Produktion und Vermarktung von Honig und Bienenwachs - 03/2013

Aus Tansania Information
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Situation, Förderung

Tansania ist der zwölftgrößte Honigproduzent der Erde, der zweitgrößte Afrikas. Es könnte sehr von der Bienenzucht profitieren, wenn mehr investiert würde.

In vielen Ländern sterben Bienenvölker. Tansania ist nicht gefährdet.

Die Regierung berät die Imker; nahezu jeder Distrikt hat einen Beauftragten für Imkerei, der beraten kann.

Das Ministerium für Naturschätze und Tourismus betreibt ein Institut für Bienenzucht, das Diplome und Zertifikate verleiht. (DN 9.12.12; Citizen 4.7.12)

Verarbeitungswerk, Produktionsmethoden, Abnehmer

Pro Jahr werden durch die Produktion von Honig und Bienenwachs schätzungsweise 1,7 Mio. US$ erwirtschaftet. 2 Mio. der ländlichen Bevölkerung finden hier Arbeit.

Im Korogwe-Distrikt (Tanga-Region) wurde eine Fabrik für die Aufbereitung des Honigs errichtet. Bei der Einweihung überreichte Chiku Galawa, Regional Commissioner, 210 Imkern, die die Ausbildung durch die Imkerabteilung des Distrikts abgeschlossen hatten, ihr Zeugnis.

Der District Commissioner betonte, die Honig-Produktion verhelfe den rings um die Wald-Schutzgebiete lebenden Dorfbewohnern zu Arbeitsstellen, sodass sie keine Bäume mehr fällen, der Umwelt nicht mehr schaden. Die Imkerei sei eine der sozialwirtschaftlichen Aktivitäten, die umweltfreundlich sind.

Die Imker lernten, Bienenstöcke aus Lehm zu verwenden - wie in Sambia. Das bringt einen höheren Ertrag und ist umweltfreundlich.

Der Leiter einer Umweltschutzgruppe sagte, Regierung und Interessenvertreter müssten Dorfstraßen und Infrastruktur des Korogwe-Distrikt verbessern, um den Transport von Honig und Wachs zu ermöglichen.

99 % der Imkereiprodukte werden auf traditionelle Art gewonnen; 95 % aller Bienenstöcke sind traditionelle aus Baumstämmen, Baumrinde oder Schilf; auch Töpfe und Flaschenkürbisse werden verwendet.

Tansanias mehr als 30 Mio. ha Wald sind ideal für die Entwicklung der Imkerei. Aber auch Sonnenblumen, Bohnen, Kaffee, Kokospalmen und Sisal liefern den Bienen Nahrung.

1991 erreichte Tansania im Test der Organic Honey Großbritanniens 100 %.

Wichtige Abnehmer von Honig sind die USA, Deutschland, die Niederlande, die Vereinigten Emirate, Oman und Kenia. Bienenwachs imporiteren vor allem Japan, die USA und Länder der EU. (Guardian 8./10.11.12)

Förderung

In Zusammenarbeit mit Tradecraft United Kingdom will Honey Care Tanzania (HCT) im Rufiji-Distrikt (Küsten-Region) ein großes Projekt starten, von dem mehr als 100 Imker profitieren können. HCT wird den in den USA und Europa weit verbreiteten Bestäubungsdienst einführen. Um den Ertrag zu steigern, stellen die Imker ihre Bienenstöcke in einen Obstgarten.

HCT startete 2004; im Augenblick arbeitet die Organisation mit 1.800 Imkern zusammen - 10 % sind Frauen - und betreibt in fünf Regionen zehn Sammelzentren. 2009 exportierte die Firma 140 t Honig und 60 t Wachs in die USA und die Türkei, nach Deutschland, Italien und Spanien. Der tansanische Honig ist biologisch und gehört zu den besten der Erde.

