Schwerpunktthema China: Investitionen - Handel - 06/2014

Aus Tansania Information
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Chinesische Investitionen in TZ

Das Tansanische Investitionszentrum und das Chinesisch-Afrikanische Unternehmensforum führten in Guangzhou Unternehmen beider Länder zusammen. Dabei wurden sieben große Kooperationsvereinbarungen im Umfang von mehreren Mrd. USD beschlossen. Geplante Großprojekte :

  • Kinyerezi: Großkraftwerk [s. TI 2013 / 01]
  • Bagamoyo: Neuer Hafen für Ostafrika mit Sonderwirtschaftszone und Eisenbahnanbindung (Volumen ca USD 10 Mrd.). Geplante Kapazität: 20 Mill. Container pro Jahr (Dar-Es-Salaam zur Zeit: 500.000; Mombasa 600.000)
  • Mtwara: Neuer Hafen für Südtansania, Mosambik und Malawi.
  • Freundschafts-Textilfabrik: Rehabilitation und Ausbau der Wertschöpfungskette von der Rohbaumwolle bis zum Fertigprodukt
  • Industrie- und Handelspark in Tansania
  • Ludewa-Distrikt: Eisen- und Kohlebergbau, Kohle-Großkraftwerk (600MW), langfristig Stahlindustrie. Investitionen von ca USD 3 Mrd. Zur Realisierung bildete die tansanische National Development Corporation und die Sichuan Hongda Corporation ein gemeinsames Unternehmen „Tanzania China International Mineral Resources“. Der tansanische Staat hat – im Gegensatz zu bisherigen Bergbauverträgen – daran einen Anteil von 20%.
  • Die Staatsagentur Tanroads und drei chinesische Firmen werden den tansanischen Teil der Fernverkehrsstraße Ägypten-Südafrika bauen. Finanziert wird das Projekt von der Afrikanischen Entwicklungsbank, Japan und zu 5% von Tansania selbst.

Eine chinesische Firma sammelt in Dar-Es-Salaam monatlich 700 t PET-Flaschen und exportiert den Rohstoff zum Recycling nach China. Sie gründet demnächst 2 weitere Anlagen.

Präsident J. Kikwete erhielt beim Weltwirtschaftsforum in Abuja, Nigeria die Zusage von Premier Li Kequiang, dass China Tansania helfen wird, moderne Einrichtungen zur Lagerung und Konservierung von Getreidereserven zu errichten. Li versprach auch, sicherzustellen, dass der neue Hafen in Bagamoyo fristgerecht gebaut wird.

Premier Pinda betonte, private Unternehmen seien in Tansania gegen Enteignung geschützt; Investoren könnten ihre Gewinne uneingeschränkt ausführen. Der Vorsitzende des Chinesisch-Tansanischen Unternehmerrates sagte, trotz bescheidenen technischen Niveaus und niedriger Produktivität biete Afrika chinesischen Investoren einen großen Markt, billige Arbeitskräfte und reichliche Rohstoffreserven. Mehr als 500 chinesische Firmen sind in Tansania ansässig, 80% davon in privater Hand.

Die chinesischen Investitionen in Tansania sollen 2014 auf USD 3 Mrd. anwachsen (2013: USD 2 Mrd.). Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind dabei Energie, Verkehr, Bergbau, sowie Informations- und Telekommunikationstechnologie. Mit Entwicklung dieser Schlüssel-Branchen hofft man das hohe Handelsdefizit (USD 3 Mrd. / Jahr zu Gunsten Chinas) verringern zu können.

Der chinesische Botschafter besuchte die Kagera-Region, um Investitionsmöglichkeiten für chinesische Firmen zu erkunden. Landwirtschaft, Viehzucht und Produktionsbetriebe könnten dort gewinnbringend arbeiten. Der Regionalkommissar lud Investoren dazu ein, den Transport auf dem Victoria-See weiter zu entwickeln. Ein chinesisches sozialwissenschaftliches Institut bezeichnete die Kleinheit des tansanischen Marktes als Haupthindernis für Investoren. Entscheidend sei es, einen einheitlichen ostafrikanischen Markt zu schaffen, vor allem durch Bürokratie-Abbau und Ausbau der Verkehrswege. Als Plattform für die wirtschaftliche Zusammenarbeit dient das „Forum für Chinesisch-Tansanische Kooperation“ (FOCAC).

Handelsvolumen wächst kräftig.

Importe von Fertigwaren aus China nehmen im zweistelligen Prozentbereich zu. Viele Produkte haben zwar eine unterdurchschnittliche Qualität, sind aber so billig, dass auch ein Slumbewohner sie sich leisten kann, z.B. eine Uhr für 40 Cents. So werden neue Konsumenten erschlossen. Meist werden diese Waren von fliegenden Händlern auf der Straße verkauft, die dadurch ein Einkommen finden. 2013 importierte Tansania aus China Waren im Wert von USD 3,1Mrd.

Tansania kann fast nur Rohstoffe nach China exportieren, wobei immer wieder illegale Geschäfte bekannt werden [s. unten „Kritik“]. Z.B. gehen große Mengen Hartholz nach China, um dort zu Möbeln für IKEA und andere Großfirmen verarbeitet zu werden. Hohe Exporteinnahmen werden von künftigen Flüssiggas-Verkäufen erwartet. 2013 exportierte Tansania Waren im Wert von USD 600 Mill. nach China, hauptsächlich land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse, sowie Häute und Felle. Tansanische Produkte können weitgehend zollfrei in China eingeführt werden.

Chinesische Touristen in TZ

Tansania wirbt erfolgreich um chinesische Touristen. 2012 kamen etwa 5000, 2013 waren es bereits 13.000. Eine Delegation warb in China um Investoren für den Tourismus in Tansania. Komfortablere Unterkünfte und Reisewege würden mehr chinesische Touristen anlocken. Chinesische Fluglinien sollen für eine Direktverbindung Beijing – Dar-Es-Salaam gewonnen werden.

Homepages:

Chinesisch-Tansanische Kooperation: www.focac.org;

National Development Corporation: www.ndc.go.tz;

Economic and Social Research Foundation (www.esrftz.org)

Guardian 21.02.; 18.04.14; DN 09.,14.,22.,25.04.; 09.05.14; Forum on China-Africa Cooperation (Beijing) 14.11.13; East African Business Week 10.12.13