.org); „Radio Upendo“ in DSM (www.elctecd.org/cms/en/what-we-do/upendo-fm-radio) und „Radio Furaha“ in Iringa (www.myradiostream.com/furahiaradio). Informationen zur lutherischen „Tumaini University Makumira finden sich auf: www.makumira.ac.tz.

Business Times 13.02.; 02.10.; 18.12.15; ELCT Press Release 01.12.15; hompages der ELCT und ELCT-ECD

Anglikanische Kirche

Die anglikanische Diözese Dar-Es-Salaam eröffnet anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums ein Haus für Vollwaisen im Alter von 3 bis 5 Jahren, dazu ein ländliches Krankenhaus in Kibindu (Küstenregion).

Die anglikanische Diözese Sansibar richtet in der renovierten Kathedrale ein Zentrum ein, das an den historischen Sklavenhandel auf Sansibar und den modernen Menschenhandel in Ostafrika erinnert. Der Handel mit Frauen und Kindern sei weltweit der zweitgrößte Markt. Sansibar diene immer noch als Umschlagplatz für den Handel mit Kindern. Das neue Zentrum soll auch den interreligiösen Dialog fördern.

Guardian 05.07.15; Anglican Communion News Service 03.07.15

CCT (Tansanischer Christenrat)

Das „Mwanzo Bora“-Programm („Guter Anfang“) informiert Mütter über die Vorteile der Muttermilch. Damit bleiben ihre Säuglinge gesünder und widerstandsfähiger.

Mit Unterstützung des CCT gründeten die etwa 90 Mitglieder (meist HIV-Infizierte) von drei Dorf-Genossenschaftsbanken im Kiteto-Distrikt (Kijungu) ein gemeinsames Unternehmen. Es baute einen Kindergarten und eine Veranstaltungshalle.

In Dodoma gibt es nach CCT-Anleitung insgesamt 109 Gruppen von HIV-Trägern. Sie lernten, ein aktives Leben zu führen, indem sie kleine Projekte verfolgen, wie Zucht von Hühnern, Ziegen, Schweinen oder Bienen, sowie kleine Läden.

Ebenfalls in den Distrikten Kiteto und Simanjiro bot der CCT Kurse für Frauen mit HIV an. Sie lernten Stolz auf ihr Frausein, ihre Stärken und Fähigkeiten, Umgang mit lösbaren und unlösbaren Problemen und Hilfen für das Leben mit HIV.

Das Mobilisierungsprogramm für Kirche und Gemeinde (CCMP) des CCT schult Multiplikatoren darin, selbständig Einkommensprojekte durchzuführen. Ein anglikanischer Priester der Kibondo-Diözese verdient z.B. mit rationellem Tomaten-Anbau € 800 monatlich und wurde dadurch finanziell unabhängig. Gemeindeglieder sollen durch solche Beispiele zur Eigeninitiative ermutigt werden. Starthilfe für Kleinunternehmer bietet auch das PAMOJA-Programm des CCT an: Sie sparen gemeinsam ein Jahr lang Kapital an und können dann einen zinsgünstigen Kredit und Beratung für ihr Vorhaben erhalten.

Die vom CCT in mehreren Regionen angestoßenen Dorfbanken (Village Community Banks) ebnen vielen privaten Unternehmer/ innen den Weg. Die CCT-homepage (www. cct-tz.org) berichtet von Erfolgen in den Distrikten Serengeti und Rorya, wo auch traditionelle Beschneiderinnen (ngariba) ihre Werkzeuge niederlegten, nachdem sie mit VICOBA-Krediten einträgliche Projekte gestartet hatten.

Im Bahi-Distrikt bildeten CCT-Juristen achtzehn Rechtsassistenten aus, die die Bevölkerung in Rechtsfragen beraten sollen. Die Teilnehmenden informierten sich über Gesetze zu Familie, Ehe, Erb- und Landrecht, sowie Menschenrechte. Hinzu kamen Trainings zu Geschlechtergewalt und Konfliktmanagement.

Eine Delegation von Geistlichen und CCT-Referentinnen für wirtschaftliche Gerechtigkeit, Schöpfungsschutz und gute Regierung besuchte auf Einladung des interreligiösen Komitees im Distrikt Ludewa die Bergbauprojekte in den Regionen Njombe und Ruvuma. Dort sollen große Lagerstätten von Kohle (364 Mill. t), Eisenerz (219 Mill. t) und Gold ausgebeutet werden. Die Kirchenvertreter wollten überprüfen, wie weit soziale Verantwortung der Firmen, Umweltschutz und Schutz der Einwohner gewährleistet sind. Sie fanden beträchtliche Defizite und formulierten Verbesserungsvorschläge. Der CCT hat zusammen mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen auch die bisherige Gesetzgebung zur Rohstoffgewinnung mit internationalen Investoren kritisch begleitet.

Das PETS (Public Expenditure Tracking System) des CCT erwies sich in mehr als 100 Dörfern als erfolgreich. Das Programm ermöglicht Bürgern, vor allem Dorfbewohnern, bei Entwicklungsprojekten den Geldfluss von nationaler Ebene bis zur Umsetzung auf Dorfebene zu verfolgen und die Umsetzung zu beurteilen. Trainings dazu finden derzeit in den Distrikten Kilosa, Bahi, Gairo, Geita, Chunya and Same statt. In vielen Fällen wurden bereits Veruntreuungen und schlampige Arbeiten aufgedeckt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen.

CCT Portal / Press Releases 10.,13.04.; 30.05.; 08.,10.06.; 05.08.; 13.,15.08.; 10.,15.12.15