Schwerpunkt: Kirchen und Religionen: Politik und Gesellschaft - 02/2016

Aus Tansania Information
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Konfrontation mit früherer Regierung

Der Tansanische Christenrat (CCT), die Katholische Bischofskonferenz (TEC) und der Rat der Pfingstkirchen (CPCT) hatten sich in der letzten Phase der Kikwete-Administration zum „Christlichen Forum“ zusammengeschlossen. Dieses protestierte gegen die aus Sicht der Kirchen undemokratische Weise, mit der der CCM-Verfassungsentwurf durchgedrückt und islamische Kadi-Gerichte auch auf dem Festland eingeführt werden sollten [TI 2015/03 und 04]. Die Regierung hatte obendrein versucht, ihre Pläne mit Hilfe nicht legitimierter christlicher Funktionäre zu rechtfertigen. Dies wiesen die offiziellen Kirchvertreter einmütig und in scharfer Form als Gefährdung des Friedens im Land zurück. Sie zitierten dazu Sprüche 29,1: „Wer trotz wiederholter Warnungen halsstarrig bleibt, wird plötzlich zerbrochen“.

Der Innenminister drohte damals Kirchen, die sich in die Politik einmischten, mit Verbot. Schließlich schob die Regierung das Verfassungs-Referendum auf.

Regelungen

Die Agentur für Insolvenzen und Treuhandschaft (RITA) wies darauf hin, dass 76 gemeinnützige Einrichtungen, davon 29 religiöse, ihre Anerkennung riskieren, wenn sie nicht regelmäßig ihre Finanzierungsquellen und Jahresabschlüsse vorlegen.

Der Nationale Umweltrat (NEMC) wies darauf hin, dass die Lärmschutzgesetze auch für kirchliche Veranstaltungen gelten. Diese sollen in Städten vor Lärmbelästigung durch Bars, Geschäfte und Straßenmusiker schützen. Zwischen 23 und 7 Uhr dürfen auf Straßen keine Lautsprecher betrieben werden. Zahlreiche Einwohner Dar-Es-Salaams hatten sich u.a. über störend laute Gebetsveranstaltungen beschwert.

Kirchliche Einrichtungen gelten als gemeinnützig und müssen daher nur eine pauschale Landsteuer von TZS 8.000 zahlen.

CCT-Pressemitteilung 31.03.15; Citizen 13.03.; 15.04.15; DN 16.,25.03.15; East African 06.09.14; 18.03.15 Guardian 28.01.; 16.,17.03.; 23.07.15;

Unterstützung für neue Regierung

Die Spitzen der katholischen und lutherischen Kirchen und der Mufti der tansanischen Muslime wurden zur Vereidigung des neuen Präsidenten Dr. Magufuli eingeladen. Sie gratulierten ihm und baten Gott um Weisheit für die neue Regierung. Christliche Prediger unterstützen generell den Reformkurs Magufulis und beschwören die Bevölkerung Sansibars, eine friedliche Einigung in der Wahlkrise zu suchen.

Die Africa Inland Church (AIC) feierte ihr 20-jähriges Bestehen in Tansania in Anwesenheit von Premier Majaliwa. Der AIC-Bischof beglückwünschte die fünfte tansanische Regierung zu ihren guten Absichten und versprach seine Fürbitte für eine ethische Staatsführung.

Der Leitende Bischof der ELCT, Dr. A. Malasusa, betonte, nur interne und internationale Verhandlungen könnten die Burundikrise lösen. Dies stützt die Bestrebungen Tansanias Gespräche unter den verfeindeten Partien in Gang zu bringen, ohne die angedrohte Friedenstruppe der Afrikanischen Union einzusetzen. Die Kirchen sähen bei ihrer Flüchtlingsarbeit, dass Frauen und Kinder besonders unter den gewaltsamen Auseinandersetzungen litten. Die tansanischen Kirchen beteten fortgesetzt für die Bevölkerung Burundis.

Citizen 28.12.15; DN 30.11.15; Guardian 27.12.15; Uhuru na Amani 2015/02