Thema: Nationalparks und Schutzgebiete in Tansania: Einzelne Parks, Schutzgebiete - 12/2018

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Tansanias Nationalparks

Bisher sind 17 Schutzgebiete als Nationalparks (NP) anerkannt und für Touristen zugänglich: Arusha NP; Gombe NP; Jozani Chwaka Bay NP, Katavi NP, Kilimanjaro NP, Kitulo NP, Mahale NP, Manyara NP, Mikumi NP , Mkomazi NP, Ngorongoro NP, Ruaha NP, Rubondo NP (Insel), Saadani NP, Saanane NP (Insel); Serengeti NP, Tarangire NP und Udzungwa NP.

DN 11.05.16; Guardian 17.08.18; www.tanzaniaparks.com

Einzelne Parks

Der Arusha Nationalpark (137 km²) präsentiert u.a. 575 Vogelarten und Colobus-Affen. Da es dort keine Löwen gibt, ist der Park für die zunehmend beliebten Fußwanderungen und Reit-Ausflüge geeignet. Die Parkverwaltung bedauert, dass der Wildkorridor zwischen Arusha NP und Kilimanjaro NP immer mehr besiedelt wird. Dies verurteile bestimmte Arten, die saisonale Wanderungen brauchen, zum Aussterben.

Ein Sportler aus Marangu trabte in 9:20 h auf den Kibo-Gipfel und zurück. Den Weltrekord für den Kilimanjaro-Marathon hält mit 6:35 h ein Ecuadorianer.

Das Ngorongoro-Schutzgebiet (NCA, 8.292 km²) besteht aus weiten Hochebenen, Savannen, Wäldern und dem einzigartigen Krater. Es wurde 1959 als Gebiet mit gemischter Nutzung für Wildtiere und die Nutztiere der halbnomadischen Wamaasai eingerichtet. In und um den Krater leben etwa 40.000 Wildtiere. Die NCA-Behörde errichtete in Arusha ein 18-stöckiges Büro- und Hotel-Hochhaus mit Helikopter-Landeplatz und Dachrestaurant, das ihr zusätzliche Einnahmen verschaffen soll. Die NCAA sucht Investoren, die direkt am Olduvai / Laetoli-Museum einen Touristen-Flugplatz bauen.

Im Ngorongoro-Kraterhochland wurde ein Berg entdeckt, der mit 3.825 m der dritthöchste Tansanias ist. Damit rückt Mount Hanang mit 3.418 m an die vierte Stelle. Der neu entdeckte Berg Loolmalasin liegt in der Nähe des Dorfes Elbalbal und soll bald für Interessierte zugänglich sein.

Für Wild- und Nutztiere ungenießbare Kräuter haben bereits die halbe Fläche des Ngorongoro-Schutzgebiets, auch den Kraterboden, erobert. 139 invasive Pflanzenarten wurden festgestellt, besonders aggressiv ist eine Parthemium-Art. Forscher führen die Ausbreitung der Fremdpflanzen auf Überweidung zurück und suchen nach Bekämpfungsmöglichkeiten.

Der Ruaha NP ist mit 20.226 km² der flächengrößte Park des Landes. Er leidet seit 1990 unter zunehmendem Wassermangel. 1993 fielen sogar Teile des Großen Ruaha-Flusses trocken. Immer mehr Ackerflächen am Oberlauf des Ruaha entnehmen Wasser und tragen große Mengen Kunstdünger ein. Der Ruaha NP wird im Rahmen des REGROW-Programms verkehrstechnisch erschlossen [s.o. S. 6 „Werbung“].

Der Serengeti NP besteht seit 1959 und ist Tansanias ältester und zweitgrößter Park. Das 14.763 km² große Gebiet ist UNESCO Welterbe, zählt 1,5 Mill. Gnus, 250.000 Zebras und 400.000 Besucher pro Jahr. Die Serengeti wurde 2015 und 2018 in einer großen Umfrage zum besten Naturpark Afrikas gewählt. Der Park ist von Arusha aus per Straße erreichbar (400 km). Immer mehr Besucher landen per Flugzeug auf einer der sieben Pisten im Park. Allein der Flugplatz Seronera zählte 2017 mehr als 4.000 Flugbewegungen.

Die koreanische Entwicklungsagentur errichtet in Seronera für $ 150 Mill. ein hypermodernes Medienzentrum, in dem Touristen Szenen aus der Serengeti und anderen Parks realitätsnah in 3D erleben können. Der staunende Betrachter kann sich wahlweise im Maul eines Krokodils, unter einem Elefantenfuß oder zwischen Löwen oder Büffeln erleben. Zurzeit führt das Institut für Wildforschung (TAWIRI), finanziert von der Friedkin-Stiftung, eine satellitengestützte Zählung der Serengeti-Gnus durch.

