Biologischer Landbau - 08/2007

Aus Tansania Information
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Gütesiegel für Bioprodukte

Die East African Community (EAC) vereinbarte für die Produkte des biologischen Landbaus ein Gütesiegel einzuführen, das internationalem Standard entspreche. Die East African Organic Product Standards enthalten Leitlinien für den biologischen Landbau. Dieser hat enorme Chancen, was Umweltschutz, Gesundheit, Sicherheitsbedürfnisse und den Markt betrifft. Verschiedene Organisationen ermöglichten die Entwicklung der Normen, unter ihnen Experience from Support Programs (EPOPA), International Federation of Organic Agriculture Movement (IFOAM), UNEP und UNCTAD.

Bei einer Arbeitstagung der Organisation Tanzania Organic Agriculture Movement (TOAM) wurden Vertreter der Öffentlichkeit über das System des biologischen Landbaus informiert. (Guardian 30.4.07)

Chancen des biologischen Landbaus

Die East African Organic Product Standards und die East African Organic Mark sind für die Entwicklungsländer das erste derartige Unternehmen; nach denen der EU sind sie die ersten, die für eine ganze Region gelten.

Als sie bei einer regionalen Konferenz zum biologischen Landbau eingeführt wurden, forderte Premierminister Lowassa mehr Unterrichts- und Sensibilisierungs-Programme für die Verwendung biologischer Produkte. Sie seien gut für Umwelt und Gesundheit und in den Industrienationen sehr gefragt. Er sagte, die Teilnehmenden sollten zertifiziertes Saatgut, biologische Pestizide und Düngemittel, sowie Möglichkeiten der Vermarktung entwickeln und fördern. Er berichtete, die biologischen Landwirtschaftsbetriebe Ostafrikas produzierten und exportierten etwa 17.100 t unterschiedlicher Produkte. Für sie werde durchschnittlich 25-30 % mehr bezahlt als für konventionelle. (DN 30.5.07)

Bei der von TOAM und KOAM, dem Landwirtschaftsministerium und einigen NGOs organisierten East African Organic Conference rieten die Organisationen für biologischen Landbau Kenias (KOAN), Tansanias (TOAM) und Ugandas (NOGAMU) der EAC, bei Landbau, Viehzucht, Bildung und Umweltpolitik der Ökologie mehr Raum zu geben. Das könne Produktion und Wirtschaft der EAC steigern. Seit einiger Zeit seien die Preise für konventionelle Ernteprodukte gesunken, die für biologische gestiegen. Sie lägen z. Zt. 30 % über ersteren. (Guardian 2.6./10.7.07)

Zu für biologischen Landbau reservierten Gebieten

Die biologisch wirtschaftenden Landwirte baten die Regierung, in Gebieten intensiven biologischen Landbaus die Verwendung von Kunstdünger zu untersagen. Sie seien in Gefahr, aus dem lukrativen Weltmarkt verdrängt zu werden, wenn konventionell wirtschaftende Kollegen die gleichen Gebiete nutzten. Der EPOPA-Projektassistent sagte, dauernder Einsatz von Kunstdünger schrecke weltweit Konsumenten, die tansanische Produkte schätzten, ab. Bioprodukte seien sehr gefragt, Tag für Tag steige das Exportvolumen. Es gehe um Kaffee, Trockenobst, Obstkonserven, Kakao, Sesam, Gewürze, Cashew- und Erdnüsse u. a.. (Guardian 10.7.07)

Erfahrungen, Pläne biologischen Landbaus

Ein Landwirt, der in der Kilimanjaro-Region Bio-Vanille anbaut, sagte, er werde die anderen Dorfbewohner nun über die Bedeutung biologischer Produkte informieren, denn alle Landwirte, die wenig aber wertvolles Land besitzen, würden durch diese Erzeugnisse im Kampf gegen die Armut unterstützt. Auch seine Erfahrungen mit Kardamom seien gut. (Arusha Times 9.6.07)

Die in Dar-es-Salaam beheimatete Biosustain Tanzania Ltd: (BTL) ist bereit, Landwirten der Singida-Region Techniken des biologischen Landbaus zu lehren, den Anbau von weißem Sesam fördern, denn in Deutschland sei die Nachfrage groß. 900 Landwirte lernten die Methoden. Voraussichtlich werden in diesem Jahr 300 t Bio-Sesam geerntet. Er wird für Lebensmittel, Kosmetik- und medizinische Artikel verwendet. Untersuchungen hatten gezeigt, dass das Gebiet ideal ist für biologischen Anbau von Sesam. (Guardian 24.5.07)