Menschen mit Albinismus - 07/2012

Aus Tansania Information
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Zahlen

Laut Berichten der Organisation Under the Same Sun== ==(UTSS) und der Polizei wurden 78 Menschen mit Albinismus getötet. 28 wurden angegriffen, die meisten zu Krüppeln gemacht; aber sie überlebten, Es heißt, Hunderte seien verstümmelt, viele psychisch verstört worden.

Ein UTSS-Mitarbeiter drängt das Statistikamt, bei der diesjährigen Volkszählung die Zahl der Menschen mit Albinismus festzustellen, damit das Problem angegangen werden könne.

Der Regional Commissioner der Kagera-Region drängt die Albinos der Region, sicherzustellen, dass sie bei der Volkszählung erfasst werden. Nur wenn die Regierung die genaue Zahl kenne, könne sie für die nötigen Dienste sorgen.

Viele Schuldige wurden verhaftet, doch nur zehn verhört, lediglich acht verurteilt; die anderen sitzen noch in Untersuchungshaft. (DN 14./24.6.12; Guardian 25.6.12)

Kampagne

Bei der Eröffnung der ersten Nationwide Albininism Welfare Campaign in Dar-es-Salaam, 'Nifahamu', sagte der Vorsitzende des Barwana Albinism Development Trust Fund (BADEF), selbst Albino, das Ziel sei, der Bevölkerung die Probleme der Albinos bewusst zu machen und sie zur Teilnahme an der Sammelaktion der Kampagne zu ermuntern. Die Öffentlichkeit solle die Albinos akzeptieren und den Glauben an Zauberei und deren Praktiken verurteilen, betonte er. (DN 19.12.11)

Stigmatisierung

Die Generalsekretärin der Tanzania Albino Society (TAS) kritisierte, dass die Menschen mit Albinismus oft 'Watu wenye ulemavu wa ngozi' (Leute mit Behinderung der Haut) genannt werden. Auch unsere Augen und Haare sind betroffen", betonte sie. Albinos benötigten Hüte und Sonnenbrillen.

Die Albinos leiden unter Stigmatisierung. Die Kinder werden von ihren Eltern versteckt. Viele bekommen keine Chance, die Schule zu besuchen. (DN 13.5.12)

Schutz gefordert

Der Vorsitzende der Albinos in der Morogoro-Region sagte, von Dorf- bis Regionsebene müsse die Regierung das Leben der Albinos schützen. Die Eltern sollten mit der Regierung kooperieren, und Menschen, bei denen sie schlimme Absichten den Kindern gegenüber vermuten, anzeigen. Manche wagten das nicht. Die Regierung sollte mit Hilfe ihrer Verteidigungs- und Sicherheitsorgane zusammen mit der Bevölkerung die Bedrohung durch Menschen, die mit Körperteilen ihrer Mitmenschen Handel treiben, beenden. Eltern und Erziehungsberechtigte sollten ihre Albino-Kinder registrieren, ihre Anschrift angeben, damit die Gesellschaft sich um deren Sicherheit kümmern könne. (Guardian 3.1.12)

Hautkrebs

Die Nichtregierungsorganisation BADEF organisierte einen Wohltätigkeitsmarsch, um 500m/- TSh für die Hautkrebs-Informationsaktion zu sammeln und Erkrankte zu unterstützen. Albinos sollen lernen, wie man Hautkrebs schon im ersten Stadium erkennen kann. wenn er leicht behandelbar ist. Das Bildungsministerium solle den Lehrkräften eine Sonderausbildung ermöglichen, damit sie bei den Schulkindern Hautkrebs diagnostizieren können. (Citizen 19.3.12)

Im Mai 2011 startete die Organisation Stiefel die Kampagne 'Hüte für gesunde Haut'. Eine tansanische Firma, in der auch Albinos angestellt sind, produzierte die stabilen, breitrandigen Hüte. Sie schützen Gesicht, Hals und Ohren.

Hilfreich sind auch Sonnenschutzcremes und langärmelige Kleidung. Stiefel will Mittel für 15.000 Hüte sammeln. Im Rahmen einer weltweiten Kampagne wurden in Tansania bereits 2.000 Hüte verteilt.

