Erwachsenenbildung und informeller Unterricht - 06/2008

Aus Tansania Information
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Die Stellvertretende Erziehungsministerin rief zur Teilnahme am Unterricht für Erwachsene auf. Nicht nur Lesen und Schreiben werde gelehrt, sondern auch über HIV/AIDS und soziale Fragen informiert. Pädagogen, die an einem Workshop des Institute for Adult Education (IAE) teilgenommen hatten, besuchen nun 22 Regionen, um die Bevölkerung von der Bedeutung der Erwachsenenbildung zu überzeugen. 36 % der Bevölkerung sind Analphabeten. In den 70er Jahren waren es 22 %. Damals war der Besuch der Erwachsenenbildungs-Kurse auch in den abgelegensten Dörfern fast Pflicht. (DN 10.1.08; Guardian 10.1./25.4.08)

Fernkurse

Das IAE bietet anerkannte Sekundarschulbildung an. Seine Studierenden können staatliche Prüfungen ablegen. Fernunterricht ist ideal für alle, die nicht in eine staatliche Sekun-darschule aufgenommen wurden und die Gebühren einer privaten Schule nicht aufbringen konnten.

07 waren 9.205 Frauen und 7.596 Männer beim IAE angemeldet. In Dar-es-Salaam gibt es für Fernunterricht 13 Zentren, 78 Tutoren, 13 Koordinatoren. (Guardian 9.4.08)

Unterbringung

Die Regierung gestattet dem IAE, die staatlichen Schulen zu benützen, wenn sie Platz haben, in der betreffenden Schule kein Schichtunterricht nötig ist. Einige Schulleiter hatten sich geweigert, das IAE aufzunehmen. (Guardian 29.4.08)

Informeller Grundschulunterricht

Das informelle Bildungssystem CoBET, swahili MEMKWA, für Kinder im Alter von 11 bis 13 Jahren, die nicht früher eingeschult wurden, ist in manchen Gebieten nicht erfolgreich. Einer Studie zufolge verwendeten Politiker in der Rukwa-Region das Wort MEMKWA verächtlich für ungebildete Menschen. Das kränkt und entmutigt die Zielgruppe, schreckt Lehrkräfte ab. Die Zahl derjenigen, die bei diesem Programm mitmachten oder es planten, ging in diesem Gebiet sehr zurück.

Die meisten MEMKWA-Lehrkräfte sind Form IV-Absolventen (Klasse 11), die keine pädagogische Ausbildung haben, nicht einmal ein Abschlusszeugnis vorlegen müssen. "Wir begleiten sie immer beim Unterricht, sodass sie von uns lernen können", berichtete der Leiter einer Primarschule.

Ein MEMKWA-Lehrer sagte, wir erlauben den Schülern und Schülerinnen, Schuluniform anzuziehen wie alle anderen Schulkinder. Sie mögen das und es scheint viele zum Besuch des Unterrichts zu ermuntern. (Guardian 6.5.08)