Aktuelles: Kurzmeldungen - 02/2018

Aus Tansania Information
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die vulgäre Qualifizierung afrikanischer Staaten durch den US-Präsidenten erregte Ärger und provozierte zahlreiche ironische Kommentare. Der scharfzüngige Journalist G. Ulimwengu diagnostizierte ein „big man Syndrom“ und stellte Trump in eine Reihe mit afrikanischen Potentaten, die kaum ihren Namen schreiben könnten, Doktorhüte sammelten und von der eigenen Größe berauscht seien. Ein Citizen-Kommentator zitierte zustimmend das „Committee to protect Journalists“, das Trump, Putin und El-Sisi (Ägypten) als führende Unterdrücker der Pressefreiheit benannt hatte; Türkei und Polen schränkten demokratische Freiheiten mehr ein als viele afrikanische Staaten.

Fünf Schiffe unter tansanischer Flagge wurden aufgebracht, weil sie erhebliche Mengen Rauschgift, Sprengstoff-Vorprodukte und Zünder transportierten. In Sansibar registrierte Schiffe hatten Boykottmaßnahmen gegen Nordkorea und Iran umgangen. Die tansanische Flagge geriet damit in den Ruf einer „flag of convenience“, beliebt bei Reedereien, die gewerkschaftliche, politische und Umwelt-Regelungen umgehen wollen. Der Präsident setzte die Neuregistrierung von Schiffen aus und ordnete eine strenge Überprüfung aller 457 in Sansibar registrierten ausländischen und der 149 tansanischen Schiffe, sowie eine Neuordnung der Registrierungsprozedur an. Sansibar kann selbständig ausländische Schiffe unter tansanischer Flagge registrieren. Zwei Geschäftsleute wurden wegen Sabotage angeklagt, weil sie zwei chinesische Fischkutter illegal unter tansanischer Flagge betrieben.

Die Nationalbank BoT entzog fünf Kooperativen die Banklizenz und stellte sie unter Zwangsverwaltung. Auch die Kilimanjaro Co-operative Bank ist wegen Unterkapitalisierung von der Schließung bedroht. Als Ursachen der Bankenkrise gelten unprofessionelle und z.T. betrügerische Geschäftsführung und die allgemeine Liquiditätsenge.

Präsident Magufuli versucht, die Geldknappheit zu lindern, indem er staatliche Schulden bei Lehrkräften, Beamten, Lieferanten und Vertragsunternehmen in Höhe von TZS 2 Bill. beglich. Ende Januar wurden weitere 200 Mrd. ausgezahlt.

Nach Klagen von Landwirten in der Rukwa-Region und einem 7-Tage-Ultimatum des Präsidenten gelangten 7.000 t Kunstdünger in die ländlichen Regionen. Das Landwirtschaftsministerium beschuldigte skrupellose Händler, durch künstliche Verknappung die Preise hochzutreiben.

Mehrere Regionen wurden vom Mais-Schädling „Fall Armyworm“ befallen, der Mais und andere Ernten zu 100% zerstören kann. Da viele Bauern keine Fruchtfolge betreiben, verbreiten sich Schädlinge besonders schnell. Die Motten des Armyworm drangen von Malawi aus in die Rukwa-Region ein. Die FAO startete ein $ 2 Mill.-Programm zur Beobachtung. - Im Handeni-Distrikt wurden 32.000 t Mais von Ratten vernichtet.

Schwere Regenfälle und Stürme zerstörten große Teile der Kochbananenernte in der Arusha-Region (Mto wa Mbu). Die Bodenerosion nahm in jüngster Zeit stark zu, weil viele Wälder in Bananenplantagen verwandelt wurden. - Überschwemmungen unterbrachen die Bahnlinie Dar-Es-Salaam-Dodoma. Im Chemba-Distrikt, Dodoma-Region zerstörten Fluten die Häuser von 2.600 Menschen.

Citizen 06.,11.01.18; DN 04.,06.,12.,16.,18.01.18; East African 04.,16.01.18; Guardian 04.,10.,11.,13.,17.,20.,21.,22.,25.,27.01.18