Schutz von Kulturgütern - 09/2007

Aus Tansania Information
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Zu neuen Leitlinien

Die National Antiquities Division ist dabei, die Formulierung von neuen Leitlinien für den Schutz der Altertümer abzuschließen. Sie sollen demnächst verabschiedet werden. U. a. geht es darum, bei Schutz und nachhaltiger Nutzung des kulturellen Erbes die Gesellschaft zu beteiligen. Das komme der Nation und dem Volk zugute. Der Leiter der Abteilung kritisierte, bisher würden die Anweisungen und Leitlinien der International Conventions zum Schutz des historischen und kulturellen Erbes nicht berücksichtigt. (Guardian 4.6.07)

Dar-es-Salaam

37 Gebäude des Central Business District, die früher wegen ihres historischen Wertes vor dem Abriss geschützt waren, wurden nun von der Regierung freigegeben. Damit man die Stadt modernisieren kann, dürfen die Grundstücke für alle 110 Gebäude nun neu bebaut werden; 37 sollen 10-15 Stockwerke bekommen. Doch für einige Gebäude benötigen die Investoren für den Abriss eine Sondergenehmigung, damit die Verbindung mit der Vergangenheit nicht ganz verloren gehe. Prof. Maghembe, Minister für Naturschätze und Tourismus, sagte, die Regierung schätze die Bewahrung historischer Gebäude und die Erhaltung kulturell wichtigen Geländes. Doch die Kosten einer vom Antiquies Act geforderten Erhaltung müssten im Gleichgewicht sein mit der ebenso wichtigen Modernisierung. Die meisten dieser 1967 verstaatlichten Gebäude seien heruntergekommen, einige stellten ein Sicherheitsrisiko dar. (DN 25.7./7.8.07)

Haydom

Das Haydom Lutheran Hospital (Mbulu-Distrikt, Manyara-Region) errichtet das Four Corners Cultural Centre, ein Kultur- und Informationszentrum, in dem es um Kunst und Kultur von vier Sprachgruppen geht. Die Völker sind aus vier Himmelsrichtungen eingewandert. Es sind die Datoga, der nilotischen Sprachgruppe zugehörig, die Iraq, deren Sprache kuschitischen Ursprungs ist, die Hadzabe, die mit den San sprechenden Menschen Botswanas und Südafrikas eng verwandt sind, und die Isanzu und Iramba, die eine Bantusprache sprechen. Sie leben in dem hügeligen Gebiet von Haydom friedlich beieinander. Jede Ethnie wählte auf dem Gelände des Kulturzentrums einen Platz aus. Auf diesem errichteten von der Gruppe selbst ausgewählte Leute, die sich darauf verstehen, das betreffende traditionelle Haus. Dabei verwendeten sie nur Werkzeuge ihrer Ahnen. Das Haus wird mit Gebrauchsgegenständen, Werkzeugen, Kleidung aus Leder oder Baumrinde der jeweiligen Ethnie ausgestattet. In der Mitte der Anlage soll ein Gebäude entstehen, dessen Baustil die Tradition jeder Gruppe aufnimmt und die Zukunft symbolisiert. (Guardian 6.6.07)

Kondoa

Die Stellvertretende Ministerin für Information, Kultur und Sport forderte die Einwohner von Kolo (Kondoa-Distrikt, Dodoma-Region) auf, der Regierung bei der Bewahrung der 30.000 Jahre alten Felsmalereien in den Kolo-Bergen zu helfen. Sie verlören an Schönheit, würden, wenn man sie nicht schütze, in 10 Jahren verschwinden. Es sei verboten, sie zu restaurieren, erklärte sie. Für effizientere Arbeit stelle die Regierung dem Kolo Antiquities Conservation Office ein Fahrzeug, Fotovoltaik-Ausrüs-tung, Computer und Dokumentationsfachleute zur Verfügung. Die Felsmalereien schildern das damalige Leben der Jäger und Sammler. Auch Giraffen, Büffel, Antilopen sind abgebildet, Warzenschweine und Stachelschweine, die vor Jägern fliehen. Die Höhlen dienten zwei Ethnien auch für rituelle Handlungen, wenn sie um Regen beten oder einen Medizinmann einsetzen wollten.

Die Einwohner von Kolo sind sich der Bedeutung der Felsmalereien bewusst. Sie berühren diese nicht. (DN 17.7.07)

Pangani

Pangani ist mit seinen alten Gebäuden und anderen Kunstwerken eine der historischen Stätten Tansanias, die ein wahres Bild geben von der Vergangenheit und den Kontakten mit dem Rest der Welt. Bei einer Arbeitstagung zum Thema 'Schutz des Pangani-Erbes und Kulturzentrum' wurde die Verwaltung des Pangani-Dis-trikts (Tanga-Region) angewiesen, Gebäude, Kunstwerke und andere bedeutsame und kulturell wichtige Dokumente zu schützen und zu bewahren. Organisiert wurde die Arbeitstagung von der in Pangani beheimateten Uzima kwa Sanaa (Uzikwasa) <Leben für die Kunstwerke> in Kooperation mit der National Antiquities Division. An diese richtete man die Bitte, ein Büro einzurichten, das die Arbeit besser koordiniert. Ein Repräsentant der Tanga-Region sagte, durch Touristen, Forscher und andere Gelehrte könne Pangani für Distrikt und Nation zu einer weiteren zuverlässigen Einkommensquelle werden. Er riet allen, die in alten Gebäuden wohnen, vor Renovierungsarbeiten Architekten und zuständige Stellen zu Rate zu ziehen, andernfalls könne die kulturelle Eigenheit zerstört werden. Die Arbeitstagung war der Beginn eines öffentlichen Gesprächs über die Möglichkeit, die reiche Geschichte Panganis für künftige Generationen zu bewahren. (Guardian 2.6.07)

Tanga

Die in Tanga beheimatete Organisation Urithi <Erbe>, 1999 gegründet, widmet sich der Bewahrung und Förderung des historischen und kulturellen Erbes der Stadt und seiner nachhaltigen Nutzung für die Entwicklung der Gesellschaft. Sie plant nun, das alte deutsche Gebiet, früher Amt des Regional Commissioner, für ein Museum zu nutzen. Im Augenblick geht es darum, die originale architektonische Schönheit zu bewahren. Bisher wurden zwei weitere historische Gebäude renoviert, das Usambara-Gericht und die Alte Tanga Sekundarschule, die erste staatliche Sekundarschule im damaligen Tanganjika. Für diese stellte die deutsche Regierung Mittel zur Verfügung. (Observer 1.7.07)