Sansibar ‐ 11/2022

Aus Tansania Information
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Holzwolkenkratzer

In Sansibar soll jetzt ein Hochhaus aus Holz entstehen. Der “Burj Zanzibar” (burj ist das arabische Wort für Turm) soll 28 Stockwerke und eine Höhe von 96 Metern haben. Damit wäre es das weltweit höchste Wohngebäude aus Holz, noch vor dem Ascent Gebäude in Milwaukee / USA und dem Mjøstårnet unweit Oslo / Norwegen. Es kann sich den Titel des höchsten Holzgebäudes mit dem “Heiligtum der Wahrheit” im thailändischen Pattaya teilen, dessen Zierspitze über 100 m hinausragt.

Das Hochhaus aus dem nachwachsenden Rohstoff ist vom niederländischen Architekten Leander Moons in Fumbatown geplant, einer Siedlung südlich des Flughafens, die von der deutschen Firma CPS in einer Sonderwirtschaftszone entwickelt wird, wo auch Ausländer Grundeigentum erwerben dürfen.

Man wird sehen, ob sich ausreichend Interessenten finden, die hier eine Wohnung kaufen wollen; im vergangenen Jahr hatte eine tansanisch-britische Investorengruppe Pläne für einen siebzigstöckigen Wohn- und Geschäftsturm auf einer noch zu schaffenden künstlichen Insel 15 km nördlich der Stadt Sansibar vorgestellt. Der “Zanzibar Domino Commercial Tower” soll das zweithöchste Gebäude Afrikas werden. Nach der ersten Ankündigung hat man von diesen Plänen öffentlich nichts weiter gehört. In Fumba Town stehen hingegen bereits 400 bereits verkaufte Wohnungen bzw. Häuser und es sind weitere 300 im Bau.

Citizen 06.10.2022, Nation (Kenia) 11.10.2022

Sauti za Busara kann weitermachen

Das jährliche Musikfestival Sauti za Busara hat einen neuen Sponsor gefunden und kann nun weiterhin stattfinden. Die von der deutschen Familie Dietzold gegründete Firma CPS hat für die kommenden 3 Jahre einen Sponsorenvertrag unterschrieben und will dadurch die internationale Bekanntheit ihres Stadtentwicklungsprojektes Fumba Town anheben. Sauti za Busara war bisher von der norwegischen Botschaft unterstützt worden und findet seit 2003 jährlich an einem Wochenende im Februar auf Freilichtbühnen in der alten portugiesischen Festung in Sansibar statt. Künstler aus verschiedenen afrikanischen Ländern treten hier vor bis zu 20.000 örtlichen und internationalen Zuhörern auf.

Citizen 18.10.2022

Ungesühnte Gewalt

Die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch HWR erinnert daran, dass auch 2 Jahre nach der Wahl von 2020 die Tötungen und sonstigen Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitskräfte der tansanischen Regierung nicht aufgearbeitet sind. Vor und während der Wahl von 2020 hatten Polizei und regierungsnahe Milizen vor allem in der Oppositionshochburg Pemba Ansammlungen mit Tränengas und Schusswaffengebrauch aufgelöst, waren in Privathäuser eingedrungen und hatten zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Human Rights Watch hatte festgestellt, dass 14 Menschen von der Polizei getötet worden und mindestens 55 verletzt worden waren. Die Gewalt setzte sich auch nach der Wahl während der Stimmenauszählung fort, als Anhänger der Opposition gegen Wahlbetrug demonstrierten. Die Verhafteten wurden teilweise wochenlang festgehalten und dabei auch misshandelt.

Bisher scheint niemand für die Gewalttaten zur Verantwortung gezogen worden zu sein. Der Familie des erschossenen 34jährigen Said Salum Sulaiman war ursprünglich gesagt worden, dass der Todesschütze verhaftet worden war; später hörten sie, er sei lediglich versetzt worden. HWR fordert die sansibarische Regierung auf, alle Straftaten zu untersuchen und die Ursachen der wiederkehrenden Gewalttätigkeit seitens der Sicherheitskräfte zu den Wahlen abzustellen.

HWR 28.10.2022

Verschwundene Jugendliche

Das Verschwinden mehrerer Jugendlicher hat auf Sansibar Beunruhigung unter Eltern und Regierungsstellen hervorgerufen. Angehörige sprachen gegenüber Reportern davon, dass ihre Kinder unter den Einfluss islamischer Extremisten gekommen seien. Sie befürchten, dass sie sich auf das Festland nach Kenia und in Richtung Somalia zur Al-Shabab-Miliz angesetzt hätten. Die Polizei bestätigt, dass ihnen Berichte über das Verschwinden von 7 jungen Leuten vorliegen, sie aber keine Bestätigung dafür hätten, dass hier terroristische Aktivitäten im Spiele seien. Medienberichten zufolge soll die Zahl der Verschwundenen eher in der Größenordnung von 20 liegen. Von Angehörigen ist auch von Abschiedsbriefen zu hören, wonach ein junger Mann seinen Eltern aufschrieb, sie sollten sich keine Sorgen machen, man werde sich bei Gott wiedersehen.

DW 03.10.2022, Chanzo 02.09.2022, Jamiiforums Oktober 2022