Kultur: Nationaltracht, Kunst, Kunstgewerbe - 08/2010

Aus Tansania Information
Wechseln zu: Navigation, Suche

Zur Nationaltracht

Das Oppositionslager des Parlaments drängte die Regierung, den Prozess der Schaffung einer Nationaltracht zu beschleunigen. Er dauere schon sehr lange, ohne dass etwas geschehe. Die Schattenministerin für Information, Kultur und Sport betonte: „Gott hat dieses Land mit vielen unterschiedlichen Ethnien, Kulturen und vielem Anderen gesegnet. Warum haben wir noch keine Nationaltracht?“ Sie sei ein Symbol für Patriotismus. Im Finanzjahr 07/08 habe die Regierung berichtet, man komme gut voran, drei Modelle seien ausgewählt worden. Nigeria und Ghana seien Dank ihrer Nationaltrachten weltweit bekannt, sagte sie.

Das Oppositionslager meint, ein Volksentscheid sei nicht nötig. (Guardian 29.7.08)

Der Stellvertretende Minister für Information, Kultur und Sport sagte, das Kabinett sei dabei, einen Gesetzesentwurf zu prüfen; anschließend lege sie ihn dem Parlament vor. Bald werde Tansania offiziell eine Nationaltracht einführen. Das werde auch helfen, einen Kleidungskodex zu etablieren, der afrikanische Tradition, Normen und Kultur bewahrt. (DN 30.6.09; Guardian 30.6.09)

Eine Abgeordnete äußerte, es bereite ihr Kummer, dass Tansania noch immer keine Nationaltracht hat. Die Regierung solle dafür sorgen, dass bald eine eingeführt wird. Der Stellvertretende Minister für Information, Kultur und Sport berichtete, 1995 habe die Suche nach einer Nationaltracht begonnen; die erste Vorführung habe in Dodoma stattgefunden. Aber bisher sei keine Übereinstimmung erreicht worden. Um Konflikte wegen des Modells und der Farben zu vermeiden, werde eine Untersuchung durchgeführt. „Wir sind noch immer offen für Ideen und Kommen-tare. Wir wollen eine Nationaltracht vorstellen, die von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert wird. Bisher hatten manche das Gefühl, bei den Vorschlägen würden einige Ethnien oder Regionen bevorzugt“, sagte er. (DN 25.6.10)

Bildende Kunst

Im Herzen der Stadt Bagamoyo, dort, wo früher der Sklavenhandel blühte, später Fleisch, Gemüse und Obst verkauft wurde, ist nun der Kunstmarkt. Gemälde und eine Vielzahl von Kunstgegenständen sind ausgestellt, eine kleine Gruppe, hochbegabter Schnitzer hat hier ihren Arbeitsplatz. Der Vorsitzende der Bagamoyo Art Market Association, ehedem Lehrer an der Bagamoyo Sculpture School, forderte die Regierung und die lokalen Verwaltungen auf, Kunst und Kunsthandwerk zu fördern, sowie die lokale Bevölkerung in Bezug auf deren Bedeutung zu sensibilisieren und zu informieren. „In Tansania meint man, alles, was mit Kunst zu tun hat, interessiere die ‘Wazungu’ <Ausländer>, habe mit den Einheimischen nichts zu tun“, sagte er. Dieses Zentrum könne, wird es entwickelt, für Bagamoyo ein bedeutsamer Aktivposten werden. (Guardian 5.4.10)

Musik und Tanz

Unter dem Einfluss von Musik und Tänzen aus dem Ausland, verkommt die heimische Musiktradition. Während der letzten zehn Jahr veränderte sich das Musikgewerbe auf Kosten traditioneller Tänze. Deshalb schufen zwei ‘ngoma’-Enthusiasten die Organisation Tanzania Ngoma Support (TANGOSA). Sie soll diese Kunstform wiederbeleben. „Früher hielten sich die lokalen Musikgruppen und Solisten an traditionelle Musik und Tänze. Normalerweise komponierten sie ihre Lieder selbst“, berichtet einer der TANGOSA-Chefs. Auf dem Land gebe es noch immer traditionelle Tänze, aber von oben würden sie nicht gefördert, klagt er. Sie hätten TANGOSA gegründet, um das Vakuum zu füllen. Es sei nicht zu spät, diese Musik wieder in den Vordergrund zu bringen, denn immer, wenn ‘ngoma’ gespielt wird, sei es ein Ereignis, das viele interessiere. Das Hauptanliegen der Organisation sei, die traditionelle Tanzkultur zu fördern, damit die Kultur jeder Ethnie bewahrt werde. TANGOSU sei eine Plattform für Erfahrungsaustausch und Unterstützung traditioneller ‘ngoma’-Gruppen. Die heimischen Künstler sollten aufhören, fremde Musik nachzumachen, dafür traditionelle Tänze fördern, mahnte einer der Initiatoren. - Das Wort ‘ngoma’ bedeutet, wörtlich übersetzt, Trommel, es wird aber für alle traditionellen Arten des Tanzes, Trommelns und Singens verwendet. Tansania hat nahezu 120 Ethnien; jede hat ihre eigene Kultur. Die Tänze der meisten Ethnien kommen bei Festlichkeiten zur Aufführung, bei Geburten, Hochzeiten, Dorfriten, sogar bei staatlichen Feiern. (DN 28.5.10)

Allen Fans von Hip Hop und Bongo Flava, die sich auf dem Mambo Club in Sansibar drängten, bezeugte Ambwene Yesaya (AY), warum er oft Superstar Tansanias genannt wird. Er sang die meisten seiner bekannten Hits und ließ seine Fans erstmals einen Track hören, der für das Endspiel der WM gedacht war. Er heißt ‘Warrior’ und zeigt Afrikaner als Kämpfer, denn es gelang ihnen, Gastgeber des größten Fußballwettkampfes der Erde zu werden. Doch der Abend gehörte nicht nur AY. Auch Sansibars eigener Sänger trat auf und zeigte seine atemberaubenden Tanzbewegungen, begleitet von seinen Tänzern. (DN 14.7.10)

Tansanische Künstler und EAC

Der Beauftragte des National Arts Council, Information and Documentation rühmte, die tansanischen Künstler würden die anderen der EAC in den Schatten stellen. Er nannte Ambwene Yesaya, der den von Kenia verliehenen Kisima Award erhalten habe. Bei einer Aufführung in der University of Dar-es-Salaam habe nicht D’Banj aus Nigeria, sondern John Mkini den meisten Applaus bekommen. Er berichtete, viele Geschäftsleute der anderen EAC-Länder kämen nach Tansania, um Kunstgegenstände und Textilien zu kaufen. „Aber unsere Künstler haben ein Problem. Sie verlassen sich auf ihre Talente, die ihnen Gott gab, und vermehren ihr Können nicht durch eine Ausbildung. Auf diesem Gebiet müssen wir rasch etwas unternehmen“, betonte er. (Express 8.7.10)