Muslimische Nachrichten - 12/2006

Aus Tansania Information
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Sechs Bakwata-Verantwortungsträger entlassen

Mufti Shaaban Bin Simba entließ sechs Mitglieder des Bakwata-Exekutivrates. Man vermutet, sie seien in Bestechungsskandale verwi-ckelt, hätten Bakwata-Gelder veruntreut, den Verlust von 50 t Datteln verschuldet. Sie sollten in verschiedenen Regionen verteilt werden. Die Männer müssen demnächst vor Gericht erscheinen. (Guardian 15.11.06)

Zur Hizb ut Tahir

Der Polizeikommandant der Region Sansibar Stadt sagte, Hizb ut Tahir, eine in einigen Ländern verbotene Gruppe, die sich der Vereinigung aller Muslime zu einem pan-islamischen Staat verschrieben habe, sei auf den Inseln aufgetaucht. Nachts habe sie an Läden und Marktplätzen Plakate aufgehängt mit der Botschaft 'The Solution is Khaliffa', ein Kalifat, das von einer einzigen islamischen Führungspersönlichkeit geleitet wird. "Wir wussten von der Existenz dieser Gruppe, aber zum ersten Mal erleben wir, dass sie Flugblätter herstellt, dass sie an die Öffentlichkeit tritt. Ihre Aktivitäten werden untersucht", erklärte er. Hizb ut Tahir ist eine 1953 gegründete weltweit agierende Partei. Man nimmt an, die meisten ihrer Anhänger seien im Untergrund, seit sie in mehreren arabischen Ländern verboten wurde, Ägypten, Syrien und Russland eingeschlossen. "Wir sind Teil der internationalen Allianz und glauben, die Muslime sollten von einem Kalifat geführt werden", sagte ein Mitglied der Gruppe, Besitzer eines kleinen Ladens für Handy-Zusatzgeräte im Zentrum der Stadt Sansibar. "Demokratie ist die Methode der Ungläubigen und wir wollen nicht, dass sie der islamischen Gesellschaft aufgezwungen wird." Man sei nicht für Gewalt. "Wir wollen die friedliche Verwandlung eines säkularen in einen islamischen Staat." Der Kalif gilt als Nachfolger des Propheten Mohammed. Die Türkei schaffte das Kalifat 1924 ab.

Amani Abeid Karume, Präsident von Sansibar, reagierte auf das Erscheinen der Hizb ut Tahir mit der Warnung, die Sansibaris sollten sich fern halten von Menschen, die religiöse Gefühle anstachelten, denn sie gefährdeten Frieden, Einheit und Sicherheit.

Auch ein Sprecher der CUF; der einflussreichsten Oppositionspartei, distanzierte sich von der Hizb ut Tahir. Er gab jedoch zu bedenken: "Die Demokratie gelingt in Sansibar nicht. Was erwartet ihr anderes als Gruppen, die ihrem Ärger Luft machen wollen?" (Guardian 2./4.11.06)

Präsident Karume zum Beitritt zur OIC

Der Präsident von Sansibar, Amani Abeid Karume, sagte bei einer Pressekonferenz, für Sansibar sei es lebenswichtig, der Organization of Islamic Countries (OIC) beizutreten, und zwar als Teil der Vereinigten Republik, nicht als Staat, das wäre weise. Im Außenministerium arbeiteten Fachleute noch immer an dieser Frage. Die OIC-Mitgliedschaft wäre für die Inseln sehr vorteilhaft.

Vor einigen Jahren hatten bestimmte Kreise der Einwohner des Festlands auf die Bestrebung Sansibars, der OIC beizutreten, mit dem Hinweis reagiert, laut Verfassung sei Tansania ein säkularer Staat, könne deshalb als Staat keiner regionalen religiös definierten Gruppierung beitreten. Schließlich lehnte die Regierung unter Ali Hassan Mwinyi den Antrag ab. <Siehe Tans.-Inf. 3/93 S. 4; 4/93 S. 2; 10/93 S. 1; 12/94 S. 1; 3/95 S. 2> (Guardian 4.11.06)

Internationale Tagung

Das Network of African Isalmic Faith-based Organizations hielt in der Stadt Sansibar eine fünftägige Konferenz. Geistliche aus 25 Ländern Afrikas nahmen teil. Es ging um die muslimische Sicht in Bezug auf HIV/AIDS, Gewalt zwischen Männern und Frauen, soziale und Entwicklungsprobleme. Das Netzwerk wurde 2005 mit Unterstützung Kofi Annans gegründet. (IRIN 14.11.06)