Thema: Umwelt II - Gewässer, Industrie, Abfälle: Innovationen, Internationale Zusammenarbeit

Aus Tansania Information
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Eine Tagung des „Policy Forum“ stellte heraus, dass Natur-, Umwelt-, Tier- und Ressourcenschutz dadurch erschwert würden, dass Gesetze und Bestimmungen zu Land-, Bergbau- und Umweltrecht einander häufig widersprächen. Auch unklare Aufteilung der Kompetenzen und mangelnde Kooperation zwischen Ministerien bleibe eine Herausforderung.

Citizen 10.03.19

Ressourcen-Schonung

Südafrikanische Forscher stellten Bausteine aus Sand und Urin her. Der Prozess verwendet Urease erzeugende Bakterien und läuft bei Zimmertemperatur ab. Herkömmliche Ziegel- oder Kalksteine benötigen zur Herstellung hohe Temperaturen und damit viel Brennholz.

Das Dar-es-Salaamer Technologie-Institut DIT baut Benzinmotoren für den Betrieb mit komprimiertem Erdgas um. Dies halbiert die Betriebskosten, setzt aber entsprechende Tankstellen voraus. Zurzeit werden die Erdgas-Fahrzeuge noch aus mobilen Gaszylindern betankt.

Hölzerne Strommasten werden allmählich durch solche aus Beton oder Stahl aus heimischer Produktion ersetzt.

Eine Firma in Mwanza stellt aus Plastikabfällen Tische, Stühle, Schulbänke und Behälter her. - Der Bischof der „Tanzania Joyful Church“ schlug vor, Särge aus Kunststoffen zu verwenden, um die Wälder zu schonen. Für Särge wird oft besonders wertvolles Holz benutzt.

Der „Rat für grünes Bauen“ (TGBC) forderte Bauunternehmen und Regierung auf, nachhaltige Konstruktionstechniken und Fassadengestaltung zu fördern. In Dar-es-Salaam könnten damit 20% des elektrischen Stroms und 30% des Wassers eingespart werden. Schlecht gedämmte Gebäude verbrauchen viel Strom zur Kühlung.

Die Selous Safari Company recycelt Glas, Plastik und Papier und gewinnt Strom aus Solarpaneelen.

Citizen 11.07.16; 15.11.18; DN 13.04.16; 13.11.18; 25.02.19; Guardian 20.11.16

Auslandsunterstützung in Umweltfragen

Einige Beispiele aus jüngerer Zeit für Umweltschutz-Maßnahmen, die von ausländischen Gebern unterstützt wurden:

Alle afrikanischen Staaten gründeten die Afrikanische Plattform für Umwelt-Partnerschaft. Sie soll mit der Entwicklungsorganisation der Afrikanischen Union (NEPAD), UN-Organisationen und Gebernationen den Umweltschutz in den Mitgliedsländern evaluieren und den Erfahrungsaustausch fördern. Schwerpunkte sind Biodiversität, Klimawandel und Einbindung der Privatwirtschaft in den Umweltschutz.

Die deutsche GIZ stattete Frauengruppen in den Dörfern um den Enguserosambu-Wald mit Utensilien zur Bienenzucht aus. Dies soll den Wald schützen, der das wichtigste Quellgebiet für die Serengeti und den Natronsee bildet.

Die USA finanzieren mehrere Programme der Ostafrikanischen Gemeinschaft EAC für Biodiversität und Wasserschutz mit Schwerpunkt Seen-Region. Mit Hilfe von USAID führte das Jane-Goodall-Institute in 49 Dörfern nahe dem Gombe-Nationalpark nachhaltige Methoden der Waldnutzung ein. Für 1.200 km² Fläche wurde ein Nutzungsplan und umweltverträgliche Nutzungsmethoden entwickelt.

Eine chinesische Delegation betonte bei einer Konferenz zum illegalen Trophäenhandel, China habe die strengsten Gesetze: Einfuhr und Verarbeitung von Tigerknochen, Rhinozeroshörnern und Elfenbein seien verboten. China habe immer das Konzept einer nachhaltigen und harmonischen Entwicklung vertreten. Im Februar war eine Chinesin in Tansania zu 17 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil sie Stoßzähne von 430 Elefanten nach China geschmuggelt hatte.

Italien pflanzt über die NROs Oikos und Terra einheimische Bäume in der Arusha-Region. 10 Mill. neue Bäume werden angestrebt.

Finnland finanziert mit € 10 Mill. die fünfjährige Kampagne „Mama Misitu“ (Mutter Wälder), die dazu helfen will, die verbliebenen Wälder nachhaltig zu bewirtschaften.

Sprecher des Serengeti-Distrikts lobten das kontinuierliche Engagement der EU für den Wildschutz im Serengeti-Nationalpark und den angrenzenden Reservaten.

Das neue „Environmental and Social Framework“ der Weltbank will Empfängerstaaten helfen, ihre Entwicklungsprojekte umweltverträglich zu planen und umzusetzen. Die Weltbank fördert auch ein Bündnis von acht afrikanischen Großstädten, darunter Dar-es-Salaam, die ihren Ausstoß an Klimagasen entsprechend dem Pariser Abkommen bis 2050 auf Null reduzieren wollen. Die Weltbank stellt Afrika in den nächsten fünf Jahren $ 22,5 Mrd. zur Verfügung, um den Klimawandel und seine Folgen abzumildern.

Die Universität von Sansibar und dänische Universitäten entwickeln ein Forschungs- und Ausbildungsprogramm für eine gesunde Umwelt. Sie sucht nach Lösungen, um die hohe Belastung durch Touristen zu mildern. Diese verbrauchen pro Person 15-mal so viel Wasser wie Einheimische und verursachen 80% des Mülls.

Umweltorganisationen bedauerten, dass das frühere Kilombero-Überflutungsbecken, früher ein wildreiches Feuchtgebiet, durch amerikanische und englische Entwicklungsprojekte (Zucker, Reis, Teak), Vertragsanbau und neue Straßen immer dichter besiedelt wurde. Wildtiere, Vögel und Insekten stürben aus, der Fluss führe immer weniger Wasser, da Bäume abgeholzt, Sümpfe trockengelegt und große Mengen Wasser für Bewässerungsanlagen entnommen würden.

Citizen 10.05.; 17.06.18; 14.03.19; DN 30.09.17; 09.03.18; Guardian 06.04.; 10.06.; 14.08.17; 06.03.; 17.04.; 25.05.; 20.09.; 26.11.18; 20.02.19; www.janegoodall.org; www.nepad.org