Wirtschaft ‐ 10/2026

Aus Tansania Information
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Finanzierung

Der Finanzminister Khamis Mussar Omar erklärt dem CEO Roundtable (CEOrt), der am 1. September in Dar es Salaam tagte, wie Investitionen vermehrt durch den Privatsektor zustande kommen sollten. Das Regierungsbudget, externe Schulden und Finanzhilfen seien nicht ausreichend, um die Vision 2050 zu erreichen. Es sei eine Mobilisierung des heimischen Kapitals erforderlich. Vier Voraussetzungen seien zu erfüllen: eine Verschlankung der Regulierungen und Wirtschaftsreformen, die Förderung heimischer Investitionen, eine Erweiterung der öffentlich­privaten Partnerschaft und die Vertiefung des Kapitalmarkts. So könnten mehr Rücklagen, die sich in Tansania in Banken, Renten, Versicherungen und im Kapitalmarkt angesammelt hätten, in Infrastruktur und Industrialisierung gelenkt werden. Der Finanzbedarf liege zwischen 2026/7 und 2030/1 bei 477 Mrd. TZS, davon 70 % private Finanzierung, um Vision 2050 zu verwirklichen. Für Kapital/Devisen, Technologie, Expertise und Zugang zu internationalen Märkten seien ausländische Investitionen weiterhin wichtig, doch sollten inländische Investoren mehr Berücksichtigung finden. Der Sprecher des CEOrt, David Tarimo, sicherte Unterstützung zu und bot die monatlich tagende CEOrt-Plattform an. Finanzminister Omar: Es gebe sichtbar gute Tendenzen, doch sei die Herausforderung, sie auf Dauer zu etablieren.

Citizen, 04.09.2026

Hessische Wirtschaftsdelegation

In der Folge des deutsch-ostafrikanischen Wirtschafts- und Investitionsforums „Invest.EastAfrica!“ in Frankfurt und Berlin im Januar 2026, reist der hessische Minister für Bund, Europa, Internationales und Entbürokratisierung Manfred Pentz mit einer 30-köpfigen Wirtschaftsdelegation nach Tansania, wo er am 16. September, unmittelbar vor dem East Africa CEO and Investment Forum in Nairobi am 17. und 18. September, in Dar es Salaam Industrie- und Handelsministerin Judith Kapinga traf. Das Handelsvolumen beider Länder lag 2024 bei 374,5 Mio. $, wobei Tansania für 310,9 Mio. $ importiert, aber nur für 63,6 Mio. $ exportiert (Handelsdefizit: 247,3 Mio. $). Die Zahlen zeigen, dass es lange etablierte Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern gibt, dass Deutschland jedoch bei ausländischen Direktinvestitionen weit hinter England, Norwegen und anderen Ländern zurückbleibt. Als Beispiele gutes deutsches Investitionsbeispiel führt die Ministerin Knauf und Tanga Cement an, wobei Knauf mit 43 Mio. Quadratmetern Gipskartonplatten der größte Produzent südlich der Sahara ist. Mehr vergleichbare wertschöpfende Investitionen wünscht sich die Ministerin in den Bereichen Landwirtschaft, Dünger und Medikamente.

Chanzo, 17.09.2026, Guardian 18.09.2026

Normalspur

Die Regierung hat eine beschleunigte Fertigstellung der elektrifizierten Normalspurstrecke von Dodoma in die Seenregion (nach Mwanza und nach Kigoma am Tanganjikasee) beschlossen. Die Inbetriebnahme der Abschnitte Mwanza-Isaka, Isaka-Tabora, Tabora-Kigoma und Makutupora- Dodoma soll laut Premierminister Dr. Mwigulu Nchemba nun bis spätestens 2030 erfolgen.

Guardian, 05.09.2026

Dar es Salaam Hafen

Der Container Port Performance Index (CPPI) der Weltbank sieht den Hafen von Dar es Salaam an der ostafrikanischen Küste in der Vorreiterrolle. Weltweit befindet sich Dar es Salaam auf Platz 255 von 360, während Mombasa von 375 auf 396 zurückgefallen ist; Lamu, dieses Jahr zum ersten Mal bewertet, befindet sich auf Platz 345 (Djibouti: 53 und Mogadishu: 127). Ein entscheidender Faktor ist jedoch die höhere Belastung der Häfen entlang der ostafrikanischen Küste durch erhöhtes Frachtaufkommen bewirkt durch die Situation am Roten Meer und im Persischen Golf.

EastAfrican, 26.09.2026