Interviews zur Lage Tansanias - 02/2008

Aus Tansania Information
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Ein Großteil der Einwohner Dar-es-Salaams meinen das Jahr 2007 sei allgemein schwierig gewesen. Wenig habe die Regierung erreicht bei ihren Plänen, den allgemeinen Erwartungen zu entsprechen. Einige verweisen auf Korruption und Plünderung der Naturschätze.

Ein Professor der Dar-es-Salaamer Universität sagte, es gebe wenig, auf das die Tansanier stolz sein könnten. Als besondere Schwächen, Herausforderungen und Fehlschläge der Regierung nannte er Korruption, schlechte Verwaltung, überholte und drakonische Gesetze, sowie Vergeudung und falsche Verwendung von Naturschätzen. Das Leben der normalen Bürger sei noch immer hart, obwohl die Regierung immer einmal berichte, die Wirtschaft wachse stetig. Fast alles werde teurer, die Einkommen blieben gering, der Mangel an Arbeitsplätzen sei erschre-ckend. Der Regierung gingen anscheinend die Lösungsideen aus.

John Cheyo, Vorsitzender des Tanzania Centre for Democracy, Vorsitzender der Oppositionspartei UDP und Abgeordneter, hingegen meint, 2007 sei für "das tansanische Volk fruchtbar und lohnend" gewesen. "Es gibt viele Länder, die sich nicht derartigen Friedens wie wir erfreuen. Trotz der Unterschiede der Ideologien, zu denen sich unsere Parteien bekennen, leben wir in Frieden. Wenigstens in diesem Zusammenhang sollten unsere Politiker dafür gelobt werden, dass sie Frieden halten." In wirtschaftlicher Hinsicht allerdings sei der Fortschritt nicht sehr ermutigend, gab er zu, "denn noch immer verlässt sich das Land zu sehr auf die Landwirtschaft". Vielen Bürgern werde 2007 als ein Jahr steigender Inflationsraten und explodierender Preise in Erinnerung bleiben.

Der Direktor der Kriminalpolizei erklärte stolz, die Polizei habe allgemein besser gearbeitet als in den Vorjahren. "Wir können sagen, es war ein Jahr der Herausforderungen, aber auch relativer Ruhe und Harmonie", äußerte er.

Ein Dar-es-Salaamer ist vor allem wütend wegen der astronomischen Strom-, Fahr-, Konsumgüter- und Lebensmittelpreise und des hohen Schulgeldes.

Ein anderer lobte, die Regierung sei bei der Förderung der Demokratie dadurch, dass sie den flügge werdenden Parteien half, einen Schritt voran gekommen, habe politische Reife gezeigt. Aber einige Parteien hätten über den guten Willen der Regierung gespottet. (Guardian 1.1.08)