Probleme der Wildtiere, Schutz der Tierwelt, Gefahren für Menschen - 11/2012

Aus Tansania Information
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Trinkstellen für Wildtiere

Die Tanzania National Parks Authority (Tanapa) begann, in allen ihren Gebieten Stauseen anzulegen und nach Wasser zu bohren, um zusätzliche Wasserstellen für das Wild zu schaffen. Damit reagiert sie auf die Klimaveränderung, die spärlichen Niederschläge und lange Dürreperioden verursacht. Einige Tiere verdursteten bereits, andere kamen auf der Suche nach Wasser in bewohntes Gebiet.

Ein Tanapa-Verantwortlicher sagte: "Früher ließen die Leitlinien keinen Eingriff in die National Parks zu. Aber nun sind wir gezwungen, Wasserstellen anzulegen." Man plant, an den Bohrlöchern Windräder zu installieren, die das Wasser in die Stauseen pumpen. (Guardian 12.7.12)

Behörde für Wildlife

Das Ministerium für Naturschätze und Tourismus will eine eigene Behörde, die Tanzania Wildlife Authority, einrichten. Man erwartet, dass die Einnahmen durch Wälder, den National Parks und Wild dadurch steigen. (DN 26.7.12)

Kampf gegen Wilderei

Im Kampf gegen Wilderei und andere Vergehen in Nordtansania werden Ngorongoro Conservation Area Authority (NCAA) und Tanapa zusätzlich zu den Wildhütern gemeinsam Hubschrauber einsetzen. (DN 23.7.12)

Berichten zufolge werden im Serengeti National Park (Senapa) allein jedes Jahr 200-300 Wildtiere getötet. Im Selous Game Reserve und im Mikuma National Park ging die Zahl der Elefanten in den letzten drei Jahren um 42 % zurück; 31.348 Tiere wurden getötet. Das Schrumpfen der Elefantenherden ist auf ein raffiniertes internationales kriminelles Kartell zurückzuführen. Die Wilderei nimmt zu, weil es an Mitteln, Mitarbeitern und Ausstattung fehlt.

Die Wilderer verließen die traditionelle Art, das Wild mit Gewehren zu jagen. Sie verwenden nun mit Pestiziden vergiftete Kürbisse, um Wild, vor allem Elefanten, anzulocken und zu töten. Ein ausgewachsener Elefant verendet u. U. in weniger als 20 Minuten. Er verrottet sehr schnell, so dass seine Stoßzähne leicht herausgezogen werden können. Im Waldgebiet des Karatu-Distrikts und dem Gebiet der NCAA wurden vier, vermutlich berüchtigte Elefanten-Wilderer, die auf diese Art töteten, verhaftet.

Früher war es für die Wildhüter einfach, Wilderer zu fangen. Aber es ist sehr schwierig, Wilderer zu fassen, wenn sie die neue Methode verwenden. (DN 12./14.8.12; Guardian 11.8.12; Citizen 9.8.12)

Im Senapa ist die Wilderei eine echte Gefahr für das Wild, weil die Wilderer neben Speeren und anderen traditionellen Waffen nun Feuerwaffen verwenden; einige kommen nachts mit Motorrädern. Die Tanapa geht mit Spürhunden und kleinen Flugzeugen gegen sie vor. Aber trotz aller Anstrengungen werden jedes Jahr schätzungsweise 1.500 pflanzenfressende Wildtiere getötet. (DN 19./20.9.12)

Firma verpachtet ihr Gebiet an Uran-Förderer

Die Regierung verlangt vom Jagdunternehmen Game Frontiers eine Erklärung für seine Missachtung der Vorschriften. Sein Jagdgebiet grenzt an das Selous Game Reserve. Berichten zufolge verpachtete das Unternehmen dieses an eine Bergbaufirma, die nach Uran sucht. Das sei ein Verstoß gegen den Vertrag. Er verbietet dem Jagdunternehmen, sein Gebiet an andere zu verpachten. (Citizen 13.8.12)

Entlassungen

Der Minister für Naturschätze und Tourismus verwarnte einige Angestellte und entließ den Direktor für Wildtiere und zwei andere Verantwortliche, weil sie im November 2010 mehr als 100 lebende Tiere außer Landes geschmuggelt hatten.

Ein Chadema-Abgeordneter, im Schattenkabinett für Naturschätze und Tourismus zuständig, sagte, die Entlassung der drei führenden Leute und die Verwarnung gingen nicht an die Wurzel des Schmuggels der Tiere. Es handle sich bei diesen Leuten lediglich um Sündenböcke. (DN 15.8.12)

Verwarnung und Ermahnung der Jagdsafari-Firmen

Der Minister für Naturschätze und Tourismus warnte die Jagdsafari-Firmen davor, mit ihrem Reichtum Mitarbeiter des Ministeriums durch Schmiergeld zu locken, Regierungsvorschriften zu missachten, damit ihr Antrag rascher bearbeitet werde. Er fragte, wie kommt es, dass ein Einzelner unter unterschiedlichen Namen 21 Jagdgebiete besitzt? Einige hatte er im Namen seiner Ehefrau beantragt, andere für seine Kinder, weitere im Namen einer Gesellschaft. Das sei inakzeptabel.

