Probleme, Unterstützung, Selbsthilfe, Bitten der Alten - 09/2008

Aus Tansania Information
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Bei einem von HelpAge International organisierten Seminar für Sozial- und Planungsbeauftragte der Regionen Singida und Dodoma wurde berichtet, die Auswirkungen von Armut und schlechten sozialen Diensten träfen alte Menschen am härtesten, müssten sie sich doch nicht nur um sich selbst, sondern auch um verwaiste Enkel kümmern. Einer berichtete, in seinem Distrikt lebten 28.010 Menschen zwischen 60 und 98, die nicht genug zu essen und keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Sie hätten 89 Entwicklungsgruppen gebildet, um Molkerei-, Schweine- und Hühnerprojekte zu betreiben. Um den Großeltern die Last zu erleichtern habe die Distriktverwaltung für die Errichtung eines Heimes für benachteiligte Kinder 4,2m/- TSH vorgesehen. Man dürfe die Alten nicht vernachlässigen, betonte ein Teilnehmer, denn sie hätten das Fundament für Tansanias Gedeihen gelegt. (DN 21.1.08)

Bei einem Seminar für Alte und Witwen sagte der Vorsitzende der Association for the Elderly in the Morogoro-Region noch immer erlebten alte Menschen einen qualvollen Moment, wenn sie auf ihrem Anteil am Erbe bestehen, einige Verwandte sie aber ihrer Rechte berauben wollen. “Die meisten Tansanier zögern, ihren letzten Willen niederzuschreiben, aus Angst, das könne Unglück und vorzeitigen Tod herbeiführen”, erklärte er. Die Seminarteilnehmer baten Regierung, Rechtsanwälte u. a., Wissen vermittelnden Seminare zu organsieren. (Guardian 17.3.08)

Von HelpAge unterstützt wurden in den Regionen Mwanza und Shinyanga im Rahmen des Sukumanland Women’s Rights Programme 138 preisgünstige moderne Häuser errichtet. 112 alte Frauen, 26 alte Männer und 742 von ihnen Abhängige wohnen dort. Der HelpAge-Manager sagte, es sei gelungen, für die Versorgungsicherheit die ‘Farm für das Dorf der alten Menschen’, wie er es nenne, einzurichten. “HelpAge konnte helfen, dass die vom Glauben an Zauberei verursachte Tötung älterer Frauen um 99 % zurückging”, berichtete er. “Streit um Landrechte, Erbe und Ehekonflikte gingen um mehr als 81 % zurück.” (DN 12.5.08)

Bei einem Seminar für ältere Menschen, bei dem es darum ging, über die Probleme der Alten zu informieren, wurde die Regierung ersucht, sich um alte Menschen zu kümmern, inkl. der Angestellten des öffentlichen Dienstes im Rentenalter, die sich nicht mehr am Produktionsprozess beteiligen können. Die meisten führten ein elendes Leben, weil sie von niemandem versorgt werden.

Die Alten berichteten, sie hätten Probleme, würden gedemütigt, denn meistens litten sie unter altersbedingten Krankheiten. Wollten sie in einem Gesundheitszentrun behandelt werden, hätten sie Probleme. “Die meisten medizinischen Mitarbeiter lassen uns links liegen, denn unsere Probleme seien altersbedingt. Wir stellen uns an und am Ende kümmert sich kein Mitarbeiter um uns”, klagte einer. Die Regierung solle den über 60-Jährigen eine Kennkarte ausstellen, damit sie in allen Krankenhäusern und Gesundheitszentren kostenlos behandelt werden. “Die Gesellschaft hat uns vergessen.” Er betonte, das Problem der Alten sei weltumspannend.

Es wird berichtet, aus Mangel an nahrhaftem Essen stürben die alten Menschen vorzeitig. (Guardian 26.7.08)