Muslimische Nachrichten - 11/2007

Aus Tansania Information
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Gemeinsames Essen mit Christen

Der Bischof der Kirche der Naioth Gospel Assembly beglückwünschte die Scheichs des Dar-es-Salaamer Stadtteilts Temeke. Bei dem Friedensessen mit den Bischöfen der Pfingstkirchen hätten sie mehr Eigenständigkeit und Klugheit bewiesen als manche Pfarrer. Als sie diese gemeinsame Mahlzeit vorbereiteten, sei es den Bischöfen vor allem um die Überwindung der zwischen Christen und Muslimen bestehenden Unterschiede gegangen. "Diese Scheichs erklärten uns, Muslime, die den Christen Probleme machen, seien solche, die den heiligen Koran nicht kennen. Alle, die den Koran richtig verstehen, könnten den Christen keine Schwierigkeiten machen", berichtete der Bischof. Für einige kranke Scheichs sei dort gebetet worden und sie seien geheilt worden. 40 Scheichs nahmen an dem Essen teil; der jüngste von ihnen war 40 Jahre alt. (Msema Kweli 12.8.07)

Lehrer wegen Beleidigung Mohammeds entlassen

Der Stellvertretende Erziehungsminister ließ den Leiter einer Sekundarschule von Tanga entlassen, denn im Unterricht habe er den Propheten der Muslime beleidigt. Die Christen meinen, dem Lehrer werde übel mitgespielt. Die Muslime dagegen glauben, seine Strafe sei zu gering. Mehrere Bischöfe verurteilten das Vorgehen der Regierung, denn es zeige deutlich, dass eine Gruppe bevorzugt wird. Einer sagte, er sei verwundert, wisse er doch, dass die Regierung keine Religion hat. Wie kommt es, dass sie sich in religiöse Dinge einmischt? "Wiederholt beleidigten Muslime die Bibel und Jesus. Aber die Regierung unternahm nichts." (Msema Kweli 19.8.07)

Ramadan

Während des Ramadan dürfen Muslime, Kinder, Alte und Kranke ausgenommen, vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang weder essen noch trinken. Merkwürdigerweise werden Lebensmittel in dieser Zeit aber teurer. 1 kg Reis kostete in Dar statt 800/- TSh 1.200 TSh, eine Apfelsine doppelt so viel wie sonst, ebenso Kartoffeln, Bohnen, Tomaten, Knoblauch u. a. Nur ein Wasserflaschen-Verkäufer klagte: "Fast alle meine Kunden fasten." Mufti Simba ermahnte die Händler, sie sollten die Lebensmittelpreise nicht in die Höhe schießen lassen.

Die Botschaft der Vereinigten Emirate (UAE) bot an, jeden Tag 500 Muslime, die während des Ramadan fasten, mit einem Festessen zu bewirten. Das Hotel The Chef Ltd. wurde beauftragt, die Speisen aus heimischen Produkten zuzubereiten und ausgesuchten Moscheen zuzustellen. In diesem Jahr fange man in Dar-es-Salaam an, werde in den kommenden Jahren aber auch andere Regionen bedenken, sagte ein Vertreter der Botschaft. Ein Repräsentant des Tansanischen Muslimrates (Bakwata) dankte der UAE-Botschaft. Man werde mit ihr zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Gaben den intendierten Leuten zugute komme. Der BAKWATA erhielt 50 t Datteln. 20 t wurden Sansibar zugeteilt, 30 t bekam Tansania Festland.

Vodacom spendete 170 Waisen zum Fastenbrechen Kleidung, Schulbücher, Matratzen, Lebensmittel und acht Ziegen, Vodacom-Mitarbeiter schenkten Waisen in fünf Waisenhäusern Lebensmittel und anderes, denn Idd ist ein besonderer Tag für Kinder. Sie bekommen von ihren Eltern Geschenke. "Wir hoffen, die Kinder merken, dass es Leute gibt, die sich um sie kümmern", sagte ein Vodacom-Direktor.

Für Tansania-Festland fand die zentrale Feier zum Ende der Fastenzeit in Lindi statt. Ehrengast war Vizepräsident Shein.

Zu einem Frühstück zum Ende der Fastenzeit lud Präsident Kikwete Botschafter u. a. führende Leute ein. Dabei sagte er voll Zuversicht, die Tansanier würden weiterhin ungeachtet ihrer Religionszugehörigkeit zusammenarbeiten, genau wie während des Ramadan.

In Sansibar nahmen Präsident Karume, Chief Minister Nahodha, sein Stellvertreter und der Mufti von Sansibar nach dem Id Gebet an der Id Versammlung teil.

Der Generalsekretär der Oppositionspartei CUF folgte der Einladung nicht, weil nur er alleine eingeladen worden sei. Die CUF organisierte ihre eigene Id Versammlung und lud herzlich dazu ein.

Im ganzen Land kamen die Menschen zum Morgengebet, vor allem Frauen und Kinder festlich gekleidet. Aus vielen Häusern duftete es nach Pilau. (DN 15.9./13./14.10.07; Guardian 14.9./12./13./ 14.10.07; Citizen 15.9.07; Nipashe 14.9.07)

Zur Hadsch

Den Anweisungen der Regierung der UAE entsprechend beauftragte der Bakwata eine speziell hierfür eingerichtete Dachorganisation mit den Vorbereitungen für Muslime, die die Pilgerreise (Hadsch) nach Saudi Arabien machen wollen. Früher gab es dafür unterschiedliche Agenturen, was problematisch war. Die Regierung, auch die von Sansibar, ko-operierte mit der Dachorganisation, erklärte der Oberste Scheich. Der Bakwata will heuer etwa 2.000 Muslime zur Hadsch schicken. Für Reise, Unterbringung, Verpflegung, Kleidung und Krankenversicherung müssen sie für 23 Tage 2.650 US$ bezahlen. Vor der Abreise nehmen alle an einem Orientierungskurs teil. 2006 machten 1.640 Tansanier die Hadsch. 1968 als der Bakwata erstmalig zur Hadsch aufrief, waren es nur 150. Insgesamt machten bisher ca. 18.000 Tansanier die Hadsch. (DN 1.9.07; Guardian 16.7.07)

Zu muslimischem Religionsunterricht

Das Islamic Education Panel versucht, die Regierung für die Aufnahme muslimischen Unterrichts ins landesweite Erziehungssystem zu gewinnen. Im Augenblick wird dieses Fach nur in einigen Sekundar- und Hochschulen unterrichtet. Die Zahl derer, die eine Prüfung im muslimischen Wissen machten, stieg von 1.316 im Vorjahr auf 1.951. (Guardian 7.9.07)

Kadi-Gericht

Der Bakwata forderte erneuert ein Kadi-Gericht für Tansania-Festland. Er soll in Fragen persönlichen muslimischen Rechts, Ehe, Scheidung und Erbschaft, entscheiden. Das Fehlen eines Kadi-Gerichts beeinträchtige das Wohlergehen der Muslime von Tansania-Festland. Das Eherecht vertrüge sich in Scheidungs-Angelegenheiten nicht mit muslimischer Praxis. (DN 14.10.07)