Kirchliche Nachrichten - 10/2012

Aus Tansania Information
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Neue ELCT-Diözesen geplant

Die Synode der Evangelical Lutheran Church in Tanzania (ELCT) beschloss, dass sich einige bisherige Missionsgebiete darauf vorbereiten sollen, finanziell unabhängige Diözesen zu werden.

Vom Missionsgebiet Shinyanga sind es 167 km bis Mwanza, dem Sitz der Diözese Ost-Viktoriasee, der Diözese die sich um dieses Gebiet kümmert.

Das Missionsgebiet von Ruvuma ist 237 km, das Missionsgebiet von Mtwara-Lindi 1.001 km, von Njombe, der Zentrale ihrer Diözese, der Süd-Diözese, entfernt.

Um einen anderen Teil des Missionsgebietes Mtwara-Lindi kümmerte sich die Küsten-Diözese; Bis Dar-es-Salaam sind es 160 km. (Uhuru na Amani 1 & 2 2012)

2002 erklärte die ELCT, vor 2025 werde keine Diözese außer den Missionsgebieten geteilt. (MwanaNchi 17.7.02)

Jubiläum der ELCT

Die ELCT bereitet sich auf die Feierlichkeiten zu ihrem 50-jährigen Bestehen vor. Am 19.6.63 schlossen sich sieben Kirchen zur ELCT zusammen. Es waren die Lutherische Kirche der Iraqw, die Lutherische Kirche von Nordost-Tanganjika, die Lutherische Kirche von West-Tanganjika, die Lutherische Kirche von Nord-Tanganjika, die Lutherische Kirche von Zentral-Tanganjika, die Lutherische Kirche von Ubena-Konde, die Lutherische Kirche von Uzaramo-Uluguru. Damals gab es 500.000 Mitglieder; 2007 hatte die ELCT 4,6 Mio., 2008 4,9 Mio., 2009 5,3 Mio, 2010 5,6 Mio., 2011 5,8 Mio. Mitglieder.

Die Feierlichkeiten begannen am 17.8.12, den Höhepunkt sollen sie am 23.6.13 in der Tumaini- University Makumira erreichen.

Die Kirche plant, in Makumira ein Archiv für die historischen Briefe und Schreiben zu errichten, um zu zeigen, wie die Evangeliumsarbeit geschah und wie sie von der Kirche hier in Tansania betrieben wird.

Vorher soll bei einem Symposium über den Fortgang der Kirche in den kommenden Jahren diskutiert werden. (Uhuru na Amani 1 & 2 2012; ELCT Press Release 20.5.12)

Sekte '666'

Zwei Verantwortliche der satanischen Sekte '666' wurden von der Polizei verhaftet, weil sie ihre Anhänger daran hindern, ihre Kinder in die Schule zu schicken, in ein Krankenhaus zu gehen, wenn sie krank sind, und Telephon oder Computer zu verwenden. Die Polizei sucht einen weiteren Verantwortlichen. Der District Commissioner des Bukoba-Distrikts (Kagera-Region) sagte, die Regierung werde gerichtlich vorgehen gegen alle, die ein "böses und gefährliches" Evangelium predigen, wie ihren Leuten den Besuch des Krankenhauses zu verbieten. (DN 30.3.12)

Konflikt zwischen ELCT-Nordost-Diözese und Dorfbewohnern

In der Tanga-Region beklagten einige Dorfbewohner beim Regional Commissioner (RC), die Kirche besitze ein großes Stück Land, hindere sie daran, Entwicklungsprojekte durchzuführen, z. B. Gesundheitsstationen zu errichten und Schulen auszubauen.

Der Generalsekretär der ELCT-Nordost-Diözese reagierte auf Berichte über diese Klagen und betonte, es gebe keinen Konflikt mit der Regierung. Die Aufgabe der Kirche sei es, den Kommunen, denen sie dient, zu predigen. Die Behauptung, es brauten sich Konflikte mit Dorfbewohnern zusammen, sei falsch. Die ELCT habe unterschiedlichen Gruppen in vielerlei Weise geholfen, z. B. Schulen und Krankenstationen errichtet. Einige Dorfbewohner wollten ihre Aktivitäten auf Land, das seit Jahren rechtmäßiges Eigentum der Kirche sei, ausdehnen. Einen Teil dieses Gebietes habe die Kirche bereits für Entwicklungsprojekte abgegeben.

