Schwerpunktthema: Wasser - 02/2015

Aus Tansania Information
Wechseln zu: Navigation, Suche

Geld fließt – Wasser tröpfelt

Nach einem Bericht der NRO „Twaweza“ verfünffachte Tansania seine Ausgaben für Wasserversorgung in den Jahren von 2000 bis 2012. Im gleichen Zeitraum ging der Prozentsatz derer, die Zugang zu sauberem Trinkwasser hatten, von 55% auf 53% zurück (Gesamtafrikanischer Durchschnitt: 63%). Das Land erhielt von 1955 bis 2005 pro Wasserkunde $ 57 Auslandshilfe, erlebte aber einen Versorgungs-Rückgang von 1%. Zum Vergleich: Kenia erhielt $ 17 pro Wasserkunde und konnte damit den Versorgungsgrad um 25% steigern. Das im Programm „Big Results Now“ angepeilte Ziel von 75% Versorgungsgrad bis 2015 wird offensichtlich verfehlt werden, obwohl TZ seit 2007 $ 900 Mill. Auslandshilfe und Steuergelder für Wasserversorgung aufgewendet hat. „Wo blieb das ganze Geld?“ fragt Twaweza.

89% der Tansanier holen ihr Wasser von öffentlichen Zapfstellen, meist Mädchen und Frauen. Dafür wenden sie durchschnittlich etwas mehr als eine Stunde auf. Ziel ist es, nicht mehr als ½ Stunde für das Wasserholen zu brauchen.

In Teilen Dar-Es-Salaams gibt es monatelang kein fließendes Wasser. Das lässt das Geschäft der Wasserverkäufer blühen. Sie kaufen 1000 Liter für TZS 2000 vom Wasserwerk und liefern sie dann für 15.000 bis 20.000 an die Haushalte. Manchmal kostet ein Eimer Wasser bis zu TZS 1000.

In Arusha droht mit stark wachsender Bevölkerung, hohen Touristenzahlen und gleichzeitig schwindenden Quellen in den nächsten 10 Jahren eine Wasser-Versorgungskrise. Dringend müssen Wasserschutz-Gebiete eingerichtet und von Besiedelung frei gehalten werden. Viele Quellgebiete gehören traditionellen Gruppierungen oder Dörfern und können daher nicht angezapft werden. Arusha verbraucht täglich 93.000 m³ Wasser.

Citizen 02.0414; DN 24.03.14; Guardian 17.05.; 23.06.; 21.08.14: Www.twaweza.org/go/sauti-water-en 01.04.14;

Ursachen von Wassermangel

Seit 2010 werden mit deutscher Hilfe alle Wasserstellen erfasst und ihr Zustand dokumentiert. Eine vorläufige Auswertung ergab, dass von 74.331 Wasserprojekten nur 40.444 funktionieren. Im laufenden Haushaltsjahr sollen 5.386 Projekte repariert werden. Ein Statistiker aus dem Wasserministerium nannte als wichtige Ursachen für das verbreitete Nichtfunktionieren von Wasserprojekten:

  • Installationsarbeiten werden schlampig ausgeführt
  • Verantwortliche vernachlässigen die Wartung / inkompetente Wartung
  • Inkompetente Aufsichtspersonen auf allen Ebenen
  • kleine Schäden lassen eine ganze Anlage ausfallen
  • Stromausfälle legen Pumpen lahm; Spannungsschwankungen beschädigen Pumpen
  • Teile der Installation werden gestohlen
  • Abwasserrohre werden gestohlen und als Altmetall verkauft
  • Konsumenten zahlen keine Beiträge
  • Gezahlte Beiträge werden zweckentfremdet oder veruntreut
  • Illegale Anschlüsse und manipulierte Wasseruhren entwenden Wasser ohne Bezahlung
  • Wasser wird gegen Bestechung geliefert
  • Vandalismus beschädigt die Anlagen / Konsumenten fühlen sich für die Anlagen nicht verantwortlich
  • Landwirtschaftliche Aktivitäten und Klimawandel gefährden das Grundwasser
  • In Wasserschutzgebieten werden Wälder gerodet

In Dar-Es-Salaam gehen 57,4% des Leitungswassers durch Lecks (ca 22%) und Diebstahl (ca 35%) verloren. Daher erhalten nur 117.000 von den 4,5 Mill. Einwohnern Wasser aus dem öffentlichen Netz. Dies bedeutet einen Einnahmeausfall von € 150.000 täglich. Staatliche Institutionen schulden zudem den DSM-Wasserwerken mehr als TZS 10 Mrd.; die größten Schuldner sind Streitkräfte, Gefängnisse und Polizeistationen. Der Versorger DAWASCO drohte zum wiederholten Male an, langjährigen Schuldnern die Wasserversorgung zu kappen. Die Außenstände betragen TZS 44 Milliarden.

