Kontakte zu anderen Ländern - 08/2006

Aus Tansania Information
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China

Ein Mitarbeiter der chinesischen Botschaft berichtete, der bilaterale Handel zwischen China und Tansania sei 2005 um fast 70 % gewachsen; der Wert des Imports aus Tansania habe 17 Mio. US$ (+150,1 %) betragen, der des Exports nach Tansania 3 Mio. US$ (+ 40,6 %). Der Export nach China könne noch gesteigert werden. Im vergangenen Jahr waren die wichtigsten Exportgüter Baumwolle, Gold und Sisal. Dazu kamen Sesam, Kakao, Bohnen, Plastikmüll, Muscheln und Ziegenhäute. Im Rahmen eines Sonder-Tarifabkommens importierte China Produkte im Wert von 12,13 Mio. US$. Auf der diesjährigen Handelsmesse, der Dar-es-Salaam International Trade Fair (DITF), war China mit 15 chinesischen Firmen vertreten. (East African Business Week 12.6.06)

China gewährt Tansania einen Kredit in Höhe von 200 Mio. US$ für die Verbesserung des Stromnetzes, mit der man Anfang 07 beginnen will. In einem weiteren Kreditabkommen geht es um unterschiedliche Projekte. Außerdem erhalten Tansania und Sambia ein zinsloses Darlehen für die Entwicklung der TAZARA, der von Dar-es-Salaam nach Sambia führenden, von China erbauten, Eisenbahnlinie. China will auch moderne Primarschulen und ein neues Stadion errichten. Dieses wird nach der TAZARA Chinas zweitgrößtes in Tansania durchgeführtes Projekt sein. Außerdem wird für Waren aus Tansania, die von China importiert werden, keinerlei Zoll mehr verlangt. (DN 24.6.06)

Ein chinesischer Minister, Leiter einer neunköpfigen Delegation, und Staatsminis-ter Marmo erklärten bei einem Treffen im State House in Dar-es-Salaam, auch weiterhin würden Tansania und China ihre in den 60er Jahren entstandene traditionelle Freundschaft pflegen. Nyerere und Mao Tse Tung hätten wirtschaftliche und soziale Verbindungen geschaffen. Sie würden intakt bleiben. (Observer 16.7.06)

Iran

Bei Gesprächen, die der iranische Präsident mit Präsident Kikwete in Banjul (Gambia) am Rand einer Konferenz der Afrikanischen Union (AU) führte, sagte dieser, seine Regierung werde nicht länger mit der Schuld Tansanias bei seinem Land Wucher treiben. Das sei der Anfang der Schritte des Iran, gegen das, was die Beziehung zwischen beiden Ländern behindere. Sein Land wisse um die geringen Möglichkeiten der tansanischen Regierung bei der Bezahlung dieser Schulden, und werde nicht auf Rückzahlung dringen. Er wünsche, die Beziehung zwischen dem Iran und Tansania mögen sich verbessern. Sein Land sei willens, technische Hilfe anzubieten, für Landwirtschaft, Fischfang, Saatzucht u. a. Kikwete dankte dem Iran für unterschiedliche Hilfe, auch dafür, dass man erwäge, keinen Wucherzins mehr zu verlangen. (Nipashe 4.7.06)

Israel

Israelische Experten sagten bei einem Workshop, Tansania sei in der Lage, exzellente Datteln für den Export zu produzieren und Weingärten anzulegen. Israel könne Tansania teilhaben lassen an seiner Expertise bezüglich Wassergewinnung. Außerdem sei Tansania ein idealer Platz für Investitionen. (DN 26.6.06)

Die Ministerin für Justiz und Verfassungsfragen, Mary Nagu, erklärte in Dar-es-Salaam während der Feierlichkeiten anlässlich der Unabhängigkeit Israels: "Tansania und Israel erfreuen sich ausgezeichneter bilateraler Beziehungen. Wir sind Langzeitpartner bei der Pflege der 'Self-reliance'-Idee." Der Geist Israels sei für Tansania eine Inspiration gewesen. Beide Staaten sollten nach weiteren Kooperationsmöglichkeiten suchen, vor allem auf dem Gebiet der Landwirtschaft. Experten aus Israel hätten Tansania bei seinem Kampf gegen die Armut unterstützt. "Israel gewährt Tansaniern auch Ausbildungschancen. Das freut uns sehr. Es ist offensichtlich, dass wir in den meisten Entwicklungsaktivitäten von Israel unterstützt werden. Aber von uns könnten sie lernen, wie man Frieden unter einer Bevölkerung erhalten kann, die aus verschiedenen ethni-schen Gruppen besteht." Der Botschafter Israels sagte bei einem Interview, jedes Jahr stelle sein Land etwa 15 Tansaniern ein Stipendium zur Verfügung. Außerdem arbeiteten einige Fachleute auf dem Gebiet Informations- und Spitzentechnologie sowie Landwirtschaft. Man werde Tansania auch weiterhin unterstützen. (Guardian 25.5.06)

