Präsident Barack Obama besuchte nach Senegal und Südafrika Tansania, 1./2.7.13 - 08/2013

Aus Tansania Information
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Programm

Zusammen mit seiner Gattin Michelle und seinen beiden Töchtern landete er am 1. Juli um 14.40 auf dem Flugplatz Dar-es-Salaams. Präsident Kikwete, seine Frau, traditionelle Tanzgruppen, 21 Salutschüsse, die Ehrengarde und eine Blaskapelle bereiteten den Obamas einen herzlichen Empfang. Dann fuhren sie durch, mit amerikanischen und tansanischen Fahnen und Plakaten mit Obamas Foto und dem Willkommensgruß ‘Präsident Barack Obama, KARIBU Tanzania’ geschmückte Straßen, auch durch die Ocean Road, nun Obama Avenue. Hunderte von Jugendlichen mit T-shirts und Tüchern mit Obamas Foto und unzählige Tansanier säumten die Straßen.

Anschließend trafen sich Kikwete und Obama zu Gesprächen. Danach sprach Obama mit Geschäftsleuten mehrerer afrikanischer Länder und den USA. Am Abend folgte ein Staatsbankett.

Die Regierung der USA hatte Tansania gebeten, Sara Obama, Barack Obamas Großmutter, die in Kenia lebt, einzuladen, damit sie während seines Besuches Teil seiner Familie sein könne. Sie ist die zweite Ehefrau von Barack Obamas Großvater väterlicherseits.

Mit Obama kam eine 700-köpfige, vor allem aus Geschäftsleuten bestehende Delegation.

Am Abend des 2. Juli verließen Obama und seine Familie Tansania. (DN 2.7.13; Citizen 1.7.13; Voice of America 1.7.13)

Ehrungen

In Anerkennung seiner herausragenden Leistungen für die Menschen erhielt Obama als fünfter Präsident den Ehrendoktortitel der Open University of Tanzania (OUT).

Die Ocean Road, eine wichtige Straße Dar-es-Salaams, beliebt bei VIPs, für Hochzeitszüge und Strandbummel, wird nun Barack Obama Avenue heißen. (DN 28.6.13; Guardian 28.6.13; Citizen 1.7.13)

Anmerkungen Obamas

Bei einer Pressekonferenz begrüßte Obama die Journalisten mit “Habari zenu.” Er sagte: “Dieser ist mein erster Besuch in Tansania; ich habe besondere Verbindungen zu diesem Land. Mein Vater stammt aus der Region Ostafrika.” Er war Kenianer, geboren in Kisumu. Obama berichtete: “Überall in Afrika sagte ich, wir praktizieren nun ein neues Model, das nicht nur auf Hilfe und Unterstützung basiert, sondern auf Handel und Partnerschaft.” Tansania sei bei größeren Entwicklungsinitiativen ein Partner der USA. Obama lobte Tansanias demokratischen Fortschritt. Er sagte: “Afrika sollte Afrika für die Afrikaner aufbauen. Die Afrikaner müssen ihren Teil übernehmen.”

Bei anderer Gelegenheit betonte Obama: “Ich glaube, der Zweck der Entwicklung sollte sein, die Fähigkeit zu entwickeln, anderen Ländern zu helfen, dass sie auf ihren eigenen Füßen stehen können. Statt dauernder Hilfe sollte man Investitionen und Wirtschaftswachstum befördern, sodass Unterstützung nicht mehr nötig ist. Einige erfolgreichere Länder könnten Geber statt Entwicklungshilfeempfänger werden.” (Citizen 1.7.13; Deutsche Welle 2.7.13; US Department of State 2.7.13)

Projekte

Obama unterzeichnete eine Verordnung für finanzielle Unterstützung des Kampfes gegen Wilderei und Handel mit Wildtieren.

Am 1. Juli startete Obama “Trade Africa”, eine Handelspartnerschaft zwischen den USA und Afrika südlich der Sahara. Vor Geschäftsleuten sagte er, die USA stecke sich selbst und Ostafrika bestimmte Ziele. Im Rahmen der African Growth and Opportunity Act (AGOA) erstrebe man Steigerung des Exports von Ostafrika in die USA um 40%.