Frustrierte Einwohner in DSM klagten Wasserministerium und Wasserwerke an, nicht effizient gegen Wasserdiebstahl vorzugehen. Diebe zweigten Wasser in großen Mengen ab, um es Menschen zu verkaufen, bei denen kein Wasser ankommt. Dies könne nur mit Protektion durch die Kontrolleure geschehen. Anklagen gegen Wasserdiebe würden verschleppt und dann fallen gelassen. Einige Diebe sind ausgebildete Wasserbau-Ingenieure; sie legten illegale Versorgungsnetze an. Dazu blockierten sie die Leitungen legaler Wasserkunden. Manche sollen bis zu € 1.500 täglich eingenommen haben. Die übliche Strafgebühr beträgt nur € 50,00. Die Regierung will nun das Wassergesetz von 2002 verschärfen und für Sabotage und schweren Diebstahl von Wasser Gefängnisstrafen androhen.

Der Wasserminister ließ eine seit 10 Jahren mit illegal gezapftem Wasser betriebene Zementblock-Fabrik in DSM schließen. 40 derartige Betriebe zweigen etwa 7,2 Mill. Liter Wasser pro Tag ab und verursachen einen Verlust von TZS 8 Mrd. Diese Firmen müssten sich nun legal mit Wasser versorgen.

Chadema-Abgeordnete sagten im Parlament, 80% der von der Weltbank 2007 bis 2010 finanzierten Brunnenbohrungen produzierten kein Wasser. Sie verlangten Maßnahmen gegen inkompetente Firmen. Der Wasserminister erwiderte, 70% der Bohrlöcher lieferten gutes Wasser.

Umweltschützer erinnern daran, dass Viehhirten und Bauern in Flussgebieten die Wasserversorgung für Städte und Staudämme beeinträchtigen. Zuflüsse des Ruvu, der Hauptquelle für die Wasserversorgung Dar-Es-Salaamss, zeigen einen deutlich reduzierten Wasserstand weil viel Wasser für Bewässerung, Bergbau und Backstein-Herstellung verbraucht wird. Auch die starke Entwaldung gefährdet Wasserreserven und verstärkt die Erosion. Weil Flusswasser zunehmend verunreinigt wird, steigen die Kosten für die Wasseraufbereitung.

In der Kilimanjaro-Region musste während der letzten Trockenperiode erstmals das Leitungswasser rationiert werden, weil die Schüttung der Quellen stark zurückgegangen war. Mittelfristig will man deshalb mit Tiefbrunnen eine verlässliche Versorgung erreichen.

Weil der Ruvu seinen Lauf in der Nähe von Bagamoyo geändert hatte, mussten die DSM-Wasserwerke für TZS 3 Mrd. ein Wehr errichten, um genügend Wasser zu den Aufbereitungsstationen zu leiten.

Business Times 25.07.14; Citizen 20.12.14; DN 27.03.; 06.,14.04.; 24.05.; 23.07.; 04.08., 10.09.; 12.11.14; Guardian 13.01.; 05.,17.03.; 07.05.; 02.,23.06.; 20.12.14; 05.01.15

Abwasser

Die Untersuchung einer niederländischen Hilfsorganisation ergab, dass 70% der Schulen keine angemessene Sanitär-Anlage haben. Dies wirkt sich negativ auf Schulbesuch und -Leistung, vor allem der Mädchen, aus.

Eine niederländische Spezialfirma kooperiert mit Firmen in Arusha, um das überlastete Abwasser-System zu modernisieren. Zur Zeit sind nur 15% der mehr als 500.000 Einwohner an das Abwassernetz angeschlossen, das nur 44 km lang ist und etwa 4000 Anschlüsse hat.