Ärzte berichten, in Tansania zeigen 100 % der Albinos in den ersten zehn Lebensjahren Zeichen von Hautschäden. Im Alter von 20-30 Jahren hat die Hälfte der Albinos Hautkrebs in fortgeschrittenem Zustand. Die meisten sterben vor Vollendung des 40. Lebensjahres. (DN 29.3.12)

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 7. Tanzania Albino Day spendete die Azania Bank Ltd. der Albino Society of Tanzania (AST) Hautlotion im Wert von 3m/- TSh für Menschen, die sich diese nicht leisten können. (DN 4.5.12)

UTSS und das Regional Dermatological Training Centre (RDTC) des Kilimanjaro Christian Medical Centre (KCMC) unterzeichneten einen Vertrag in dessen Rahmen UTSS den Bau einer umfassenden Versorgungseinrichtung für Albinos auf dem Gelände des KCMC unterstützen wird. Nun kann man davon ausgehen, dass in Tansania in absehbarer Zeit Sonnencreme für Albinos hergestellt wird.

Es soll auch eine Schneiderwerkstatt geben, in der Frauen mit Albinismus entsprechende Hüte und Kleidung herstellen. (Guardian 9.5.12; East African Business Week 28.5.12)

Morde aufgrund von Aberglauben

In Tansania und Burundi wurden seit 2007 sehr viele Albinos infolge abergläubischer Überzeugungen ermordet. Ihre Körperteile würden für je 2.000 US$ verkauft, berichtet The Telegaph.

Ein Regierungsmitglied sagte, dank des Kampfes der Regierung gegen dieses Verbrechen, sei die Zahl der Morde an Albinos sehr zurückgegangen. (DN 29.3./16.6.12; Guardian 19.4.12)

Eine Direktorin der in Dar-es-Salaam beheimateten Nichtregierungsorganisation Under The Same Sun (UTSS) zeigte Schülern und Schülerinnen mehrerer Sekundarschulen den Film 'White and Black: Crimes of Colour'. Er zeigt die Ermordung einiger Albinos.

Diese Menschen würden noch immer bedroht, betonte, sie, obwohl die Zahl der Ermordungen dank Regierungsbemühung, Aufklärung der Öffentlichkeit und Verurteilung Schuldiger durch unterschiedliche Gerichte zurückgegangen sei.

Der Film wurde 2009 in den Regionen am Viktoriasee gedreht, als dort zwei Jahre lang jeden Monat 2-3 Albinos ermordet wurden. Er soll im Mai und Juni 2012 in seiner swahilisprachigen Version in Primarschulen gezeigt werden. Vorher wird ein kurzes Seminar über Albinismus stattfinden, anschließend eine von UTSS organisierte Diskussion. (Guardian 2.5.12)

Der Handel mit Körperteilen von Albinos wird immer mehr zu einem grenzüberschreitenden Geschäft. Er sei keine tansanische Angelegenheit, betonte Peter Ash, UTSS-Gründer. Er berichtete, es gebe Hinweise darauf, dass es bei einem dreijähriger Albino-Jungen, der beim Flug von Tansania nach Burkina Faso keinerlei Reisedokumente hatte, um Menschenhandel gehe. Er war in Begleitung von drei Afrikanern mit französischem Akzent auf dem Flug von Tansania nach Ougadougou. Ein Kollege Peter Ashs beobachtete den Vorfall in Kenia. Die Flugbegleiter verhandelten mit den Männern, erlaubten ihnen endlich die Reise fortzusetzen. Ash e-mailte und telefonierte die ganze Nacht, um herauszufinden, wo sich das Kind aufhält. "Es fehlt total an Interesse", klagt er und drängt Interpol und die tansanische und die kenianische Polizei, zusammenzuarbeiten. (Guardian 22.5.12)

Im Arumeru-Distrikt (Arusha-Region) wurde ein etwa 30 Jahre alter Mann mit Albinismus entdeckt. Er war mehrere Tage vorher ermordet worden. Beide Arme, Ohren, Gesichtshaut, Geschlechtsteile, Zunge, der vordere Teil des Halses und Haare waren abgeschnitten worden. In diesem Gebiet kannte man derartige Vorfälle noch nicht. Es wird vermutete, die Täter könnten Bergleute aus den etwa 40 km entfernten Tansanit-Minen von Mererani sein. (DN 14.6.12)

In Dar-es-Salaam verhaftete die Polizei einen Barbesitzer, in dessen Toilette der Kopf eines Albinos gefunden worden war. (Guardian 25.6.12)

Auszeichnung

Peter Ash prämierte 20 Schüler und Schülerinnen, die ihre Abschlussprüfungen bestanden hatten. (Guardian 21.5.12)