Schwangerschaft und Verheiratung von Schülerinnen - 06/2012

Aus Tansania Information
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Der Vorschlag der Regierung, schwangeren Schülerinnen nach der Entbindung weiteren Schulbesuch zu erlauben, wurde von den Abgeordneten angenommen. Eine Entscheidung steht noch aus. (Guardian 14.11.11/21.4.12)

Damit sie vor ungewollter Schwangerschaft geschützt würden, sollen die Schülerinnen in der Kagera-Region alle drei Monate einen Schwangerschaftstest machen. Wer eine wichtige Information gibt, die zur Verhaftung des Mannes führt, der eine Schülerin geschwängert hat, erhält 30.000/- TSh. Die Besitzer von Gästehäusern sollten keinesfalls Mädchen unter 18 Jahren aufnehmen. Das Unternehmen wird geschlossen, wenn sich der Besitzer nicht an diese Vorschrift hält. In der Kagera-Region verließen im vergangenen Jahr mehr als 260 Schülerinnen die Schule wegen Schwangerschaft. (DN 23.3.12)

Ein Viehhalter wurde von der Polizei verhaftet, weil er seine beiden Töchter, 13 und 14 Jahre alt, die eine Sekundarschule im Dorf besuchten, verheiraten wollte. Ihr Vater habe vier Rinder als Brautpreis erhalten, berichteten die Mädchen der Schulleiterin. Sie informierte den zuständigen Bildungsbeauftragten, dieser die Polizei. So konnte sie den Vater festhalten, während man eine Internatsschule für die Mädchen suchte. (Citizen 16.1.12)

Einwohner von Lindi sind überzeugt, die Armut vieler Eltern sei schuld daran, dass immer mehr Schülerinnen schwanger werden. Schon die Art, in der sie sich kleiden, sei ein schlechtes Beispiel. Weil immer mehr Ehen zerbrechen, blieben die Kinder sich selbst überlassen; die meisten landeten auf der Straße als Bettler oder Prostituierte. (Guardian 12.4.12)

Der Stellvertretende Minister für Erziehung und berufliche Bildung sagte, die Distrikträte sollten möglichst viele Wohnheime errichten, damit die Schülerinnen der Tagesschulen nicht so viel herumziehen müssen und weniger in Versuchung geführt werden.

Die Regierung beschloss, jedes Jahr 20 Wohnheime für je 48 Schülerinnen zu errichten. (DN 21.4.12)

Wenn Mädchen die Schule verlassen, um verheiratet zu werden, weil die Familien scharf sind auf den Brautpreis, handelt es sich um eine Art Gewalt gegen Frauen.

Ein Amtsträger eines Dorfes sagte, in einer geheimen Erhebung habe man die Schüler und Schülerinnen aufgefordert, Namen derjenigen zu nennen, die sexuelle Beziehungen zu Schülerinnen pflegen. Das habe bewirkt, dass Männer, die mit Mädchen flirteten, Angst bekamen. Das Problem sei dadurch kleiner geworden.

Eine Mutter bekannte, um 100.000/- TSh als Brautpreis zu erhalten, habe sie ihre Tochter gezwungen, sofort nach Abschluss der Primarschule zu heiraten.

Die Höhe des Brautpreises hängt von den Sitten und Traditionen der jeweiligen Volksgruppe ab. Er kann sechs bis sieben oder auch 30 Rinder betragen.

Manche Eltern raten ihren Töchtern, bei der Prüfung schlechte Leistungen zu bringen, damit sie nicht für die Sekundarschule ausgewählt werden. (Guardian 27.4.12)