Ngorongoro-Schutzgebiet: Umsiedlung neu zugezogener Hirten - 02/2008

Aus Tansania Information
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300 Familien wanderten im Ngorongoro-Schutzgebiet (NCA) nach 1975 ein, obwohl die Regierung dauerhafte Ansiedlung zusätzlicher Menschen und maschinelle Landwirtschaft verboten hatte. Sie sollen nun aus dem NCA in das dünn besiedelte Gebiet von Oldonyo Sambu (Ngo-rongoro-Distrikt, Arusha-Region) unweit der Ortschaft Longido umgesiedelt werden. Problematisch ist, dass es dort an der nötigen Infrastruktur fehlt. "Aber bisher sind 167 Menschen freiwillig umgezogen, und man plant, die restlichen Eindringlinge umzusiedeln", erklärte der Leiter der Verwaltung des Ngorongoro-Schutzgebietes (NCAA). Diese habe zur Unterstützung derer, die umgesiedelt werden, ca. 40 ha Land mit Getreide bestellt. Eine Polizeistation, eine Krankenstation u. a. würden demnächst fertig, berichtete er und betonte, man müsse sehr behutsam vorgehen, "denn wir wissen, dass diese Maßnahme zu Konflikten zwischen den Einwohnern und ihrer Regierung führen kann. Es geht vor allem um Angehörige des Maasai-Volkes.

Statistiken zeigen, dass auf den 8.292 km5 des NCA 60.000 Menschen, 117.000 Rinder und ca. 164.000 Schafe und Ziegen leben. Experten fürchten, mehr Menschen würden die zerbrechliche Ökologie dieses berühmten Natur- und Kulturerbes gefährden. Zu ihm gehören der Ngorongorokrater, die archäologischen Fundstätten Olduvai und Laetoli, Bergwälder und mehrere Kraterseen.

Widerstand gegen die Umsiedlung leisten lokale Bevölkerung und NGOs. Es sei schwer, zwischen den Nomaden zu unterscheiden, die nach 1975 und denen, die vorher hier lebten. Der NCAA-Vorsitzende sagte, die Umsiedlung dürfe nicht zu einer Krise führen. Die Hauptsache sei Kooperation der Interessengruppen.

Das NCA ist ein Welterbe. Die Regierung wird dafür sorgen, dass die lokale Bevölkerung vom Tourismus profitiert. Die NCAA unterstützt die Schulbildung von 360 Kindern, unter ihnen behinderte und Waisen. Sie finanzierte Straßenbau und Medikamentenversorgung der Krankenstationen.

Auch die Familien der NCAA-Mitarbeiter werden umgesiedelt. In der Nähe von Karatu erwarb die NCAA 400 ha, auf denen für einen großen Teil der 360 Angestellten Wohnhäuser errichtet werden sollen. Nur die NCAA-Zentrale kann in der Nähe des Kraterrandes bleiben. (Guardian 26./28.12.07)