Gifte, Vergiftungen, Poison Centre geplant - 10/2012

Aus Tansania Information
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Die Government Chemist Laboratory Agency (GCLA) stellte während der letzten 20 Jahre bei der Untersuchung ihr übergebener Proben fest, dass vor allem Pestizide schuld sind, wenn Menschen durch Gift zu Schaden kommen, daneben Alkohol, Alkaloide und Chloroquine. "Suizide sind häufig; und wenn Jugendliche in ein Krankenhaus eingeliefert werden, geht es fast immer um Vergiftung; doch die meisten müssen nicht auf der Intensivstation behandelt werden", berichtete Dr. Mwafongo, Leiter der Notfallabteilung des Muhimbili National Hospital. In afrikanischen Ländern sei zufällige Vergiftung viel häufiger als in Europa oder in den USA. Deshalb müsse es ein Poison Centre geben, eine Einrichtung, die sich um Vergiftungen kümmert.

Mwafongo berichtete, auch Alkoholmissbrauch sei häufig, aber beängstigender sei, dass er beim Suizid meistens in einer Mixtur verwendet wird. "Beunruhigend ist auch, dass Todesfälle infolge leichterer Tranquilizer und Antidepressiva zunehmen", betonte Mwafongo. Das müsse unverzüglich untersucht werden.

Ein Verantwortlicher des Gesundheitsministeriums sagte, ein Poison Centre könne den Menschen zeigen, wie sie auf Vergiftung reagieren sollen. Auch könne es über Laborarbeit informieren. Weil es daran fehle, sei es nicht möglich, festzustellen, welches Medikament der vergiftete Patient nehmen soll. Für die Mitarbeiter des Gesundheitswesens sei deren Behandlung eine große Herausforderung. Das Poison Centre soll in der GCLA untergebracht und von dieser koordiniert werden.

Es gibt Vorschläge, in Tansania ein Gift-Zentrum der Region Ostafrika einzurichten. Dort könnten Informationen aus vielerlei Quellen über Vergiftungsprobleme in Ostafrika zusammenlaufen, betonte eine Expertin der WHO.

Im Rahmen des Programms, das Land von giftigen Chemikalien zu befreien, wurden 7 t nicht mehr brauchbarer Pestizide gefunden. Mehr als 100 t Pestizide und ähnlichen Stoffe, darunter 350 t Abfälle der Tiermedizin, wurden erfolgreich entsorgt. Dieses Programm wurde 2005 in vielen Ländern Afrikas gestartet, Es ging auch um Bewusstseinsbildung bezüglich Gefährdung durch chemische Mittel. (DN 6.9.12; Citizen 6.9.12)