Malaria: Behandlung und Vorbeugung - 09/2009

Aus Tansania Information
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Zu Aufklärung und Zahlen

Das Gesundheitsministerium will die Malaria-Behandlung und das Wissen über die Gefahren dieser Krankheit mit Hilfe der Medien verbessern. Es geht darum, frühzeitig zur Behandlung zu gehen, die Krankheit korrekt mit den neuen auf Artemisinin basierenden Kombinationstherapien (ACTs) zu bekämpfen, und die dreitägige Behandlung vollständig durchzuführen. Die ACTs seien in allen Krankenhäusern der Regierung und der Religionsgemeinschaften zu bekommen.

In Tansania gibt es pro Jahr schätzungsweise 16-18 Mio. Malaria-Erkrankungen, 60.000 bis 80.000 Todesfälle durch Malaria; in 37 % der Todesfälle bei Kindern unter 5 Jahren ist Malaria die Ursache; 30 % der stationären Patienten leiden an Malaria, ca. 50 % sind Kinder.

Viele Landesteile berichten, bei den Kindern unter fünf Jahren sei die Sterberate sehr gesunken. In Sansibar ist die Malaria nahezu verschwunden. (DN 19.8.09; Guardian 7.7.09; Citizen 7.8.09; ThisDay 19.8.09)

Kombinationstherapie gegen Malaria

Weil viele Malariaerreger gegen eine Reihe von Medikamenten resistent sind, will die Regierung, dass die Behandlung nun durch eine Kombinationstherapie erfolgt.

Die WHO hatte warnend darauf hingewiesen, dass es an der Grenze zwischen Thailand und Kambocha nun Malariaerreger gibt, die gegen Artemisinin resistent sind.

Therapie mit einem einzigen Medikament werde es nun nicht mehr geben, sagte die Stellvertretende Gesundheitsministerin. Die Kombinationstherapie werde bei allen komplizierten Malariafällen helfen.

Berichten zufolge war die Anwendung von ATCs zu 90 % erfolgreich. (Guardian 4.3.09)

Ein Malariaforscher warnte vor Missbrauch des Medikaments Altemeter-Lumefantrine (ALu), denn misslingt die Behandlung mit diesem, gebe es im Augenblick kein geprüftes Mittel, es zu ersetzen. "ALu muss korrekt und weise eingesetzt werden, damit es seine Wirksamkeit nicht verliert, wie seine Vorgänger SP und Chloroquine", sagte er. "Durch genetische Veränderungen wurden die Malariaerreger resistent." Das habe sich in den letzten Jahren bei vielen Medikamenten wiederholt und neuere Mittel, die noch wirksam sind, kosteten mehr. (Guardian 4.3./12.6.09)

Zu Resistenz und Behandlung

Gesundheitsminister Mwakyusa sagte, eine Hauptursache dafür, dass Malariaerreger in Tansania resistent sind gegen eine Reihe von Malariamittel, sei die Einnahme von Medikamenten ohne Diagnose. Keine der Methoden, die im Kampf gegen die Malaria erwiesenermaßen erfolgreich sind, Sprühen im Haus, mit Insektiziden imprägnierte Moskitonetze (ITNs), zwischenzeitliche vorbeugende Behandlung (IPT) von Schwangeren, auch nicht die von der WHO empfohlene Artemisin Kombinations-Therapie, sei eine magische Waffe. Die offiziellen Zahlen der Malariaerkrankungen und Todesfälle zeigten das wahre Bild nicht, denn 35 % der Patienten würden auf dem informellen oder privaten Sektor behandelt, viele stürben, ohne irgend eine Behandlung. (Guardian 10.6.09)

Malaria-Impfstoff

Mosquirix, ein neuer Impfstoff, der vor Malaria schützt, soll in sieben Ländern Afrikas an 16.000 Menschen erprobt werden. 17 Jahre lang wurde er auf Unbedenklichkeit und Wirksamkeit untersucht. U. U. steht er 2011 zur Verfügung. In Bagamoyo begannen Fachleute, 1.200 Säuglinge und Kleinkinder zu impfen.== ==Mosquirix== ==ist für Menschen bestimmt, die in Gebieten leben, in denen Malaria endemisch ist, nicht als Alternative zu Tabletten für Touristen. (Citizen 4.6.09)

Malariamittel für Kinder

Das neue süß schmeckende, lösliche Medikament Coartem Dispersible kann Kleinkindern problemlos verabreicht werden. Es handelt sich dabei um ein Antimalaria-Kombinationsmedikament, als Artemether and Lumefantrine bekannt. Es wird zum Selbstkostenpreis verkauft. Die Behandlung eines Kleinkindes kostet 37 US$. (Guardian 20.7.09; Citizen 20.7.09; IRIN 19.2.09)