Die Meeresparks an der 1.400 km langen Küste des Indischen Ozeans zählten 2017 45.000 Besucher. Diese besichtigen Walhaie, Seeschildkröten, Delphine, Kokosnuss-Krabben und Fische in Korallenriffen. Die Verwaltung MPRU beklagte, dass Plastikabfälle mehr und mehr die Küsten verunreinigen und die Meeresfauna gefährden.

Citizen 26.02.16; 10.04.; 24.,25.12.17; 13.,20.06.; 13.08.; 06.,07.09.18; DN 13.01.; 10.04.; 11.09.17; 22.04.; 02.07.; 15.10.18; Guardian 10.12.16; 27.02.; 10.,11.07. 18.09.17

Naturschutz-Gebiete

Das 2009 begründete Naturschutz-Gebiet Mount Rungwe Nature Reserve (MRNR) versorgt den Nyassa-See zu 58% mit Wasser und beherbergt viele endemische Tier- und Pflanzenarten. Die Bewohner der 13 umliegenden Dörfer hatten durch Brandrodung, Bäume-Fällen und illegale Jagd beträchtliche Schäden verursacht. Mit Hilfe von UN-Programmen versucht die Reservatsverwaltung, die Bevölkerung aufzuklären und ihr Zusatzeinkommen durch Bienen- und Schmetterlingszucht und touristische Aktivitäten zu erschließen.

Die US-Stiftung „Wildlife Conservation Society“ untersucht seit 16 Jahren den Albertine-Graben zwischen Tanganyika- und Albert-See. Das Ökosystem verteilt sich auf fünf Staaten und ist dicht besiedelt. Es beherbergt eine einmalige Vielfalt von endemischen Landtieren, Fischen und Pflanzen. Diese sind durch Klimawandel und Landwirtschaft extrem gefährdet.

Das 4.000 km² umfassende Loliondo-Wildschutzgebiet östlich der Serengeti und nördlich von Ngorongoro war seit 1992 an die arabische Otterlo (auch „Ortello“) Corporation (OBC-Dubai) als exklusives Jagdrevier verpachtet. Dies führte zu anhaltenden Konflikten mit der Maasai-Bevölkerung (etwa 90.000 Personen). Diese lehnt den ohne ihre Zustimmung geschlossenen Pachtvertrag ab und beklagt schwere Gewaltakte von OBC und Polizei, vor allem 2009, 2015 und 2017. OBC hielte sie von ihren Wasserstellen fern, auf die die eingetragenen Dörfer ein Anrecht hätten. OBC wiederum argumentiert, die schnell wachsende Bevölkerung entziehe mit immer größeren Herden den Wildtieren in ihre Nahrungsbasis und störe die saisonalen Wild-Wanderungen. Der Konflikt wird durch den Klimawandel weiter verschärft.

Im August 2017 zerstörten Polizei- und Wildschutzkräfte 5.800 Behausungen in Loliondo-Gebiet und vertrieben an die 20.000 Personen. Die staatliche Menschenrechtskommission stoppte die Aktion, die Regierung annullierte die Jagdlizenzen der OBC und schloss sie von erneuten Bewerbungen aus. Das Antikorruptionsbüro leitete Untersuchungen gegen OBC ein. Ortskundigen zufolge ist OBC aber weiterhin aktiv.

Premier Majaliwa will nun eine spezielle Agentur einrichten, die das Loliondo-Gebiet überwachen und Konfliktlösungen erarbeiten soll. Die Wamaasai wollen erreichen, dass 1.500 km² der umstrittenen 4.000 km² als „Wildlife Management Area“ unter Verwaltung der registrierten Dörfer geführt werden, wo Nutztiere weiden dürfen. Ferner sollen junge Wamaasai, die als „angelernte Rangers“ arbeiteten, wieder eingestellt werden. Sie waren wegen mangelnder Sekundar-Schulbildung entlassen worden.

Ähnliche Spannungen bestehen mit dem Jagd-Unternehmen „Thomson Safaris“, das 50 km² Land von der TBL-Brauerei erwarb, die es 1984 vom Loliondo-Distrikt gekauft hatte, um Gerste anzubauen. TBL entschädigte damals die lokale Bevölkerung nicht, wie versprochen, und verkaufte das Land gesetzwidrig an Thomson Safaris weiter, als sich der Gerste-Anbau als unrentabel erwies.

Citizen 28.11.16; 13.11.17; DN 11.07.; 28.10.; 11.11.; 08.12.17; East African 22.12.14; Guardian 27.,29.10.; 07.11.17; 26.02.18; Thomson Reuters 12.11.15