Heifer Project Tanzania mit Milchvieh, Kamelen und anderen Tieren - 01/2006

Aus Tansania Information
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Die in den USA beheimatete Stiftung Heifer International (HPI) startete in Tansania 1974 ihr Milchkuh- und Ziegen-Programm. Seither unterstützte sie etwa 25.000 Familien. 2002 wurde Heifer International Tanzania (HPT) gegründet. Diese Organisation, eine von den beim Kampf gegen den Hunger führenden, ist überzeugt, "den Hunger beenden beginnt mit der Befähigung der Menschen, selbst für Nahrung zu sorgen". Heute sind es Millionen von Menschen in 127 Ländern, denen das HPI Hoffnung und Vertrauen auf Selbstversorgung schenkte. In Tansania geht es um Milchvieh, Ziegen, Kamele und Bienen. Früher standen auch Schweinezucht und Fischteiche auf dem Programm. Man betont Bodenschutz, Konturpflügen, das Anpflanzen von Bäumen und die Verwendung von Biogas. Alle, die ein Tier bekommen, werden über umweltfreundliche, nachhaltige Landwirtschaft unterrichtet. Sie geben von den Nachkommen der Tiere eines oder mehrere an andere Bedürftige weiter. Das stärkt Selbstwertgefühl und Solidarität, sichert den Fortgang des Programms und vervielfacht das ursprüngliche Geschenk.

Bei einem neuen Projekt geht es um die Unterstützung im Kampf gegen HIV/AIDS. An 800 ausgewählte Familien sollen Ziegen und Hühner verteilt werden. Sie errichten die Ställe selbst. In jedem Dorf soll sich ein Ausschuss um Unterstützung durch die Gemeinschaft kümmern. Mindestens 55 Landwirte will man schulen und mit der Überwachung des Projekts betrauen. Vom Tengeru Livestock Training Institute wurden 100 Milchziegen, 10 Böcke und Zuchthennen als Grundstock importiert. Dazu kommen 100 heimische Milchziegen.

Von den 20 Kamelen, die unlängst in den Same-Distrikt (Kilimanjaro-Region) gebracht wurden, haben acht ein Junges bekommen. Die Dorfbewohner genießen nun die Milch. Ein Kamel gibt pro Tag 8-10 l Milch, in der Trockenzeit 3 l. Von einheimischen Kühen bekommt man etwa eine Tasse, in der Trockenzeit gar nichts. Auch wird für Kamelmilch doppelt so viel bezahlt wie für Kuhmilch, 600/- TSh pro l; an der Straße sollen sogar 1.000/- TSh geboten werden.

Eine Frau berichtete, das Kamel habe ihr Leben verändert. Sie benütze es auch als Lasttier, wenn sie Wasser holt, und als Zugtier. Von den Einnahmen bezahle sie das Schulgeld ihrer Kinder. Endlich sei das Kamel auch ein Fleischlieferant. Für ein Jungtier werden 180.000/- TSh geboten. In der traditionellen Maasai-Kultur dürfen Frauen weder Kühe noch Ziegen besitzen. Doch die Kamele wurden den Frauen gegeben. Sie bekamen eine Sondergenehmigung. Ihr Ansehen stieg. Nun können sie selbst entscheiden, wie sie das Geld verwenden, das sie für die Milch bekommen.

Dr. Lyimo, für dieses Kamel-Projekt zuständig, sagte, die Kamelhaltung breite sich rasch aus. Die Tiere passten so gut in diese trockene Gegend. 1995 startete das HPI das erste Kamel-Projekt mit 279 Tieren aus Kenia, wahrscheinlich von Somali erworben. Sie wurden in Gruppen zu 20 Tieren in vier Distrikten der Regionen Arusha und Manyara verteilt. (DN 16./18.11.05; Observer 6.11.05)