Reaktion auf Gabe von Medikamenten gegen Bilharzia- und Eingeweidewürmer - 01/2006

Aus Tansania Information
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Berichten aus den Regionen Dar-es-Salaam und Tabora zufolge wurden 50 Schulkinder bewusstlos, nachdem man ihnen Medikamente gegen Bilharzia- und Eingeweidewürmer gegeben hatte.

In einer Dar-es-Salaamer Schule bekamen sie Probleme beim Atmen, Muskelkrämpfe, ein geschwollenes Gesicht, einige wurden bewusstlos. Die Medikamente wurden von eigens dafür ausgebildeten Lehrkräften verabreicht. Eltern, die von den Problemen erfuhren, kamen in die betreffende Schule und drohten, die Lehrkräfte zu verprügeln. Die machten sich aus dem Staub. "Unser Schulleiter wurde von Eltern beläs-tigt, ehe sie ihn zur Polizeistation schleppten", berichtete ein Schüler. "Wir hätten vor der Einnahme eine kräftige Mahlzeit haben sollen. Aber die Lehrer gaben uns nur Maisbrei." Für Holzkohle hätten sie 50/- TSh, für den Brei 100/- TSh bezahlen sollen.

Der Guardian besuchte zwei Dar-es-Salaamer Primarschulen. Sie waren fast leer. Viele Kinder blieben fern, weil ihre Eltern fürchten, man werde ihnen die umstrittenen Medikamente geben. Erst wenn die Regierung die Verabreichung derselben einstelle, würden sie ihre Kinder wieder in die Schule schicken, beteuern sie. Man werde gegen die Regierung Klage führen, falls sie darauf bestehe, die Medikamente ohne Zustimmung der Eltern zu verabreichen.

Nur drei Tage nach den Vorfällen in Dar liefen in der Stadt Geita (Mwanza-Distrikt) 900 Schulkinder schreiend davon. Sie hatten sich zum Appell angestellt und sollten über die Einnahme von Medikamenten gegen Bilharzia- und Eingeweidewürmer als Vorbeugemaßnahme unterrichtet werden. Vergeblich versuchten die Eltern, die Kinder zu beruhigen.

Laut Gesundheitsministerium sind die im Augenblick in den Primarschulen verteilten Medikamente gegen Bilharzia- und Eingeweidewürmer nicht gefährlich. "Wir wissen nichts von schwerwiegenden Nebenwirkungen, beobachteten nur kleinere Komplikationen und behandelten sie", sagte der für Vorbeugemedizin Zuständige. Man werde mit der Verabreichung in zehn Regionen fortfahren. Tansania sei eines der Länder, die am stärksten von Bilharzia und Eingeweidewürmern heimgesucht würden. Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums er-klärten, die Probleme seien darauf zurückzuführen, dass man den Kindern die Medikamente gegeben habe, ehe sie ausreichend Nahrung zu sich genommen hätten. (Guardian 25./29.11./2.12.05; Nipashe 2.12.05)