Umwelt und Parks ‐ 02/2022

Aus Tansania Information
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Umweltverschmutzung

Eine Plastikfabrik in Dar es Salaam hat seit Jahren ungeklärte Abwässer direkt in einen Fluss geleitet. Der Minister für Umweltfragen Hamad Chande überzeugte sich bei einem Ortstermin von den Zuständen in der Firma, die einem chinesischen Investor gehört. Er stellte dabei auch fest, dass die Arbeiter weder Schutzhandschuhe noch Arbeitsschuhe hatten. Der Minister gab der Fabrik eine Frist von zwei Wochen, um Abhilfe zu schaffen.

Citizen 31.12.2022

Elefanten verwüsten Dörfer

Elefanten aus dem Ruaha Nationalpark sind Mitte Januar in Dörfer am Rande des Parks eingedrungen. Die Tiere verwüsteten nicht nur die Felder der Orte, sondern gingen auch in die Orte, brachen Vorratsspeicher auf und zerstörten einige Häuser. Die Nationalparkbehörde erklärte ohne nähere Erläuterung, man werde die Bewohner darüber aufklären, wie sie sich gegen Elefanten schützen können. Sprecher der Dörfer sagten, viele Einwohner seien jetzt dem Hunger ausgeliefert.

Guardian 12.01.2022

Dürre tötet Vieh

Der anhaltenden Dürre im Distrikt Simanjiro (Region Manyara in Nordosttansania) sind im Dezember mehr als 62.000 Stück Vieh zum Opfer gefallen, die im Verlauf des Monats verdursteten und verhungerten. Auf einer Sitzung des Distriktsrates am 13. Januar wurden die Verluste mit 25.746 Rindern, 15.136 Schafen, 10.033 Ziegen und 1.670 Eseln angegeben. Damit ist mehr als die Hälfte des Bestandes umgekommen. Über weiten Teilen des Distrikts hängt der Gestank der verrottenden Tierkörper. Die meisten Gebiete im nördlichen Tansania haben nur etwa ein Drittel der normalen Regenmenge empfangen.

Zahlreiche Familien der viehhaltenden Massai sind dadurch in eine finanzielle Notlage gekommen, da in ihrer Wirtschaftsform der Tierbestand das einzige Kapital darstellt. Durch Notverkäufe sind zugleich die Preise stark gesunken. In den betroffenen Gebieten droht jetzt eine Hungersnot. Ein Sprecher der Massai appellierte an die Regierung, für die verbleibenden Tiere das ummauerte Sperrgebiet um die Tanzanitebergwerke zu öffnen, da es hier noch Gras als Futter gibt.

Mwananchi 14.01.2022

Massai wehren sich gegen Vertreibung

In Nordtansania wehren sich die ortsansässigen Massai gegen eine geplante Vertreibung zugunsten eines Wildschutzgebietes. Im Gebiet von Loliondo bei Arusha gibt es seit über 20 Jahren einen Landkonflikt; das Gebiet ist als Wildschutzgebiet ausgewiesen, wird aber traditionell von Massai mit ihren Herden genutzt. Seit 1991 hatte die Wildschutzbehörde große Gebiete bei Loliondo, die von den Massai als ihr traditionelles Land angesehen werden, an ausländische Unternehmen als Jagdgebiete verpachtet. Früher standen Schutzgebiete auch den Viehnomaden zur Nutzung zur Verfügung; mittlerweile versucht die Regierung zunehmend, die Nutzung als Weidegebiet zu beschränken. Das größte Gelände von 1500 km² wurde als Jagdrevier an die Otterlo Business Corporation (OBC) verpachtet, die der Familie des Herrschers von Dubai gehört. OBC fliegt seine Kunden direkt aus dem Ausland auf eine Piste in dem Gebiet. In 2006 wurde eine weiteres großes Massaigebiet für 99 Jahre an die amerikanische Firma Thomson Safaris für Jagdtourismus vergeben. Auf diesen Gebieten wohnten Massai, zum Teil bestehen registrierte Dörfer mit eingetragenem Landbesitz. Durch sich überschneidende Gesetze kann das Ministerium für Naturgüter und Tourismus jederzeit auch Gebiete mit bestehenden Wohnsitzen zu Schutzgebieten erklären. Die Nutzung durch die Massai steht im Konflikt mit den Interessen der Jagdunternehmer, die über die Jahre mit Bestechungsgeldern an örtliche Behörden sowohl Polizei wie auch Ranger und eine dort stationierte Armeeeinheit zu Vertreibungsaktionen gegenüber den Massai bewegen konnten. Beobachter berichteten vom Abbrennen tausender Massaihäuser, Beschlagnahme vieler Rinder und Gewalttaten bis hin zu Tötungen und Vergewaltigungen. Ein erster Höhepunkt war in den Jahren 2017 und 2018; aufgrund breiter Proteste gab es damals ein Einschreiten seitens der Zentralregierung, wodurch die begonnene Vertreibung ausgesetzt wurde.

Im Januar 2022 kam es jetzt zu erneuten Demonstrationen und Protesten, als die Behörden begannen, Grenzmarkierungen um das 1500 km² große Gebiet zu setzen. Bewohner von 14 Dörfern trugen sich in Unterschriftlisten ein und forderten, die Regierung müsse Zusagen einhalten, die vor 8 Jahren gemacht worden waren, wonach das Gebiet weiterhin sowohl für Jagd als auch für Viehhaltung zur Verfügung stehen soll; außerdem sei eingetragenes Dorfland zu respektieren. Sprecher verwiesen darauf, dass die Massai von Loliondo bereits 1959 aus dem Serengeti Nationalpark vertrieben wurden und daraufhin in das Gebiet von Loliondo zogen. Jetzt würden sie eine nochmalige Vertreibung nicht hinnehmen.

Anadolu 22.01.2022, Citizen 14.01.2022, Guardian 22.01.2022 , Just conservation 09.10.2020

Kläranlage im Goldbergwerk

Im Bergwerk North Mara hat die neue Eigentümerfirma Barrick Gold ein Klärwerk in Betrieb genommen. Bei der Verarbeitung der Golderze wird das zerkleinerte goldhaltige Gestein mit Cyanidlauge durchnässt, in der sich das Gold löst. Entstehende Abwässer sind giftbelastet. Beim vorherigen Treiber Acacia hatten sich 7 Millionen Liter in Klärbecken angesammelt, was die Umweltschutzbehörde beanstandet hatte. Durch die neue Kläranlage wird die Menge in den Klärbecken stark verkleinert, und Restwasser wird nicht mehr in Flüsse abgeleitet, sondern geklärt und in der Mine selbst verwendet.

Guardian 31.12.2022