Der RC versprach, er werde einen Untersuchungsausschuss einsetzen, der in dieser Angelegenheit die Wahrheit herausfindet. (Guardian 10.4.12)

Bischofseinführungen

Michael Henry Hafidh wurde als 10. Bischof der Anglican Church Diocese of Zanzibar vom Erzbischof der Anglican Church of Tanzania, Dr. Mokiwa, eingeführt. An der Feier nahmen der Präsident Sansibars, Dr. Shein, der ehemalige Präsident Mkapa, der Leitende Bischof der ELCT, Dr. Malasusa, Bischöfe der anglikanischen und der katholischen Kirchen und Minister Sansibars teil.

Auf den Tod des Vorgängers im Jahr 2006 folgten Jahre stillen Zwistes in Bezug auf den vakanten Posten. (DN 15./16.4.12)

Pfarrer Amon Manase Kinyunyu wurde zum Bischof der ELCT-Dodoma-Diözese gewählt, Pfarrer Samwel Mshana zu seinem Stellvertreter. Kinyunyu (56) stammt aus Iringa; er studierte Theologie in Mwika, in Makumira und in Mindolo (Sambia). Mshana (50) wurde im Same Distrikt geboren; er studierte Verwaltung, Pädagogik und Theologie.

Kinyunyu übernimmt das Amt von Bischof Ngowo, der während seiner Amtszeit erkrankte. (ELCT Press Release 24.5.12)

Pfarrer Levis Luhuvilo Sanga wurde Bischof der ELCT-Südzentral-Diözese (Njombe-Region). Nach seiner Einführung durch den Leitenden Bischof der ELCT, Dr. Alex Malasusa, führte er Pfarrer Philemon Lutengamaso Kahuka als seinen Stellverstreter ein. (ELCT Press Release 11.6.12)

Umbettung eines Kardinals

Im Oktober 2012 soll Laurean Kardinal Rugambwa in die Kathedrale von Bukoba umgebettet werden.

Er war 1997 im Alter von 85 Jahren verstorben und in einer Gemeinde, 15 km von Bukoba entfernt, vorübergehend bestattet worden. Seine Erhebung in das Kardinalskollegium war ein Zeichen dafür, dass die Kirche ihre Schuld der nicht-europäischen Geistlichkeit gegenüber anerkennt und die wachsende Bedeutung der katholischen Gemeinden in den Teilen der Erde, die ehedem die Domäne der europäischen Missionare war.

Kardinal Rugambwa war schon bald ein aktiver Teilnehmer des Zweiten Vatikanischen Konzils. Er betonte auch die Bedeutung der Beteiligung der Laien an der Arbeit der Kirche. "Wo Trennung im täglichen Leben Tatsache ist, müssen wir bereit sein, mit Nicht-Katholiken auf alle mögliche Art zusammenzuarbeiten", betonte er. "Die Kirche ist weder ein Museum noch ein Archiv, sondern ein Lehrmeister für das Leben."

Rugambwa entstammt einer aristokratischen Familie. Im Alter von 8 Jahren wurde er zusammen mit seiner Familie getauft. Nachdem er mehrere Jahre als Missionar in Westafrika gearbeitet hatte, ging er 1948 nach Rom und schrieb dort seine Doktorarbeit über das kanonische Recht. 1952 wurde er in der Rutabo-Diözese der erste einheimische Bischof.1960 ernannte ihn Papst Johannes XXIII zum ersten afrikanischen Kardinal. 1968 wurde er Erzbischof von Dar-es-Salaam.