Ein großer Teil des Wachses wird exportiert; manchmal verdirbt es, weil es an der Aufbereitungstechnik fehlt. In den 1960er Jahren und Anfang der 70er Jahre war Tansania führend im Export von Wachs. Es könnte das wieder werden. (Guardian 5.12.12)

Zu Produktion von Honig und Bienenwachs

Der Regional Commissioner (RC) der Katavi-Region sagte, man plane, in den Regionen am Tanganjikasee, Katavi, Kigoma und Rukwa, moderne Imkerei einzuführen, denn sie benötige sehr wenig Arbeitskapital. Trotzdem sei der Profit groß. Seit in Kibaha (Küstenregion) ein modernes Werk für Honig-Verarbeitung gegründet wurde, gebe es einen zuverlässigen Markt. Der RC ermutigte zur Verwendung moderner Bienenstöcke, die die Produktion großer Mengen Honig ermögliche - im Gegensatz zu den traditionellen ausgehöhlten Baumstämmen. “In unserer Region gibt es 8.234 Imker und 97.640 Bienenstöcke. In Europa, den USA und anderen Ländern ist Honig aus dem Ausland sehr gefragt, betonte er. Premierminister Pinda sagte, in Tansania könnten pro Jahr 138.000 t Honig und 10.000 t Bienenwachs produziert werden, doch es seien nur 9.380 t Honig im Wert von 25mrd/- TSh und 600 t Wachs im Wert von 2,1mrd/ TSh; das seien lediglich 7 % der Kapazität. (DN 19.12.12/7.1.13; Citizen 4.7.12)==

Naturschutz und Honigproduktion

Die Fight against AIDS, Poverty and Environmental Conservation Organisation (FAAPECO), eine NGO, forstet in einem Dorf der Küsten-Region in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung 50 ha Mangrovenwald auf. Gleichzeitig stellt sie Bienenstöcke auf. Diese sollen die Bevölkerung von der Produktion von Holzkohle weg, zur Bienenzucht locken. Zu den bereits vorhandenen 24 traditionellen Bienenstöcken sollen 50 moderne kommen. Nahezu alle Mangrovenbäume waren der Köhlerei und dem Hausbau zum Opfer gefallen. (Guardian 13.2.13)

In den Dörfern rings um das Singita Grumeti Reserve (Mara-Region) wurden 350 Bienenstöcke verteilt. Für 1 l Honig werden dort 10.000/- TSh bezahlt; auch Hotelgäste kaufen den Honig gerne. Ein Zentrum bietet Sekundarschulabsolventen Umweltschutz-Wochenkurse an. Für den Unterricht hat es einen Bienenstock aus Holz und Glas.

Dieses Projekt hilft, dass Buschbrände vermieden werden, denn die Dorfbewohner wissen, dass dabei ihre Bienenstöcke gefährdet sind.

Auch der Premierminister ist Imker. Er bemühte sich sehr, das Honiggeschäft zu fördern; aber es bleibt noch viel zu tun, sagte der Minister für Naturschätze und Tourismus. (DN 16.2.13

Absatzprobleme und Ausbildung

Die Regierung renovierte das Tabora Honey College, um für die 30 Honig produzierenden Distrikte genug Berater zu haben. 2011 machten 23 Absolventen ihr Examen, für den Kurs 2012/13 wurden 63 Studierende aufgenommen. (Citizen 4.7.12)

Imker im östlichen Teil der Usambara-Berge (Korogwe-Distrikt, Tanga-Region) klagen, sie vermissten Informationen über den Honigmarkt. “Im letzten Jahr hatten wir die Idee, Bienen zu halten. Nachdem uns Fachleute ausgebildet hatten, haben wir mehrmals Honig geerntet. Das Hauptproblem ist, wo verkaufen wir ihn”, sagte der Verantwortliche einer Imker-Gruppe. Sie wird von einer Umweltschutzstiftung unterstützt. Im Augenblick hat sie 30 Bienenstöcke, 100 sind geplant.

Ein Imker sagte, der lokale Honig-Markt sei sehr klein. “Wir planen, die Produktion zu steigern, aber das können wir nicht, ohne sicher zu sein, dass es einen Mark gibt”, betonte er. Die Gruppe will die Verpackung verbessern, damit ihr Honig international bestehen kann. “Vorher bitten wir die zuständigen Stellen um Ausbildung, damit unser Honig vom Bureau of Standards zertifiziert wird”, sagte, der Vorsitzende der Gruppe.

In diesem Distrikt gibt es mehr als 40 Imker-Gruppen.

“Im kommenden Jahr führen wir ein neues Ausbildungsprogramm für die Verarbeitung des Bienenwachses durch, denn die Nachfrage nach diesem ist groß”, berichtete ein Verantwortlicher der Umweltschutzstiftung. (Guardian 26.12.12)