Kirchliche Nachrichten - 01/2009

Aus Tansania Information
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Resozialisation

In einem vom Pool of Siloan Church in 17 Biblical Schools der Regionen Arusha, Dar-es-Salaam, Iringa, Kilimanjaro und Ruvuma durchgeführten Besserungsprogramm wurden 2.245 Jugendliche ausgebildet. Sie waren in Gefahr, in Kriminalität abzurutschen, und deshalb von der Polizei der Kirche übergeben worden.

In Dar wurden 80 Gauner wiedergeborene Christen. Der zuständige District Commissioner überreichte jedem eine Bibel. Der Leiter der Kirche berichtete, man versorge in Kriminalität abgeglittene Jugendliche mit Lebensmitteln, Kleidung und Unterkunft. Einer der Jugendlichen sagte: "Ich klaute und dachte, ich hätte das Recht, mir alles zu nehmen, was ich wollte. Aber die Kirche veränderte mich." (DN 1.9.08; Guardian 29.7.08)

Hilfe für Kinder und Waisen

Bei einer von der ELCT-Nordwest-Diözese organisierten Sammlung zugunsten des Waisenhauses in Ntoma, das in großer Geldnot ist, gingen 7m/- TSh ein. Dieses 1952 gegründete Zentrum kann 30 Waisen aufnehmen. Bisher wurden 1.168 ausgesetzte Säuglinge und Kinder, deren Mutter während der Geburt starb, versorgt. (Citizen10.11.08)

Für AIDS-Waisen und andere notleidende Kinder wurde mit Spenden einer US-amerikanischen Wohltätigkeitsorganisation in der Nähe des Arusha-Flugplatzes die Peace House Secondary School der ELCT-Diözese in der Arusha-Region errichtet. Die Schule führt von einer Sekundar-schul-Vorbereitungsklasse bis zum Abitur (Klasse 13). (DN 11.12.08; Guardian 12./27.12.08; Aru-sha Times 8.11.08)

In Zusammenarbeit mit der ELCT-Norddiözese und der Katholischen Mbulu-Diözese errichtet die Verwaltung des Karatu-Distrikts einen Kindergarten. (Arusha Times 8.11.08)

Medizinische Arbeit

Seit mehr als neun Jahren werden elf Dörfer des Ngorongoro-Distrikts (Arusha-Region) von einer Mobile Clinic versorgt. Organisatorin ist die NGO Help for the Maasai, Gründerin und Leiterin Angelika Wohlenberg, eine deutsche Hebamme und Krankenschwester. Ehe sie diese Arbeit aufbaute, arbeitete sie für die Evang.-Luth Kirche in Tansania (ELCT). (Arusha Times 28.6.08)

Die ELCT will ihren Einsatz für Palliativ-Medizin verdoppeln. Bisher ist diese Versorgung in 13 der 20 ELCT-Krankenhäusern möglich; acht Landrover stehen dafür zur Verfügung. Fast 90 % der lutherischen Krankenhäuser sind in abgelegenen Gebieten mit großen Transportproblemen. (Guardian 15.9.08)

Siehe auch bei 'Gesundheit': 'Versorgung','Krankenhäuser'.

Wirtschaftliche Hilfe

250 t Lebensmittel stellt die ELCT zur Verfügung für 10.176 Menschen, die fliehen mussten, weil der Vulkan Oldonyo Lengai von Juni 07 bis April 08 spuckte. 1.035 Stück Vieh und unzählige Wildtiere verendeten. (Guardian 27.10.08)

Weil sich die Unterstützer zurückzogen, erwarb das Anti-HIV/AIDS-Projekt des anglikanischen Tanga-Dekanats Land für ein Gewinn abwerfendes Sisalprojekt. Man will auch Teak- und Apfelsinenbäume pflanzen. In acht Gemeinden werden HIV/ AIDS-Programme durchgeführt. (Citizen 14.11.08)

Diakonische und evangelistische Arbeit

Die International Evangelism Church unterhält eine Primarschule, ein Berufsbildungszentrum, ein Waisenhaus und eine Evangelisationsschule und errichtet nun an der Straße von Arusha nach Moshi, 12 km vom Kilimanjaro International Airport entfernt, ein Krankenhaus mit 200 Betten. Sie hat ihre Zentrale im Arumeru-Distrikt (Arusha-Region), Zweige in Kenia, Ruanda, Südafrika und in der DR Kongo. (Arusha Times 18.10./1.11.08)

Die anglikanische St. James-Gemeinde von Arusha unterstützt etwa 200 im Monduli-Distrikt (Arusha-Region) lebende Maasai, die vom Hunger bedroht sind, mit Lebensmitteln, Kleidung u. a. im Wert von 2,6m/- TSh. Sie plant, eine Krankenstation und eine Primarschule zu errichten. Seit die Kirche offiziell dort arbeitet, wurden 130 Menschen getauft, unter ihnen Morani (Krieger). (Arusha Times 8.11.08)