Tansania erhielt 800 Mio. US$ für die Durchführung des Millenium Development Goal Programme. Damit werden Wasserversorgungs-, Stra-ßenbau- und Bildungs-Projekte finanziert.

Der Botschafter der USA sagte, es gehe um Investitionen, Wirtschaftswachstum und um Stärkung der demokratischen Strukturen. Obama habe für seinen Besuch Tansania gewählt, weil es auf dem Kontinent ein Leuchtturm des Friedens sei und ein wichtiges Investitionsziel. Im letzten Jahr habe seine Regierung Projekte mit 750 Mio. US$ unterstützt.

Obama lobte Kikwete und seine Regierung für die effektiven wirtschaftlichen und politischen Reformen.

Er weihte ein großes Stromprojekt ein und besuchte das unabhängige Elektrizitätswerk der in den USA beheimateten Firma Symbion.

Im Rahmen der Power Africa Initiative (PAI) soll Afrikas schwächelnde Stromversorgung 7 Mrd. US$-erhalten, die Stromversorgung Tansanias und anderer Länder Afrikas verdoppelt werden. Obama sagte, man erwarte, der private Sektor werde 9 Mrd. US$ beitragen. Er favorisiert PPP (public-private partnership). (DN 28.6./2./3.7.13; Guardian 14.5./ 28.6./2.7.13; Citizen 13./29.6./ 2.7.13; E. A. Business Week 8.7.13; United States Department of State 1.7.13; Voice of America 1.7.13)

Sicherheit

Für alle Sicherheitsvorkehrungen waren Beamte der USA zuständig. Für das Hotel, in dem die Gäste schliefen, war Sicherheitsglas geliefert worden. Alle Zugänge zu den Hotels, mit Detektoren versehen, wurden von bewaffneten Sicherheitsbeamten bewacht. Den Tansaniern war geraten worden, während des gesamten Besuchs zu Hause zu bleiben. Straßenhändler und Hausierer, Bettler und Straßenkinder wurden ferngehalten, illegale Kioske entfernt. Mehrere Straßen wurden vorübergehend gesperrt. (Guardian 1.7.13; Citizen 25,/29.6.13; East African Buiness Week 1.7.13

In Memoriam

Zusammen mit George W. Bush, seinem Vorgänger, legte Obama an einem Denkmal bei der Botschaft der USA einen Kranz nieder; dort waren am 7.8.1998 bei einem al-Qaida-Angriff elf Tansanier getötet und 85 Amerikaner und Tansanier verletzt worden.

Michelle Obama besuchte das Denkmal nach einer Teestunde mit Salma Kikwete und erlebte den Auftritt der Gruppe Baba wa Watoto; zu ihr gehören arme Jungen und Mädchen zwischen 5 und 18 Jahren. (DN 3.7.13; Guardian 2./3.7.13; Citizen 24.6./2.7.13; Voice of America 1.7.13; US Department of State 2.7.13; Deutsche Welle 2.7.13

Kommentare

Eine Dar-es-Salaamerin sagte, Obamas Besuch bedeute eine Anerkennung Tansanias. “Wir sollten stolz darauf sein, denn er hätte andere Länder besuchen können.”

Ein Journalist schrieb, einer der Gründe für Obamas Besuch in Tansania seien Tansanias Ressourcen und das Bestreben, Chinas Fortschritten in Afrika entgegenzutreten. Der Botschafter der USA betonte, die USA seien keineswegs beunruhigt wegen der zunehmenden Präsenz Chinas in Afrika.

Eine Frau fragte, warum Obama mit viel mehr Pomp begrüßt worden sei als XI, Chinas Präsident.

Die Geschäftswelt, vor allem der private Sektor, lobten Obamas Besuch. PAI und AGOA seien Katalysatoren für die Entwicklung. Man sei froh, dass Obama die Programme für die Verbesserung der Stromversorgung sehr betonte. (DN .13; Guardian 2.7.13; Citizen 21.5./13.6./7.7.13)