Der Minister wiederholte, die Lizenz einheimischer Jagdsafari-Firmen werde ungültig, wenn sie Jagdgebiete, die ihnen gegeben wurden, an ausländische Jagdfirmen veräußern. Wenn sie ihr Jagdgebiet nicht managen können, sollten sie es an die Regierung zurückgeben, statt es an Ausländer zu verkaufen. (DN 6.9.12; Guardian 6./8.9.12, Citizen 6.9.12)

Der Generalsekretär der Tanzania Hunting Operators Association sagte, die tansanischen professionellen Jäger sollten aufhören, über die Jäger aus dem Ausland zu klagen, lieber die wichtigsten Fremdsprachen lernen und Touristen, die jagen wollen, nach Tansania locken. Sie würden keineswegs von Jagdfirmen aus dem Ausland an den Rand gedrängt, betonte er. Es gibt in Tansania ungefähr 100 professionelle Jäger. (DN 18.9.12)

Manyarasee droht auszutrocknen

Ein großer Teil des Sees liegt trocken. Der Manyarapark ist berühmt wegen seiner auf Bäume kletternden Löwen. Der See ist ein Rastplatz für Zugvögel. Der leitende Parkwächter meint, am Austrocknen des Sees seien vor allem die in der Nähe lebenden Menschen schuld. (Citizen 24.9.12)

Elefanten gefährdet?

Obwohl Tierschützer und Reiseunternehmen die Elefanten angesichts der grassierenden Wilderei für eine bedrohte Tierart halten, will die Wild-Abteilung die Jagd auf sie nicht verbieten, denn wird den Regelungen entsprechend gejagt, beeinflusse offizielle Jagd die Zahl der Elefanten nicht. Im Augenblick gebe es in Tansania 110.000 Elefanten, nach Botswana (123.000) die zweitgrößte Zahl weltweit, betonte der Zuständige. Bekämpft man illegales Töten von Elefanten, seien sie nicht in Gefahr auszusterben.

Es heißt, fast 50 % des illegal gehandelten Elfenbeins stamme aus Tansania. (DN 15.9.12)

Wilderer töten pro Tag 30 Elefanten. Die Regierung bat die Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Faune and Flora (CITES), den Verkauf eines Teils ihrer 137.229,20 kg Elefantenzähne zu genehmigen, damit mehr Mittel verfügbar seien, um gegen die Wilderei vorzugehen. Man werde mehr Mitarbeiter einstellen und die Infrastruktur verbessern. (Guardian 15.10.12; Citizen 11.10.12)

In Hong Kong wurden in einem Container, der im Hafen von Dar-es-Salaam verschifft worden war, Elefantenzähne im Wert von 3,4 Mio. US$ und etwa 1,4 kg Elfenbeinschnitzereien, die aus Tansania und Kenia stammen sollen, entdeckt. Die tansanischen Wildlife Authorities erklärten, sie hätten nichts damit zu tun; oft werde dieser Hafen von illegalen Elfenbeinhändlern aus Binnenländern wie Sambia und Congo benützt. (DN 22.10.12; Citizen 11.10.12)

Im Udzungwa National Park töten die Wilderer nun junge Elefanten ihres Fleisches wegen. 52 Wilderer wurden verhaftet. Im Hafen von Sansibar beschlagnahmten tansanische Behörden im August mehr als 1.000 Elefantenzähne. Sie waren in Säcken mit Trockenfisch versteckt, sollten nach Malaysia transportiert werden. (Guardian 17.10.12)

Flamingos in Gefahr

Eine Mitarbeiterin des Ministeriums für Naturschätze und Tourismus betonte, wegen seiner reichen Artenvielfalt müsse der Natronsee unter allen Umständen geschützt werden. Er sei wichtig für das Leben der lokalen Maasai-Bevölkerung; außerdem liege er an einer Touristenroute. Der Natronsee sei für die Zwergflamingos das wichtigste Brutgebiet. Die Menschen seien schuld daran, dass sie nun eine bedrohte Art sind. Es gibt Pläne, am Natronsee Soda zu gewinnen. Das Projekt wird von Tata Chemicals Ltd. und der National Development Corporation betrieben. "Das, worauf wir als Land stolz sind, die Kultur und das Selbstwertgefühl der Maasai, die atemberaubende Landschaft des Grabenbruchs und die Verpflichtung, kommenden Generationen gegenüber, kann nicht mit Geld aufgewogen werden", betonte die Mitarbeiterin des Ministeriums. (DN 2.9.12)

Hyänen

Ein Rudel von Hyänen überfiel ein Dorf im Karatu-Distrikt (Arusha-Region) und verletzte 18 Personen. Sie wurden in das Karatu District Hospital gebracht; drei mussten in kritischem Zustand in das Kilimanjaro Christian Medical Centre (KCMC) verlegt werden. Obwohl die Dorfbewohner einige Männer beauftragten, die Tiere zu töten, griffen sie einige Tage immer wieder an. Endlich gelang es, eine der Hyänen zu erschlagen, als sie im Begriff war, einen Dorf-Verantwortlichen anzugreifen. (DN 7.5.12)