Tansanische Forscher entwickeln eine seit 1995 von dänischen Organisationen eingeführte ökologische Abwasser-Behandlung weiter. Dabei werden Fäkalien und Abwässer über ein Filtersystem zu speziellen Gräsern geleitet. Dadurch werden schädliche Bestandteile abgebaut und das verbleibende Wasser enthält viel Stickstoff, Phosphor und weitere Pflanzen-Nährstoffe. Auch Fische können darin gedeihen. Das System wurde erfolgreich an Sekundarschulen in Iringa eingesetzt.

Citizen 19.05.14; DN 14.03.; 06.04.14

Erfolgreiche Projekte

Im Chamwino-District (Dodoma) konnte der Wasser-Versorgungsgrad von 50 auf 65% gesteigert werden. - Die Wasserwerke Moshi konnten die Leitungsverluste von 38 auf 23% senken. Da oberflächliche Quellen immer weniger Wasser liefern, wurden neue Ressourcen durch zwei Tiefbohrungen erschlossen. Derzeit liefern die Wasserwerke Moshi 38.000 m³ pro Tag.

Die „Ilkisongo Pastoralist Initiative“ etablierte erfolgreich eine Wasserversorgung im Loliondo-Distrikt. Die Kosten von TZS 92 Mill. trug das UN-Entwicklungsprogramm. Außer einem 45.000-Liter-Vorratstank wurden Regenwasser-Sammelbecken, Viehtränken und kommunale Zapfstellen errichtet.

Der Wasser-Ausschuss im DSM-Ortsteil Kwembe (400.000 Einwohner) hat erfolgreich ein japanisch gesponsertes Versorgungsnetz rehabilitiert und mit eigenen Mitteln ein 120 m³-Reservoir gebaut. Anwohner kaufen dort Wasser für TZS 150 pro 20 l-Eimer.

Der Wasserminister gab bekannt, dass im Rahmen der Initiative „Big Results Now“ (BRN) innerhalb eines Jahres 16.784 neue Wasser-Zapfstellen im ländlichen Bereich eingerichtet wurden. Sie versorgen 4,2 Mill. Verbraucher mit sauberem Wasser. Die nach malaysischem Vorbild eingeführte BRN-Initiative soll Entwicklungsprojekte innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens ohne bürokratische Hemmnisse realisieren. Eine Herausforderung besteht allerdings im Mangel an Ingenieuren. Laut dem Berufsverband fehlen 67.000 Ingenieure.

Finanziert von Belgien und der EU (TZS 15 Mrd.) wurden in Dar-Es-Salaam 15 Tiefbrunnen gebohrt, die 16 Großtanks und 181 Zapfstellen unabhängig von der zentralen Wasserleitung versorgen. 6 Brunnen entstanden in Temeke, 5 in Ilala und 4 in Kinondoni. Schulen, Kranken- und Polizeistationen, Märkte und auch private Verbraucher erhalten erstmals Zugang zu sauberem Wasser. Schwierigkeiten gibt es bei der Stromversorgung der Pumpen und dem Schutz vor Vandalismus.

Die Brauerei TLB spendete einer Krankenstation in Ilala (DSM) einen Tiefbrunnen. Die Station spart dadurch TZS 4 Mill. jährlich für Wasserkäufe ein. Die Serengeti-Brauerei spendete Wasser-Anlagen für Krankenhäuser in Songea, Iringa, Moshi, DSM, und Mwanza.

DN 13.,24.03. 05.09.; 16.10.; 10.11.14; Guardian 24.,29.03.; 14.04.; 30.04.14

Unterstützung aus dem Ausland

Die Regierung erhielt $ 100 Mill. von der Weltbank, um die Wasserversorgung in DSM neu zu organisieren. Bisher gibt es Überlappungen und Doppelarbeit zwischen den Behörden DAWASA und DAWASCO. Auch Abwasser-Risiken und Überflutungsgefährdung sollen reduziert werden.

Die Weltbank stellt Tansania durch den Internationalen Entwicklungs-Verband (IDA) $ 45 Mill. für das Wassersektor-Unterstützungsprogramm (WSSP) zur Verfügung. In diesem Rahmen erhalten 6,7 Mill. Einwohner in ländlichen Gebieten 26.468 neue oder reparierte Wasserstellen. Wasserschutzgebiete sollen ausgewiesen und geschützt werden. Für 900.000 Menschen wird eine Abwasser-Beseitigung eingeführt.