Zu Verkaufspreisen von Malariamedikamenten

In den privaten Apotheken schoß der Preis für Malariamittel in die Höhe. In den meisten muss man für eine Behandlung 8.000/- bis 14.000/- TSh hinlegen. Die Regierung stellt in den staatlichen Einrichtungen nun für 300/- bis 500/- TSh subventionierte Medikamenten-Kombinationen zur Verfügung. Doch die meisten privaten Apotheken behaupten, viele Kunden glaubten, preisgünstige Medikamente seinen minderwertig. "Es stimmt, dass sich viele Geringverdiener unsere Preise nicht leisten können. Aber wir verkaufen unsere Medikamente entsprechend der Einkommensklasse unserer Kunden. Sie interessieren sich nicht für billige Mittel", erklärte ein Fachmann. Die Händler räumen ein, wenn die Medikamente für Kinder bestimmt sind oder von einem Arzt verschrieben wurden, könnten sie billiger abgegeben werden. Die Regierung prüft, wie subventionierte Medikamente über private Kanäle verteilt werden könnten. (DN 14.4.09; IRIN 19.2.09)

Zu gefälschtem Malariamittel Metakelfin

Mehr als 2.300 Kartons mit 71.000 Tabletten minderwertigem, gefälschtem Metakelfin wurden in unterschiedlichen Landesteilen beschlagnahmt, nachdem ein Einwohner Moshis, der nach dem Kauf von Metakatelfin argwöhnisch geworden, der Regierung einen Hinweis gegeben hatte. Diese verbot Einfuhr, Verteilung und Verkauf dieses Medikaments. Staatliche und private Gesundheitszentren, Apotheken und andere Händler müssen ihren gesamten Vorrat dieses beliebten Malariamittels den Lieferanten zurückgeben, damit seine Echtheit geprüft werden kann. Manche Medikamente enthielten zu wenig der wirkungsvollen Inhaltsstoffe, andere waren nichts als Paracetamol, wie sich 1999 bei Labortests herausstellte, ein Medikament, das bei Malaria nichts bewirkt. Fünf Personen wurden im Zusammenhang mit dem gefälschten Medikament verhaftet.

Manche meinen, bei dem gefälschten Metakelfin handle es sich nur um die Spitze eines Eisberges gefälschter Medikamente. Es könnte sich zeigen, dass nicht nur Metakelfin an diesem gefährlichen Spiel beteiligt ist. (DN 1./2.4.09; Guardian 1.4.09; ThisDay 16.4.09)

Schnelle Tests

Um die Malaria in Tansania auszurotten, führte das Gesundheitsministerium in allen Regierungskrankenhäusern Geräte für Rapid-Diagnosis-Tests (RDT) ein. Weil Mikroskope außerordentlich teuer sind, haben 83 % der Gesundheitszentren kein Mikroskop, können Malaria also nicht exakt diagnostizieren. Die Ärzte waren deshalb gezwungen, Medikamente zu verschreiben, ohne zu wissen, ob der Patient, die Patientin Malaria hat. (Guardian 28.5.09)

Zu Moskitonetzen

Man will weiter testen, ob sich die reißfesten, waschbaren, mit Insektiziden imprägnierten, von der Olyset Net Factory in Arusha produzierten Moskitonetze als Fenster- oder Türvorhang eignen.

Wirksamkeit der Imprägnierung von mindestens fünf Jahren wird garantiert. Bei Tests stellte man fest, dass sie auch nach sieben Jahren noch wirksam ist.

Seit fünf Jahren erhalten Schwangere subventionierte imprägnierte Moskitonetze. Statt 7.000/- bis 9.000/- TSh zahlen sie nur 500/- TSh.

Im Rahmen der 'Under five Catchup Campaign' werden 7,2 Mio. imprägnierte Moskitonetze für Kinder unter fünf Jahren kostenlos verteilt. Bereits abgeschlossen ist die Aktion mit 962.312 Netzen in den Regionen Lindi, Mtwara, und Tanga, sowie im Mpanda-Distrikt der Rukwa-Region.

Nun folgen die Regionen am Viktoriasee. Der Regional Commissioner der Mwanza-Region berichtete, im letzten Jahr seien von den 1.158.392 Malariapatienten nahezu 10% gestorben. In dieser Region sei Malaria die gefährlichste Krankheit.

Die Regierung plant, im kommenden Jahr jeder Familie, mehr als 14 Mio. Haushalten, imprägnierte Moskitonetze zur Verfügung zu stellen. Finanziert werden sie von der Regierung der USA, dem Global Fund for AIDS, TB and Malaria und der tansanischen Regierung. Die Familien wurden aufgefordert, bei der Verwendung dieser Moskitonetze Schwangere und Kinder unter fünf Jahren zu bevorzugen, sie erkrankten am häufigsten. (DN 23.6./19.8.09; Guardian 24.6./ 7.7.09; Citizen 13.7.09)

Pilotprojekt mit DDT

Noch heuer will die Regierung im Mkuranga-Distrikt (Küsten-Region) in einem Pilotprojekt untersuchen, wieweit Moskitos durch Einsatz von DDT an ihren Brutplätzen getötet werden können. Früher wurde DDT verwendet, dann verboten. (Guardian 30.7.09)