Olympische Fackel in Dar-es-Salaam - 05/2008

Aus Tansania Information
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Am 13. April fand der Fackellauf in Dar-es-Salaam statt. Vorsorglich hatten die Organisatoren entlang der Strecke vom TAZARA-Bahnhof bis zum National Stadium Sicherheitskräfte positioniert. Der ursprünglich geplante 25 km lange Lauf war wegen anhaltender Niederschläge, überfluteter Teilstrecken auf 5 km reduziert worden.

Tausende mit tansanischen und chinesischen Fähnchen winkende Menschen begleiteten die Fackel. Sie riefen "Tansania ist ein friedliches Land!" und "Tansania, Frieden und Liebe!"

Dar-es-Salaams Bürgermeister sagte: "Ich danke den Einwohnern Dar-es-Salaams, dass sie sich weigerten, sich auf etwas zu stürzen, das sie nichts angeht. Es ehrt uns, dass wir die Fackel friedlich begrüßen. Tansanias Wahrzeichen ist der Friede. Auch deshalb heißt es die Fackel willkommen."

Anna Tibaijuka, UN Under Secretary-General und Executive Director of UN Habitat, hielt als Letzte die Fackel. "Dies ist ein großer Augenblick für uns, denn wir vertreten ganz Afrika", sagte sie. Die Ankunft der Fackel sei ein neuer Meilenstein für die Stärkung der Einigkeit zwischen unterschiedlichen Religionen, Ethnien, politischen Auffassungen, Dialekten und Kulturen. Dieser war für Tansania der erste Fackellauf.

Bei der Ankunft im National Stadium aber wurde die Fa-ckel von Plakaten der Tanzania Consumer Advocacy begrüßt, auf denen zu lesen war. "Wir Verbraucher Tansanias wollen keine gefälschten Waren auf unserem Markt" und "Wir unterstützen die Olympischen Spiele in China, aber keine gefälschten Waren." <Siehe Tans.-Inf. 12. S. 3>

Um auf den Fackellauf aufmerksam zu machen, führte die Coca-Cola Company, eine der Sponsoren, an einer Sekundarschule Dar-es-Salaams eine Baumpflanzaktion durch. (DN 14.4.08; Citizen 14.4.08)

Die Kenianerin Laureate Wangari Maathai, Trägerin des Nobelpreises für Frieden, hatte ihre Teilnahme mit großem Bedauern abgesagt, denn sie fürchte, die Olympiade werde die Menschen mehr trennen als einigen. "Einige Umweltinitiativen Chinas, die dem Geiste einer "Grünen Olympiade" entsprechen sollten, wie das Pflanzen von Bäumen, die Reduzierung der Umweltverschmutzung, sind anzuerkennen." Aber die Welt sehe auf die politischen und humanitären Krisen in Darfur, Tibet und Burma.

Tansania schenkte diesem Aufruf keinerlei Beachtung. Anna Tibaijuka reagierte mit der Bemerkung, bei der Fackel gehe es um die Olympischen Spiele, nicht um chinesische Politik. (DN 12.4.08; Nation (Nairobi) 12.4.08; The East African 21.4.08)

Bei seinem Besuch in China sagte Präsident Kikwete, das tansanische Volk schätze die Freundschaft mit dem chinesischen. Die Tansanier freuten sich, dass der Olympische Fackellauf durch ihr Land führe. Die Regierung Chinas lobte die Regierung Tansanias und sein Volk für die Kooperation während des Fackellaufes. (DN 15.4.08)

Kommentar: Tansania ist das einzige Land in Afrika, das für den Fackellauf ausgewählt wurde. Das ist eine große Ehre für ein Land, das bei den olympischen Spielen noch nicht viel leistete. Dar-es-Salaam heißt Hafen des Friedens. Vielleicht wurde es genau deshalb gewählt. Denn die Botschaft der Olympischen Spiele ist, der Welt Frieden zu bringen. Aber Tansania sollte den Frieden nicht für etwas Selbstverständliches halten. Es gibt hier und dort Konfrontationen, z. B. zwischen zwei Klans in der Mara-Region, zwischen den Maasai-Hirten und den Landwirten in der Morogoro-Region, zwischen der CCM und der CUF. (Citizen 14.4.08)