Personen und Organisationen

Papst Benedict XVI teilte die im Nordwesten Tansanias gelegene Rulenge-Diözese. Ein Teil heißt nun Rulenge-Ngara, die neue Diözese, an der ugandischen Grenze gelegen, Kanyanga-Diözese. Zu ihrem Bischof wurde Rweyongeza ernannt. Seit 1999 war er Generalvikar von Bukoba; vorher unterrichtete er zehn Jahre am Major Seminary in Ntungano. Die neue Kathedrale ist in Bau. (Cath. Information Service for Africa 2.9.08)

Pfr. Andrew Petro Gulle (45) wurde bei der 10. Synodalversammlung der ELCT-Diö-zese-im Osten des Viktoriasee zum Bischof dieser Diözese gewählt, Pfr. Emmanuel Makala zum Stellvertreter des Bischofs. Nehemia Bomani, ab 2000 Bischof der Diözese, war Ende 07 verunglückt. <Siehe Tans.-Inf. 1/08 S. 11> (Arusha Times 22.11.08)

Die 20 ELCT-Diözesen und ihre 13 Partner in Übersee koordinieren ihre Zusammenarbeit in der Lutheran Mission Corporation (LMC). Die LMC-Jahres-Konferenz fand heuer erstmalig in der ELCT-Mbulu-Diözese statt, und zwar im Krankenhaus in Haydom (Manyara-Region). Das Thema war 'Partnerschaft'. Die 60 Delegierten besprachen gemeinsame Leitlinien und praktische Fragen. Die LMC unterstützt folgende Programme: Mission und Evangelisation, Frauenarbeit, Ausbildung von Pfarrern, christliche Bildung, Stipendien für Fachleute u. a. Das LMC-Büro ist in Arusha. <Mehr Informationen unter http://www.lmc.org.tz/> (Arusha Times 11.10.08)

Ordensfrauen

Am 14.9.58 baten vier katholische junge Frauen ihren Bischof, er möge ihnen erlauben, in Rulenge eine Gemeinschaft von Ordensfrauen zu gründen. Er weihte sie der Bernadette. Sie legten die Gelübde des Heiligen Franziskus ab. 1963 war die Gruppe so gewachsen, dass ein neues Haus benötigt wurde. '68 legten die ersten Schwestern ihr Gelübde ab. '72 wurden die ersten Novizinnen aufgenommen. Jetzt hat die Kommunität etwa 180 Nonnen, 17 Ordenshäuser und viele junge Anwärterinnen. Die Schwestern leben in Rulenge selbst oder in anderen Gebieten der Diözese. Die Zahl der Anwärterinnen ist stabil. Immer häufiger wird um Mitarbeit auf unterschiedlichen Gebieten gebeten. (Cath. Inf. Service for Africa 9.9.08)

Erweckung

Der einzige Sohn des auf Pemba lebenden Mufti predigte zweimal zu aller Erstaunen bei einer Evangelisation in Arusha, zu der Hunderte aus der ganzen Stadt gekommen waren, und am Sonntag darauf in einer lutherischen Gemeinde. Er berichtete, sein Vater habe 25 Kinder, nur er sei Christ. Im Mittleren Osten habe man ihn gründlich ausgebildet. Er sei Imam geworden und habe in Moscheen muslimische Gottesdienste geleitet. Seine Schwester sei schwanger geworden, als sie noch in der Schule war. Zur Rache habe er die Schwester dessen, der es getan hatte, geschwängert. "Das ist jetzt alles vorbei. Ich sage allen, Rache ist nie die Lösung. Die Menschen sollten alles Gott überlassen." (Arusha Times 6.9.08)

In Dar-es-Salaam gründeten etwa 100 Lehrkräfte der Erweckungsbewegung einen der Gemeinschaft der Scripture Union unterstehenden Verband, Scripture Unions Teachers Christian Fellowship (SUTCF) genannt. Ihr Ziel ist es, Kollegen und Schüler zu Jesus zu bringen. Der Leiter der Scripture Union sagte, dieser Lehrerverband werde sich im ganzen Land ausbreiten. Lehrkräfte angefangen vom Kindergarten bis zur Universität könnten ihm beitreten. Er sei eine große Hilfe für die Lehrkräfte, denn nach ihrer schweren Arbeit hätten sie Zeit, für einander zu beten, einander zu ermutigen und Entwicklungsprojekte zu planen. (Msema Kweli 28.9.08)

Eine Gruppe von Leuten, die als Zauberer bekannt sind, versuchte, eine große evangelistische Versammlung mit Hilfe von Bienen zu stören. Doch es gelang den Bienen nicht, in die Versammlung einzudringen. Sie fielen nur über die Menschen her, die sich außerhalb befanden, bis sie sich in die Versammlung flüchteten. Als die Zauberer erkannten, dass die Bienen nicht in die Versammlung eindringen konnten, beschlossen einige, sich Jesus anzuvertrauen. (Msema Kweli 19.10.08)