Der Stellvertretende Chef der israelischen Mission für Ost- und Zentralafrika sagte, Israel unterstütze die Bitte Palästinas, Tansania möge im Friedensprozess des Mittleren Ostens eine aktive Rolle spielen. Seine Erfahrung beim Lösen von Konflikten könne ein Aktivposten sein beim Finden einer dauerhaften Beendigung der Jahrzehnte alten Krise im Mittleren Osten. "Tansania war ein Freund Palästinas und vor allem der Palästinensischen Befreiungs Organisation (PLO); wir sind auch Freunde Tansanias", betonte er. Zwei Wochen vorher hatte sich der palästinensische Botschafter in einem Interview zu diesem Thema geäußert <Siehe unten>. Offensichtlich reagierte der Missionschef auf diese Bitte, als er sagte: "Als Freunde sind wir bereit, zuzuhören und zu akzeptieren, wenn Tansania bei den Friedensverhandlungen des Mittleren Ostens eine wichtige Rolle spielt.".Es könne sich direkt und indirekt beteiligen. "Was wir wollen ist, dass Tansania die Palästinenser beeinflusst, damit sie mit Israel über den Frieden sprechen. Wir sind zu Gesprächen bereit." Israel anerkenne Tansanias neue internationale Politik, die Frieden auf der ganzen Erde beinhalte. Tansanias Mitgliedschaft im UN- Sicherheitsrat wäre für beide, Israel und Palästina, von Vorteil, dehnte es seine Friedensmission auf den Mittleren Os-ten aus. (Guardian 22.6.06)

Palästina

Der palästinensische Botschafter sagte in einem Interview, Palästina wünsche, dass Tansania bei Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästina die führende Rolle übernehme. Es solle sich im Sicherheitsrat der UNO durchsetzen und Israel veranlassen, Friedensabkommen Aggressionen vorzuziehen. Tansanias Erfahrung bei den Friedensbemühungen in Afrika wäre hilfreich, wenn sich Isael und Palästina zu Friedensgesprächen zusammenfinden. Während der letzten 30 Jahre seien die Beziehungen seines Landes zu Tansania freundschaftlich gewesen. Tansania habe Palästina während der langen Jahre des Konflikts mit Israel moralische und politische Unterstützung gewährt. Es werde international res-pektiert. Seine Mitgliedschaft im UNO-Sicherheitsrat sei für Palästina von Nutzen. Er habe Außenministerin Migiro besucht und um Unterstützung gebeten. Sie sei der Meinung, Afrika müsse an der Beilegung unseres Konfliktes beteiligt werden, sei Europa, Japan und den USA vorzuziehen. Seit seiner Gründung genieße Tansania Frieden und Gerechtigkeit. "Bei der Suche nach Frieden brauchen wir Tansanias Erfahrungen." Palästina plane, in Tansania stärker zu investieren. Er habe bereits mit dem Vorsitzenden der Industrie-, Handels- und Landwirtschaftskammer (TCSIA) gesprochen und mit Reginald Mengi, dem Vorsitzenden des Industrieförderungsprogramms (IPP) und des Verbandes der Tansanischen Industrie (CTI), berichtete der Botschafter. "Außerdem erwägen wir die Gründung eines tansanisch-palästinensischen Rates für Bildung, Entwicklung und Investition. Vor Ende 06 soll er von den Präsidenten Kikwete und Mahmoud Abbas gemeinsam ins Leben gerufen werden." (Guardian 12.6.06)

Russland

Russland versprach, weiterhin auf güns-tigere Bedingungen für Kooperation mit Tansania hinzuarbeiten. In einer Erklärung der russischen Botschaft heißt es: "Z. B. erhielten mehr als 5 Mio. Tansanier ihre Ausbildung in Russland. Und die Zusammenarbeit wächst." Tansania sei eines der afrikanischen Länder, denen Russland Schulden erlassen habe, in seinem Fall 590 Mio. US$. "Es ziemt sich, daran zu erinnern, dass Russland das Land war, das einen größeren Beitrag dazu leistete, dass die Nationen Afrikas in ihrem Kampf um die Freiheit erfolgreich waren; und es half ihnen weitgehend dabei, die Wirtschaft aufzubauen", so die Erklärung. (Guardian 12.6.06)

Südafrika

Bei einer Pressekonferenz verteidigte der Hochkommissar Südafrikas die südafrikanischen Investitionen in Tansania. "Die Firmen kommen nicht, um dieses Land zu melken, was manche glauben. Sie investieren wie andere auch." Berichten zufolge transferierten die südafrikanischen Gesellschaften mehr als 50 % ihres Gewinns in die Heimat. Wäre das der Fall, würden sie eingehen. Die meisten reinves-tierten in Tansania, um ihren Betrieb zu vergrößern. Oft kämen sie auf Einladung der Regierung. Die Tansanier ihrerseits seien willkommen, wenn sie in Südafrika investieren wollten. Aber sie hätten bessere Chancen, wenn sie die südafrikanischen Märkte durch den Export verarbeiteter landwirtschaftlicher Produkte, vor allem Obst und Cashewnüsse, eroberten. Südafrika sei willens, Tansania beim Aufbau von Verarbeitungsindustrie und der Anlage von Großfarmen zu unterstützen. (DN 15.6.06)