Großbritannien versprach das WSSP in den kommenden 5 Jahren mit TZS 400 Mrd. zu fördern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Reparatur und Wartung existierender Anlagen aus früheren Phasen des Programms. 40% dieser Systeme (nach niederländischen Erhebungen 62%) sind bereits wieder außer Betrieb.

Die US-amerikanische Millennium Challenge Corporation finanziert den Ausbau der Aufbereitungsanlage am Unteren Ruvu mit TZS 60 Mrd. Er wird von französischen und kenianischen Firmen ausgeführt. Die Entnahme am Unteren Ruvu wird damit von 182 auf 270 Mill. Liter / Tag gesteigert.

DN 19.06.14; Guardian 28.02.; 20.,22.06.; 20.12.14

Vorhaben

Der Wasserminister forderte die regionalen Behörden auf, den Schutz von Wasserquellen besser durchzusetzen. Sie müssten Landwirte aus Schutzgebieten vertreiben und das Fällen von Bäumen rigoros verfolgen.

Die Regierung plant, in der Morogoro-Region bei Kidunda einen großen Staudamm zu errichten, Damit soll Strom gewonnen und die Wasserversorgung von DSM stabilisiert werden. Die Kosten von $ 159 Mill. sollen durch Kredite bei der Südafrikanischen Entwicklungsbank und der Tansanischen Investitionsbank, sowie einer chinesischen Firma aufgebracht werden. Schwierig gestalten sich die Entschädigungsverhandlungen mit Bewohnern des für den Stausee benötigten Gebiets. Eine neue Groß-Wasserleitung vom Oberen Ruvu nach DSM soll Ende 2015 statt bisher 82. Mill. Liter 196 Mill. Liter liefern. Sie wird von indischen Firmen für TZS 97,3 Mill. gebaut.

Die DSM-Wasser- und Abwasserverwaltung will die Wasserverluste durch Diebstahl und Lecks nach dem Vorbild der Hamburger Wasserwerke reduzieren. Wenn das gelänge, würde die eingespeiste Menge von 300 Mill. Liter täglich für alle Einwohner ausreichen. Zunächst will man die Verluste von 56 auf 34% verringern. Langfristig können die großen unterirdischen Wasserreserven erschlossen werden (in der Küstenregion etwa 1/3 des Inhalts des Victoriasees). Im Großraum DSM sind 30 Tiefbrunnen mit einer Kapazität von 390 Mill. Litern pro Tag geplant. Ziel ist es, täglich 750.000 m³ Wasser nach DSM zu liefern (Kosten ca TZS 650 Mrd.). Insgesamt will die Regierung für eine zureichende Wasserversorgung Dar-Es-Salaams TZS 1,2 Bill. (€ 570 Mill.) aufwenden.

38 Dörfer der Distrikte Same, Mwanga und Korogwe sollen bis 2016 eine zentrale Wasserversorgung aus dem Nyumba ya Mungu-Stausee bei Moshi erhalten. Das Projekt wird mit $ 146 Mill. von arabischen Ländern vorfinanziert und von einer kuweitischen Firma ausgeführt.

Die Stadt Sengerema (Mwanza-Region, 100.000 Einwohner) erhält ein zentrales Wasser- und Abwassersystem, installiert von einer chinesischen Firma. Ähnliches ist im Rahmen des Victoriasee-Wasser- und Abwasserprogramms für die Städte Nansio und Geita geplant. Das Victoriasee-Sanierungsprogramm wird mit insgesamt $ 124,8 Mill. von der Afrikanischen Entwicklungsbank finanziert.

Die Stadt Mtwara erhält eine neue Anlage zur Wasserversorgung. Eine 70km-Leitung zum Ruvuma-Fluss wird täglich 100 Mill. Liter Wasser liefern (derzeit sind täglich 8 Mill. l verfügbar). Die ausführende Firma ist die Chinese Railway International Group, die 1970 die TAZARA-Bahn baute. Zu den Kosten von $ 189 Mill. trägt Tansania 20% direkt bei. 80% werden mit einer weichen Anleihe Chinas über 20 Jahre finanziert. Die Bevölkerung Mtwaras wird sehr schnell wachsen, da in der Gegend eine riesige Zementfabrik, Gasverflüssigungsanlagen und Bergbau-Aktivitäten angesiedelt werden.