Theologie

In einer Erklärung des Christian Council of Tanzania (CCT) heißt es, die Pfarrer seien verpflichtet, die Menschen über Familienplanung zu unterrichten, dabei mit der Regierung zu kooperieren. (Guardian 30.6.08)

Die Seventh Day Adventist Church (SDA) distanzierte sich von den 'Übriggebliebenen der SDA', einer von ihr abgespaltenen Sekte, die ihre Mitglieder aufgefordert hatte, ihren Beruf, Felder, auch die Schule aufzugeben, alles zu verkaufen, um in Erwartung des zweiten Kommens Jesu in anderen Ländern das Evangelium zu verkünden. 17 Personen, unter ihnen vier Frauen und ein Junge, kampierten um ein Wunder betend, die Bibel in der Hand am Dar-es-Salaamer Flugplatz, um ohne Pass und ohne Flugschein in ein fernes Land zu fliegen. Sie erwarteten, die Bibel werde als Visum anerkannt. Nach vier Tagen verschwanden sie. Die Polizei hatte ihnen mit Verhaftung gedroht, obwohl sie erklärt hatte, man könne diese Menschen nicht festnehmen, weil es keinerlei Hinweis auf Vergehen gebe.

Etwa 50 Leute sollen sich mit ihrer Botschaft zu Fuß in Richtung Kenya und Zimbabwe aufgemacht haben. Die Mitglieder dieser Sekte stammen aus den Regionen Mara, Mwanza, Shinyanga und Mbeya. (The Citizen 11.7.08)

Ein katholischer Pfarrer-Konvent der Rukwa-Region schloss zwölf Anhänger einer charismatischen Gruppe aus, denn die glaubensmäßigen Probleme mit ihnen dauerten schon länger als zwei Jahre. Deren Lehren stimmten nicht mit den ihren überein. Die führenden Leute der Gruppe würden sich Diener Gottes nennen, das Rosenkranzgebet nicht anerkennen und behaupten, der Heilige Geist sei auf die Gruppe herniedergefahren. Als bekannt gegeben wurde, die Mitglieder dieser Gruppe seien ausgeschlossen, verließen sie sofort die Kirche, begaben sich ins Haus ihres Anführers, schlossen Lautsprecher an, bereit. das Wort Gottes zu verkünden. (Msema Kweli 14.9.08)

Weil sie klar und deutlich ihre Ablehnung der Homosexualität erklären wolle, schickte die Anglikanische Kirche in Tansania eine Delegation zur Lambeth Konferenz, obwohl 230 der 800 anglikanischen Bischöfe diese wegen des Streits in Bezug auf homosexuelle Bischöfe boykottierten.

Es geht auch um die Ordination von Frauen. "Ich bin nicht dagegen, dass Frauen predigen. Sie haben unserer Kirche Ehre gemacht. Aber wenn es um das Kollar geht, das ist etwa Anderes", sagte Erzbischof Mokiwa. Finanziell sei es unwichtig, ob die Verbindung zur Mutterkirche zerschnitten wird. "Unsere Gläubigen ermöglichen die Arbeit der Kirche und die Verkündigung des Evangeliums", erklärte er.

Konservative anglikanische Kirchenführer hatten in Jerusalem bei der Konferenz der Fellowship of Confessing Anglicans erklärt, man werde Bischofsräte einsetzen, um eine Alternative zur Verkündigung des "falschen Evangeliums" sexueller Immoralität anzubieten. (DN 1.7.08; Guardian 18.7.08; Citizen 10.7.08)

Mehrere Kirchenführer beklagten, in vielen Landesteilen nehme die Zahl der Sekten zu. Die Regierung solle streng vorgehen gegen alle, die gegen die in der Verfassung garantierte Freiheit der Religionsausübung verstießen. (Citizen 11.7.08)

Gegen Korruption

Der Pfarrer einer Dar-es-Salaamer lutherischen Gemeinde wurde seines Amtes enthoben, weil er einem wegen Korruptionsverdacht umstrittenen Abgeordneten, der dem Amkeni-Chor 7,6m/- TSh gespendet hatte, Gelegenheit gab, in einem Gottesdienst zu sprechen und seine Unschuld zu beteuern.

Die ELCT erklärte, das 'Haus Gottes' dürfe nicht von Menschen, die sich von Korruptionsvorwürfen reinwaschen wollen, als Plattform benützt werden. "Sie war beim Kampf gegen Korruption immer an vorderster Front." Man bitte die Gottesdienstbesucher, wegen des Vorfalls um Verzeihung. Auch die lokale Gemeinde distanzierte sich von der Erklärung des Abgeordneten. - Bischof Kilaini erklärte, auch die katholische Kirche erlaube nicht, dass Politiker die Kirche als Plattform benützen, um sich reinzuwaschen. Ähnlich äußerten sich Verantwortungsträger anderer Kirchen. (Guardian 9.7.08; Observer 13.7.08; ThisDay 10/15.7.08)