Sansibar - 09/2021

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Umstrittene Nachwahl, Rückzug des CCM-Siegers

Bei einer Nachwahl im Wahlkreis Konde auf Sansibar wurde der CCM-Kandidat Faki mit 1796 gegen 1373 Stimmen seines Gegenkandidaten von der ACT-Wazalendo zum Sieger erklärt. Der ACT-Kandidat verließ unter Protest die Auszählung, da die Vertreter seiner Partei Unregelmäßigkeiten beobachtet hätten und deshalb die Wahlprotokolle nicht unterzeichnet hätten. Die vorgewiesenen Unterschriften seiner Vertreter seien gefälscht. Seine Partei protestierte gegen das Ergebnis und drohte damit, sich aus der Regierung der Nationalen Einheit auf Sansibar zurückzuziehen. Überraschenderweise erklärte der gewählte CCM-Bewerber Faki am 2. August seinen Rücktritt. Er begründete dies mit Todesdrohungen, die er erhalten habe.

Am 19. August veröffentlichte die CCM-Zeitung Daily News einen Kommentar ihres ehemaligen Generalsekretärs und langjährigen Parlamentspräsidenten Pius Msekwa, in dem dieser auf die „verborgenen Hintergründe“ des Rücktritts einging. Er verwies auf die lange Geschichte gewaltsamer Auseinandersetzungen nach Wahlen auf Sansibar. Er nahm er nicht Stellung zur Rechtmäßigkeit der Wahl, aber würdigte den Rücktritt Fakis als einen wichtigen Schritt, die Regierung der Nationalen Einheit und damit den inneren Frieden auf Sansibar zu wahren. Msekwa deutete an, dass die Staatsführung auf Sansibar dabei im Hintergrund eine Rolle spielte.

DN- 19.08., Mwananchi 18.07., 02.+ 03.08. 2021,

Wolkenkratzer für Sansibar

Der tansanische Versicherungskonzern Alliance Insurance Corporation will zusammen mit einer britischen Firma einen Wolkenkratzer mit 70 Stockwerken auf Sansibar errichten. Das ergibt eine Gebäudehöhe von 250-300 Meter. Das vom Architektenbüro xCassia (New York und Dubai) entworfene Gebäude soll das zweithöchste Bauwerk Afrikas nach dem „Iconic Tower“ in Ägypten werden. Der „Zanzibar Domino Commercial Tower“ ist laut AFP an der Westküste der Insel etwa 15 km entfernt von der historischen Altstadt geplant. Hier sollen unter Einbeziehung einer künstlichen Insel 560 Apartments, Luxushotels, ein Golfplatz, ein Hafen und eine Hochzeitskapelle entstehen. Die Kosten sind mit $ 1,3 Milliarden veranschlagt, was den Staatshaushalt Sansibars übersteigt. Die Regierung hat ihre Zustimmung angekündigt.

AFP 25.08., Citizen 24.08 2021

Tiefseefischerei

Im Auftrage der sansibarischen Regierung hat ein Schiff der Zollbehörde einen erfolgreichen Versuch zur Tiefseefischerei durchgeführt. Die Unionsregierung in Dodoma hat mittlerweile 8 Boote für die Tiefseefischerei in Auftrag gegeben, von denen 4 auf Sansibar stationiert werden sollen. Der neue Präsident Mwinyi hat die „Blue Economy“ zum Markenzeichen seiner Wirtschaftspolitik gemacht und will mit Fischerei, Fischverarbeitung, Tang- und Algenfarmen, Öl- und Gasproduktion aus dem Meer Arbeitsplätze schaffen und den Export ankurbeln.

Guardian 21.08 2021

Schwämme statt Seetang

Der Schweizer Verein marinecultures.org bildet Frauen auf Sansibar zu Schwammfischerinnen aus. An der Westküste der Insel trägt seit langem die Seetangernte zur Verbesserung des Einkommens bei, und diese Arbeit wird hauptsächlich von Frauen ausgeübt. Das Ansteigen der Wassertemperatur und damit verbunden des Salzgehaltes im Meer hat aber zum Rückgang der Erträge geführt. Die Schweizer Organisation führt im Küstendorf Jambiani Schwimmkurse für Frauen durch und trainiert sie im Züchten und Ernten von Schwämmen, die als Badeschwämme über Fair Trade vertrieben werden.

Reuters 04.08 2021