Aktuelles: Kurzmeldungen - 09/2018

Aus Tansania Information
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Präsident Magufuli strich die Feierlichkeiten zum Tag der Nationalen Helden zugunsten des Straßenausbaus in Dodoma. Die Bevölkerung solle die Helden ehren indem sie zusammen mit der Armee Straßen und Friedhöfe reinigt.

427.000 Feuerwaffen befinden sich im Besitz tansanischer Zivilisten, das sind 123.000 weniger als 2016. Damit entfällt etwa eine solche Waffe auf 100 Einwohner. Der Rückgang ist Ergebnis einer seit 2016 laufenden Kampagne zur Registrierung der Waffen.

Pflegepersonal und Busfahrer in Dar-Es-Salaam bestätigten, dass in zunehmendem Maß Reisende von Kriminellen unter betäubende Drogen gesetzt und beraubt wurden.

Justizminister P. Kabudi erhob rechtliche Bedenken gegen eine Vaterschaftskampagne des Chefs der Küstenregion P. Makonda. Etwa 4.000 Frauen strömten zu seinem Büro, um Väter ihrer Kinder ausfindig zu machen, die sich ihren Verpflichtungen entzogen hatten. Auch 47 Abgeordnete und 14 Geistliche wurden diesbezüglich beschuldigt.

Tansania erwartet mit einer Nahrungsmittel-Ernte von 16 Mill. Tonnen einen Überschuss von drei Mill. t. Das Welternährungsprogramm (WFP) wird Überschüsse ankaufen, um die Landwirte zu unterstützen.

Eine Twaweza-Umfrage ergab, dass 87% der Befragten eine Verbesserung der Bildungsqualität für so wichtig halten, dass sie auch Schulgebühren in Kauf nähmen. Mehr als die Hälfte der Eltern berichteten, die Schulen ihrer Kinder finanziell oder durch Arbeitsleistung unterstützt zu haben. Für private Schulen entschieden sich 27% auf der Vorschulstufe, 7% für die Grundschule und 17% für die Sekundarstufe.

Zahlreiche tansanische Kommentatoren unterstützten B. Obamas Kritik an „strongman politics“ in Afrika. Autokratische Staatsführer stützten sich auf veraltete Traditionen, die Kritik am Herrscher verbieten. Entwicklung gäbe es aber nur durch starke und transparente Institutionen.

Das Hochkommissariat für Flüchtlinge unterstützt in Ostafrika 5,28 Mill. Geflüchtete. Für die 349.038 nach Tansania Geflohenen mussten die Rationen um 10% gekürzt werden, im riesigen Lager Dadaab in Kenia sogar um 30%. Die EU gab inzwischen TZS 780 Mrd., je zur Hälfte für Flüchtlinge und Infrastruktur der umgebenden Dörfer. 42.500 Flüchtlinge kehrten aus Tansania nach Burundi zurück. Viele hofften, nach Europa oder den USA übersiedeln zu können. Die Kigoma-Region erfuhr durch die großen Lager einerseits wichtige Infrastruktur-Verbesserungen, andererseits beklagt sie vermehrte Raubüberfälle und Umweltbelastungen.

Die UNESCO-Welterbe-Konferenz stufte das Selous Wildreservat (45.000 km², Welterbe seit 1982) wegen des dort geplanten Mega-Staudamms auf der Liste der gefährdeten Naturstätten ein. Auch die im Rufijidelta gelegenen Feuchtgebiete und Mangrovenwälder seien durch hohe Verdunstung im Stausee und zurückgehaltene Sedimente und Nährstoffe in Gefahr. Mehrere internationale Organisationen warnten vor dem Bau und bezeichneten ihn als fatale Beeinträchtigung des weltbekannten Reservats.

Ein neues Gutachten der tansanischen Regierung hält die Umweltschäden für begrenzt und kompensierbar. Wasserminister Mbarawa teilte mit, der Bau des Zwei-Milliarden-Dollar-Projekts habe bereits begonnen. Eine Ausschreibung für das Fällen von 3 Mill. Bäumen wurde veröffentlicht. Der jetzige Innenminister drohte, wer gegen das Projekt arbeite, werde eingesperrt. Das Selous-Wasserkraftwerk soll die installierte elektrische Leistung Tansanias von 3.651 MW auf 5.750 MW steigern.

Citizen 09.,10.,19.04.; 22.05.; 29.06.; 03.,19.,28.07.18; Deutsche Welle 24.05.18; DN 01.,24.,29.07.; 17.08.18; East African 30.06.; 07.07.; 14.08.18; Guardian 18.05.; 26.06.; 13.08.18; www.smallarmssurvey.org; www.twaweza.org