Jahreszeitliche Regenfälle - 05/2008

Aus Tansania Information
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Beginn der Regenzeit

Ende März regnete es in Tansania fast überall heftig. Es sei hierfür die richtige Zeit, sagte ein Verantwortlicher der Tanzania Meteorological Agency (TMA). Er wies darauf hin, dass die Regenzeit gerade erst begonnen habe, bis Ende Mai dauern werde und stärker sein könne als erwartet. "Alle, die in überschwemmungsgefährdeten Gebieten gebaut haben, ermahne ich, weg zu ziehen, ehe es zu spät ist", betonte er. In manchen Gegenden wurden Felder ver-wüstet, abgelegene Dörfer abgeschnitten. Überschwemmungen drohen vor allem den Regionen Dar-es-Salaam, Lindi, Mbeya und Morogoro. (DN 7.4.08; Guardian 28./31.3.08; ThisDay 31.3.08)

Um den 20. April warnte die TMA erneut vor Überschwemmungen im nördlichen Küs-tengebiet und in den nordöstlichen Regionen. Sie riet den im Tiefland und in Tälern lebenden Menschen, diese Gebiete unverzüglich zu verlassen. Man erwarte, dass die jahreszeitlichen Regen dort zunehmen. In Dar-es-Salaam und andernorts hatte es zwei Wochen lang ununterbrochen geregnet. (DN 21.4.08)

Arusha-Region

Im Dorf Mererani (Simanjiro-Distrikt) beschädigten die starken Regen 265 Häuser. Oxfam will 51 Familien unterstützen, ihnen ein Haus mit zwei Zimmern plus Toilette errichten, Moskitonetze, Medikamente und Lebensmittel zur Verfügung stellen, den Kindern helfen, die Schuluniform, Hefte u. a. verloren hatten. (Arusha Times 12.4.08)

Dar-es-Salaam

Heftige Niederschläge und starker Sturm verwüsteten 30 Häuser, deckten mindestens 115 Häuser ab, darunter vier Klassenzimmer. Die Betroffenen kamen bei Nachbarn unter, die Kinder wurden im Schatten der Bäume unterrichtet.

Etwa zehn Tage später kamen vier Menschen infolge wolkenbruchartiger Regenfälle ums Leben, zwei durch einstürzende Mauern, ein Kleinkind und ein Mann ertranken. 12 Häuser wurden überschwemmt. Der Verkehr kam viele Stunden zum Erliegen, weil viele Straßen wegen Überflutung unpassierbar waren. Mancherorts stand das Wasser hüfthoch.

Die anhaltenden Niederschläge zwingen viele, lange Wege zu Fuß zurückzulegen, weil keine öffentlichen Busse fahren. Infolge erischwerter Belieferung aus dem Hinderland verteuern sich die Grundnahrungsmittel.

Weil eine große Sickergrube fehlt, und kaum jemand für die Leerung der kleinen zahlen will, wird das Abwasser der meisten Wohnhäuser in der Regenzeit in Flussläufe geleitet, die ins Meer fließen. Man wartet, bis das Regenwasser alles mitnimmt. Diese achtlose Entsorgung ist die Hauptursache für viele Krankheiten. (DN 14./ 27.3.08; Guardian 1./6.4.08)

Kommentar: Es spricht Bände über die katastrophale Infrastruktur, wenn die Straßen des Regierungsviertels und des Geschäftszentrums nach 45 Minuten Regen Kanälen gleichen. Das vernachlässigte Abwassersystem ist nur eines der Mängel, die Arbeitseifer und Fähigkeit der Stadtverwaltung infrage stellen. (Citizen 28.3.08)

Kilimanjaro-Region

Die Tanzania Electric Supply Company (Tanesco) erlitt einen Schaden in Höhe von mehr als 6m/- TSh, weil Strommasten infolge starker Niederschläge umgefallen, die Drähte gestohlen worden waren. In den Distrikten Moshi-Land, Same, Mwanga und Hai hatten ca. 400 Kunden drei Tage lang keinen Strom. Wegen der heftigen Regen ist es ziemlich schwierig, die Masten wieder aufzustellen.

In einem Einkaufszentrum des Hai-Distrikts verursachte der Regen großen Schaden, viele Maisfelder wurden verwüstet. Das Wasser kann dort nicht abfließen, weil die Straße von Moshi nach Arusha höher gelegt wurde, Ablaufkanäle fehlen. Eine Frau und ihr einjähriges Kind starben, als ihr Haus überflutet wurde während sie schliefen.

In Moshi ertrank ein Mann. (DN 1./5./7.4.08)

Mbeya-Region

Im Kyela-Distrikt traten viele Flüsse über die Ufer. Reisfelder stehen unter Wasser, Vieh ertrank, ein siebenjähriges Mädchen wurde von den Fluten mitgerissen. Viele Dörfer sind betroffen und benötigen dringend Hilfsgüter. Die Obdachlosen brachten sich in Schulen, Kirchen und Moscheen unter. Weil Brücken zerstört sind, kommen Hilfskräfte nicht zu den vom Wasser eingeschlossenen Menschen. (DN 7.4.08; Nipashe 8.4.08)

Morogoro-Region

Im Kilombero-Distrikt kamen 43 Familien, deren Häuser verwüstet wurden, in einer Primarschule unter. Der über seine Ufer getretene Lume-mo-Fluss überflutete Teile der Stadt Ifakara, Reis- und Maisfelder. Die Kilombero Sugar Company spendete 400 kg Zucker, 750 kg Maismehl und 100 kg Salz. (DN 7.4.08)