Dürre und Regengüsse: zur Entwicklung der Witterungsverhältnisse - 04/2006

Aus Tansania Information
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Zu den Witterungsverhältnissen in Ostafrika

Mitte März gab es in mehreren Teilen Ostafrikas heftige Regenfälle. Aber laut Wettervorhersagen ist die lang anhaltende Dürre noch nicht vorüber. Ein Repräsentant des Kenya Meteorological Department sagte: "Die Menschen fragen, ob dies das Ende der Dürre sei. Aber wir erklären, seine Auswirkungen werden noch lange zu spüren sein. Das ist nicht der Anfang der großen Regenzeit." Diese beginnt normalerweise Mitte März und hält den Mai über an. Den trockenen, an Somalia und Äthiopien angrenzenden Norden Kenias, wo die Dürre am schlimmsten war, hat noch kein Regen erreicht. In Westkenia aber beginnt man mit der Aussaat. Die UNO schätzt, dass in Ost- und Zentralafrika mindestens 6,25 Mio. Einwohner sofort Lebensmittelhilfe benötigen. Viele Menschen seien gestorben, Zehntausende von Rindern verendet. Der Regional Commissioner der Kagera-Region klagt, mehr als 10.000 Rinder würden aus den Nachbarländern Uganda, Ruanda und Burundi zum Weiden über die Grenze getrieben. Man vertreibe die Tiere, um die Umwelt vor der Zerstörung zu bewahren. (Guardian 14. /23.3.06)

Der Direktor der Tanzania Meteorological Agency (TMA) drängt auf Vorsichtsmaßnahmen in Hinblick auf die Auswirkungen der Klimaveränderungen, z. B. rasch reifende Sorten anbauen, den Ausbruch von Schädlingen verhindern und Wasser speichern. Die Landwirte sollten sich Rat von den Landwirtschaftsberatern holen. Zum Wetter der Monate März bis Mai sagte er, die Niederschlagsmenge werde in den verschiedenen Landesteilen unterschiedlich ausfallen. An der Küste Nordtansanias plus Hinterland, auf Sansibar und Pemba und im Gebiet am Viktoriasee würden die Niederschläge normal oder geringer als normal sein. In den meisten Gebiete mit nur einer Regenzeit werde es weiterhin normal oder etwas überdurchschnittlich regnen. Anders sei es in den Gebieten Zentral-tansanias Singida, Ost-Tabora und Nord-Iringa, wo es ein Niederschlagsdefizit geben werde. (Guardian 13.3.06)

Mitte März sagte das TMA für die Regionen Dar-es-Salaam, Küste und Tanga, sowie die Inseln Sansibar und Pemba sintflutartige Regenfälle und Gewitter voraus. Menschen, die in überschwemmungsgefährdeten Gebieten leben, sollten sich in sicherere begeben. In einer Erklärung des TMA heißt es, in den meisten Gegenden habe die Regenzeit begonnen; in den Regionen Arusha und Kilimanjaro sei erst Ende März damit zu rechnen. Der Regen werde aber nicht lange anhalten. Deshalb sollten dürrebeständige und schnell reifende Sorten angebaut werden. (Guardian 16.3.06)

Mitte März begann die ersehnte Regenzeit im Südwesten von Uganda und in den Gebieten rings um den Viktoriasee. (Ear-Habari 19.3.06)

Zu einzelnen Regionen

Im Longido- und im Arumeru-Distrikt (Arusha-Region): war die Straße Richtung Nairobi Anfang März auf je einem Abschnitt (20 bzw. 50 km nördlich von Arusha) durch Schlamm, der die Teerstraße überdeckte, unpassierbar. Es hatte drei Tage hintereinander sehr heftig geregnet. Außerdem wütete ein Sturm, der so stark war, wie seit drei Jahren nicht mehr. Der Verkehr kam ganz zum Erliegen. Auch für die Flugverbindung vom Kilimanjaro International Airport (KIA) zum Jomo Kenyatta International Airport in Kenia war der Sturm ein Problem. Im Arumeru-Distrikt kam ein Mann um, im Monduli-Distrikt ertranken zwei Hütebuben in der Dunkelheit. In diesem Distrikt wurden zwei Brücken von den Fluten weggerissen. (Guardian 2.3.06; Nipashe 2.3.06; Arusha Times 11.3.06)

In Dar-es-Salaam waren viele Straßen nach den Regengüssen überschwemmt. Die Anwohner beklagen, die Abflüsse seien seit langer Zeit verstopft. Jugendliche und andere boten sich an, Personen für 100/- TSh mit einem Schubkarren oder auf dem Rücken durchs Wasser zu bringen. (Nipashe 17.3.06)

In Hombolo, einem Dorf bei Dodoma (Dodoma-Region) wurden 22 der 91 Häuser des Good Samaritan Camps, in dem Leprakranke mit ihren Familien leben, überflutet. Hilfsbereite Menschen halfen den Kranken, die sonst wohl ertrunken wären. Die Fluten vernichteten Lebensmittel, trugen Hühner, Schulmaterial u. a. weg. (The Express 9.3.06)

In der Kilimanjaro-Region überflutete der Fluss Makanya die von Dar-es-Salaam Richtung Norden führende Durchgangsstraße. Ein Bus versuchte durchzufahren, wurde von den Fluten mitgerissen, konnte aber gerade noch gerettet werden. Ein anderer stürzte im Schlamm um. (Nipashe 2.3.06)

Im Bagamoyo-Distrikt (Küsten-Region) musste ein Abschnitt der Straße gesperrt werden, weil die Fluten Brückenteile weggespült hatten. Der Verkehr wurde über eine Schotterstraße umgeleitet, die für Schwerlaster jedoch unpassierbar ist. Zwei Tage später wurde eine von Angehörigen des Heeres errichtete Notbrücke fertig. (Guardian 9./11.3.06; Nipashe 12.3.06)

Im Mvomero-Distrikt (Moro-goro-Region) verwüsteten Regengüsse, begleitet von heftigen Winden, 175 Häuser, verletzten 22 Menschen. Das in den Häusern aufbewahrte Getreide wurde vernichtet. Distrikt-Verwaltung und Regierung unterstützten das Dorf mit 30 Sack Mais und 10,9 t Lebensmittelhilfe. (The Express 9.3.06)