Im Hanang-Distrikt (Manyara-Region) verletzten Hyänen drei Dorfbewohner, die im Freien schliefen, schwer. Sie wurden ins Krankenhaus in Haydom gebracht. Ein Einwohner des Dorfes erklärte den Vorfall mit Zauberei. Bei den Iraqw- und den Barabaig-Volksgruppen komme es oft vor, dass Hyänen geschickt werden, um Menschen anzugreifen. Sogar in Zeiten von Wissenschaft und Technologie gebe es bei diesen Leuten Fälle von Hexerei. Verantwortliche der Religionsgemeinschaften sollten das verdammen, betonte er. (Arusha Times 31.3.12)

Zählung der Krokodile

Im ganzen Land ließ die Regierung die Krokodile zählen, um entscheiden zu können, wie viele verschwinden müssen. Am Rukwasee haben sie sich derartig vermehrt, dass sie für die Bevölkerung zu einer Gefahr wurden.

Von 2008-10 holte eine Krokodilfarm am Rukwasee 200 Krokodile; das schuf Arbeitsplätze und Chancen für die Bevölkerung. Die Einnahmen betrugen 8,8/- TSh; 25 % erhielt der Tanzania Wildlife Preservation Fund, 25 % der Sumbawanga-Distrikt, 50 % die Staatskasse. (DN 26.7.12)

Wilde Hunde

Im Loliondo Wildschutzgebiet wurden mehr als 40 der seltenen Wilden Hunde getötet. In die Höhlen wurden Zweige geschoben und angezündet, die Eingänge mit Steinen verschlossen; auch Gift wurde verwendet. Die Bevölkerung klagt, die Wilden Hunde hätten 157 Ziegen und 4 Rinder getötet. Einer sagte, er wisse nicht, wer die Tiere getötet hat, aber er habe geholfen, "denn sie sind eine Gefahr für uns. Sie haben meine 26 Ziegen gefressen. Und ich erhielt keine Entschädigung."

In Tansania leben in den Nationalparks 3.500 Wilde Hunde; das sind 20 % der weltweit existierenden Wilden Hunde.

Vodacom Tanzania unterstützt das Schutzprojekt für Wilde Hunde mit 150m/- TSh. Die Tiere sollen vom Loliondo-Distrikt wieder in den Serengeti National Park gebracht werden. (Guardian 26.9.12; Citizen 28.9.12)

Wanderung der Gnus und Zebras

Bisher blieben Gnus und Zebras, die in das Gebiet Maasai-Mara in Kenia gewandert waren, acht Wochen dort. In diesem Jahr kehrten sie schon nach drei Wochen zurück. Ein Fachmann vermutet, die Ursache sei, dass in Maasai-Mara Hotels wie Pilze aus dem Boden schössen, und immer mehr Rinder dort weideten. "Gnus wandern normalerweise in Gruppen; aber schon ein Auto oder einige Menschen reichen, um die ganze Herde auseinander zu treiben und die Richtung zu ändern. Auf tansanischer Seite endet die Wanderung Richtung Süden in der Ngorongoro Conservation Area, weil die Bevölkerung in Maswa, dem Gebiet, in das sie ehedem kamen, zunahm. Ein Experte meint, die Änderung der Route habe etwas mit der Klimaveränderung zu tun. 2013 könnte sich zeigen, ob es sich so verhält. (Guardian 17.9.12)

Gefährdung der Menschen

Wild, das aus dem Serengeti National Park entweicht, gefährdet die Bevölkerung, auch die am Kontrollpunkt an der Straße von Mwanza nach Bunda stationierten Polizisten. Die sich an der Straße herumtreibenden, immer aggressiver werdenden Affen greifen Fußgänger und Autofahrer an. Fachleute meinen, schuld sei, dass das Wasser im Schutzgebiet knapp ist. (Guardian 28.9.12)

Im Serengeti-Distrikt (Mara-Region) verwüsteten Elefanten Felder und strohgedeckte Häuser. Viele Familien wurden obdachlos, einige Personen von Elefanten getötet. Sie kamen wahrscheinlich aus dem Serengeti-National Park. Dort leben im Augenblick mehr als 3.400 Elefanten. Seit Jahrzehnten gefährden die Elefanten die Entwicklungsaktivitäten der rings um die Wildschutzgebiete lebenden Bevölkerung. (DN 30.9.12)

Einrichtung für Erforschung des Wildes

Die Verwaltung des Monduli-Distrikts (Arusha-Region) gründete Afrikas ersten Natural Resources, Wildlife and Environment Research Park. "Wir hoffen, er werde helfen, Krankheiten vieler Wildarten, die meistens deren Tod bedeuten, zu entecken und eine Lösung zu finden", sagte ein Verantwortlicher. Kleine Gruppen von Wissenschaftlern, Forschern und Studierenden können sich hier einquartieren für Forschungen und Konferenzen. Es gibt zehn sehr große Zelte; in den zwei größten sind ein Restaurant, Konferenzräume und eine Bibliothek untergebracht. (Guardian 22.10.12)