Probleme und Chancen genmanipulierter Organismen (GMOs) - 10/2007

Aus Tansania Information
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Um die ökologischen und sozialwirtschaftlichen Auswirkungen der GMOs einzudämmen, erarbeitetet die Regierung neue Leitlinien für die Kontrolle bei Einfuhr von GMO-Technologie, das sog. National Biosafety Framework (NBF). Der dem Amt des Vizepräsidenten (VPO) zugeordnete Umwelt-Direktor sagte, ohne vorherige Information oder ausdrückliche schriftliche Zustimmung des VPO werde niemand GMOs oder von diesen stammende Produkte importieren, Genmanipulation nutzen, GMOs freisetzen oder vermarkten. Nach Absprache mit den entsprechenden wissenschaftlichen Einrichtungen werde sein Amt Schritte unternehmen. Bisher hätten weder Einzelne noch Institutionen GMOs importiert. Man diskutiere lediglich, ob man die Genmanipulation hereinlassen solle oder nicht. Der Koordinator des NBF sagte, die Regierung könne die Genmanipulation nicht absolut verbieten, denn sie habe einige Vorteile, gute Einsatzmöglichkeiten, man denke an das Insulin. (DN 23.12.06)

Bei einer Arbeitstagung zur Durchführung des NBF sagte der dem VPO zugeordnete Umwelt-Direktor, man müsse über die GMOs informieren, denn immer mehr würden freigesetzt und gefährdeten die Gesundheit von Mensch und Tier. Die Öffentlichkeit müsse wissen, welchen GMOs Zulassung gewährt oder verweigert wurde. Obwohl GMOs weltweit zu einem wichtigen Umwelt- und Gesundheits-Thema werden, spreche man in Tansania nicht darüber. Es fehle an Geräten, die es ermöglichten, an allen Grenzübergängen das Eindringen von GMOs zu verhindern. (Guardian 22.5.07)

Staatsminister Mwinyi sagte, Politiker und Wissenschaftler seien verpflichtet, Regeln aufzustellen, die für sichere und umweltfreundliche Verwendung moderner Biotechnologie sorgen. Experten sollten die Regierung beraten bezüglich bestmöglicher Verwendung von GMOs ohne Gefährdung von Umwelt und Gesundheit von Mensch und Tier. Trotz aller Vorteile moderner Biotechnologie bestünden Bedenken. Für die Kontrolle von GMOs, die in afrikanischen Ländern ausgekippt werden, weil man sie in den Entstehungsländern ablehne, sei ein politisches Rahmenwerk für GMOs wichtig. (Guardian 25.5.07)

20 Forscher und Mitarbeiter unterschiedlicher Einrichtungen informierten sich bei einem zehntägigen Kurs in Theorie und Praxis über GMOs. Ein Umweltbeauftragter der Regierung sagte, die möglichen negativen Auswirkungen erfüllten mit Sorge. Deshalb müsse man angemessene Leitlinien und Regelungen für die Förderung eines sicheren Gebrauchs entwickeln. GMOs müssten von nicht genmanipulierten Organismen unterschieden werden können. Vor allem für Länder, die Lebensmittelhilfe erhalten, sei das wichtig. (Guardian 11.6.07)

Der Direktor der Kilimanjaro Native Cooperative Union (KNCU) warnte die Landwirte der Kilimanjaro-Region vor dem Einsatz genmanipulierten Kaffee- und Maissaatgutes. Statt diese übereilt von privaten Anbietern zu kaufen, sollten sie Rat von Fachleuten annehmen. (Citizen 27.7.07)

Das Tanzania Coffee Research Institute (TanCRI) widersprach der Behauptung, es beliefere die Landwirte mit GMO-Kaffee-Saatgut. In einer TanCRI-Erklärung heißt es, Tansania produziere kein GMO-Saatgut und plane nicht, dieses einzuführen. In zwei Zeitungen war zu lesen, "Präsident Kikwete der beste Verfechter von GMOs, oder handelt es sich um Kreuzungen?" Damit sei das Image Tansanias im weltweiten Kaffeehandel beschädigt worden, sagte Prof. Teri, ein TanCRI-Direktor. "Einige unserer Kaffeeimporteure äußerten sich besorgt, denn der Kaffeehandel akzeptiert keinen GMO-Kaffee", erklärte er. Seit den 40er Jahren führe man peinlich genau konventionelle Züchtungen durch. <Vergl. Tans.-Inf. 7/07 S. 3> (Citizen 15.8.07)