Laut Wasserministerium haben derzeit 73% der städtischen und 53% der ländlichen Bevölkerung Zugang zu sauberem Wasser [vgl. aber oben die Angaben über DSM]. Bis 2025 sollen 90% mit Trinkwasser versorgt und die Leckage-Verluste auf 25% gesenkt werden. 1,1 Mill. neue Wasseranschlüsse sollen entstehen. Dafür sollen drei neue Mehrzweck-Dämme gebaut und 10 bestehende repariert werden. Ferner sind 150 Bohrlöcher zur Grundwasserkontrolle geplant. Aufgrund schlechter Erfahrungen sollen nur noch zertifizierte Firmen Wasser-Anlagen bauen. Alle Brunnen sollen auf ihre Wasserqualität überprüft werden.

Die Regierung gab Machbarkeits-Studien für drei Staudämme in Auftrag. Damit soll die Wasserführung des Ruvu (Kidunda-Damm), des Ruaha (Lugoda-Damm) und des Ndembera (Farkwa-Damm) verstetigt werden. Die Finanzierung dieser Vorhaben ist noch nicht geklärt.

Unter Hinweis auf zunehmende Probleme durch Dürrezeiten und Überschwemmungen forderte Vizepräsident Bilal, systematisch Rückhaltebecken und Speichertanks für Regenwasser zu bauen. Dies sei ein preisgünstiger Weg, Schulen und Privathaushalte mit Wasser zu versorgen.

Da unsichere Wasserlieferungen oft auf unbezahlte Stromrechnungen zurückgehen (Tanesco-Außenstände bei Pumpanlagen TZS 13,5 Mrd.), will man neue Anlagen mit erneuerbaren Energien wie Solarstrom betreiben.

Insgesamt will die Regierung für die zweite Phase des Wassersektor-Entwicklungsprogramms (WSDP II) TZS 5,5 Bill. (€ 2,6 Mrd.) aufwenden. Nach bisherigen Erfahrungen werden derartige Pläne nur teilweise realisiert. In den beiden letzten Finanzjahren erhielt das Wasserministerium nur etwa die Hälfte der budgetierten Summe zugewiesen (2012/13: TZS 104 Mrd. statt 140 Mrd.).

Bisher mussten Leitungsrohre aus Indien und China eingeführt werden; teilweise auch in gebrauchtem Zustand. Nachdem glasfaserverstärkte Plastikrohre für hohen Druck nun auch in Tansania hergestellt werden, erhofft man bessere Haltbarkeit, günstigere Preise und etwa 500 lokale Arbeitsplätze.

Das Wasserministerium verhandelt mit israelischen und japanischen Firmen über Meerwasser-Entsalzungsanlagen auf Osmose-Basis. So sollen für Dar-Es-Salaam 100 Mill. m³ (gemeint sind wohl Liter) täglich gewonnen werden. Die Bevölkerung von DSM wächst jährlich um 5,6%. Eine ähnliche Anlage soll entsalztes Meerwasser nach Handeni (Tanga-Region) liefern. Entsalzungsanlagen haben einen hohen Energiebedarf.

Forscher des Wasserministeriums haben eine einfache Technik entwickelt, überhöhte Fluorgehalte im Trinkwasser zu reduzieren. Das Wasser wird dazu über zermahlene Rinderknochen geleitet. Besonders hohe Fluorwerte (4,5 bis 10 mg / Liter) finden sich in den Regionen Arusha, Kilimanjaro, Mwanza, Singida und Mara. Gesundheitlich unbedenklich ist ein Fluorgehalt von 1,5 mg pro Liter. Zu viel Fluor verursacht Zahnverfärbungen, sowie Skelett- und Gelenkdeformationen.

Citizen 25.06.14; DN 21.,27.03.; 08.04.; 20.07.; 04.08.; 23.09.; 09.10.; 22.12.14; 15.01.15 Guardian 15.03.; 07.,15.05.; 02.,06.,12.06.; 04.,07.07.; 15.,25.08.; 17.,27.10.; 09.12.14