Probleme und Ergebnisse von Prüfungen - 03/2010

Aus Tansania Information
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Zum Durchsickern von Prüfungsaufgaben

Der National Examination Council of Tanzania (NECTA) versicherte, man werde verhindern, dass Unterlagen der Prüfung nach Klasse 11 (Form IV) verschwinden. Das, was in den letzten Jahren passierte, werde sich nicht wiederholen. Ein Verantwortungsträger des Er-ziehungsministeriums sagte, die meisten Schüler hätten Angst vor Mathematik und keine Lust, sich anzustrengen. Deshalb bekämen sie schlechte Noten und fingen an, nach Abkürzungswegen zu suchen. (DN 5.10.09; Guardian 3.10.09)

In Zusammenarbeit mit der Teachers Union of Tanzania (TTU) veranstaltete die NGO HakiElimu einen Aufsatzwettbewerb zum Thema 'Quellen für das Durchsickern von Prüfungsaufgaben und Vorschläge für eine Lösung dieses Problems'. Etwa 2.000 Personen beteiligten sich. Mehr als 68% meinen, mehrere Arten von Korruption spielten die Hauptrolle; beteiligt seien Eltern, Schüler, Lehrkräfte, Aufsichtführende, Angestellte des Erziehungsministeriums und der NECTA. 39% schreiben, einige Lehrkräfte kauften Examensunterlagen für ihre Schüler, damit diese besser abschnitten und sie von Arbeitgeber und Eltern gelobt würden. Mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen seien eine andere Ursache für das Durchsickern. (Guardian 2.12.09)

Primarschulabschlussprüfung

Vor der Prüfung nach Klasse 7 wies die Regierung die Schulen an, keine Schüler von der Prüfung auszuschließen, auch diejenigen nicht, die noch kein Schulgeld bezahlt hatten. Die Prüfungsfächer sind Swahili, Englisch, Mathematik und Sozialkunde.

In Singida verhaftete die Polizei drei Lehrkräfte und einen Milizsoldaten, weil sie vermutlich am Diebstahl einiger Unterlagen der Prüfung beteiligt waren. Der Bildungsbeauftragte der Region sorgte für Ersatz der verschwundenen Prüfungsaufgaben.

Von den 999.070 Schülern und Schülerinnen, die die Prüfung nach Klasse 7 ablegten, bestanden 49,41 %. Das sind 3,32 % weniger als 2008. Wegen Betrugs und anderen Fehlverhaltens wurde das Prüfungsergebnis von 579 Schülern zurückgehalten. 89,5 % werden in eine staatliche Sekundarschule aufgenommen (90,4 % der Mädchen, 88,8 % der Jungen). 298 von ihnen haben eine Behinderung.

Die Regionen Dar-es-Salaam, Arusha und Iringa schnitten am besten ab, am schlechtesten die Regionen Singida und Shinyanga. Die Schulen in den Städten lieferten bessere Leistungen als die auf dem Land.

Der Erziehungsminister sagte, durch Fortbildungsprogramme werde sein Ministerium die Lehrkräften befähigen, den Schülern beim Lesen- und Schreibenlernen ab Klasse 1 zu helfen. Außerdem werde der Lehrplan verändert. (DN 9./11.12.09; Guardian 11..12.09; Citizen 11.12.09)

Die Sekundarschule eines Ortes in der Singida-Region muss vorübergehend schließen, weil die betreffenden Schüler die Prüfung nach Klasse 7 nicht bestanden hatten. Der Regional Commissioner (RC) sagte, man werde Internatsgebäude errichten, um Schüler aus anderen Gebieten aufnehmen zu können. In anderen Sekundarschulen der Region ist die Lage ähnlich. Der RC stoppte den Bau einer in der Region geplanten Sekundarschule. (Guardian 3.2.10)

Zur Prüfung nach Klasse 9

Bei der Prüfung nach Form II fielen 34,6 % durch. Das Ergebnis war '09 um 8 % schlechter als im Vorjahr. Mangelhaft sind die Leistungen in Mathematik, Englisch, Physik und Chemie, gut in Swahili, Geschichte, Sozialkunde und Geographie. Der Stellvertretende Erziehungsminister sagte, schuld seien der Mangel an Labors und Lehrkräften. Viele suchten andere Jobs wegen eines höheren Gehalts. Der TTU-Präsident meint, die Prüfung nach Klasse 9 sei fast bedeutungslos. Die Schüler interessierten sich nicht dafür, weil schlechte Noten die Aufnahme in Klasse 10 nicht verhinderten. Viele hinterfragen die Bedeutung so vieler Prüfungen zwischen Klasse 1 und Klasse 11 (Form IV). Verteilung, Überwachung und Benotung kosteten viel Geld. Die Prüfungen nach Klasse 2 und Klasse 11 seien sinnlos. Es gebe ja auch Prüfungen am Ende der Woche, des Monats, des Trimesters und des Schuljahres. Die Gefahr sei, dass die Kinder für Tests lernen, statt sich Wissen und Fähigkeiten anzueignen. (DN 14.1.10; Citizen 11./14./15.1.10)