Als er das festgelegte Ruhestandsalter von 80 Jahren erreichte, legte er seine Ämter nieder. (DN 22.6./18.9.12)

Kirchbauten

Bei einer Spendenaktion, bei der 600m/- TSh für den Bau der St. Andrea Anglican Church (Dar-es-Salaam) eingehen sollen, sagte der Minister für Ostafrikanische Zusammenarbeit, die Geistlichen hätten Kontakt zu Mio. Menschen. Sie sollten ihren Gläubigen einen gottesfürchtigen Geist einflößen, damit eine verantwortungsvolle Gesellschaft entstehe und die Entwicklung der Nation gefördert werde. (Guardian 3.7.12)

Der Leitende Bischof der ELCT, Dr. Alex Malasusa, weihte die Kirche der Wazo Hill Gemeinde am Stadtrand Dar-es-Salaams ein. Anschließend startete er eine Sammelaktion, bei der 500m/- TSh für ein Gebäude für Kindergottesdienste und Versammlungen eingehen sollen. Der Pfarrer der Gemeinde berichtete, 1967 habe man mit wenigen Christen begonnen, nun betrage ihre Zahl schätzungsweise mehr als 2.000. Er dankte den Christen, dass sie sich seit Beginn des Kirchbaus für diesen einsetzten. (Guardian 10.9.12)

Tumaini-Universität der ELCT

Die Tumaini University Makumira (TUMA) vereinbarte mit der Makerere University (MU, Uganda) und der Uganda Christian University (UCU) Zusammenarbeit in Forschung, Verwaltung und akademischer Arbeit. Das sei ein Meilenstein für die Zukunft akademischer Kooperation der Universitäten der Region Ostafrika, sagte Prof. Parsalaw, TUMA-Vizekanzler. Die drei Universitäten wollen Austauschprogramme ihrer Studierenden durchführen, Forschungsarbeiten und akademische Veröffentlichungen austauschen, so wie ihre Curricula harmonisieren. (DN 6.7.12)

Im Oktober wird die Josiah Kibira University (JoKUCo) als Kagera Centre der Tumaini Makumira University offiziell eröffnet. Sie bietet Ausbildung in Pädagogik, Naturwissenschaften und Informationstechnologie an. Die Nordwest-Diözese der ELCT machte aus dam Nyakato Teachers' College einen Zweig der Tumaini University. Sie trägt ihren Namen zu Ehren Kibiras. Er war als erster Tansanier Bischof dieser Diözese (1964-87) und der erste Afrikaner, der zum Präsidenten des Lutherischen Weltbundes gewählt wurde (1972-82). (DN 16.3./16.9.12)

Swahilisprachige Handreichung für Forschungen

Dr Elia Mligo, ein Pfarrer der ELCT, verfasste 'Jifunze Utafiti', wörtlich übersetzt 'lerne Forschung'. Mligo sagte, das Buch helfe den Studierenden, logische Forschungsberichte zu schreiben. "Ich musste dieses Buch schreiben, denn ich hatte Schwierigkeiten, weil ich meine Forschung in der englischen Sprache durchführen musste; ich konnte sie nicht gut genug, dachte, wenn ich Swahili verwenden könnte, hätte ich mehr Selbstvertrauen, und ich meine, viele Tansanier haben das selbe Problem", sagte er, einige Länder, verwendeten bis heute vom Kindergarten bis zur Universität ihre eigene Sprache, z. B. Deutschland, die skandinavischen Länder und Frankreich. (Guardian 12.7.12)

Aktionen für den Frieden

Einige tansanische Bischöfe organisierten ein Love Tanzania Festival, um Einigkeit, Frieden und Harmonie unter den Tansaniern zu stärken. Durch Sport und Spiele sollte die tansanische Jugend Selbstvertrauen entwickeln können. Bischof Malasusa lud alle Tansanier ein, in Scharen zu kommen, ungeachtet ihrer Religion und ihrer kulturellen Prägung.

Ein Vertreter der Pentecostal Fellowship Church sagte, Hunderte von Kirchen seien beteiligt. Tausende von Bedürftigen konnten eine Brille bekommen. Tansanische und ausländische Künstler machten Musik. Die Kinder wurden von Sportlern unterhalten. (Guardian 16.3.12)

Repräsentanten der Religionsgruppen gründeten ein Friedenskomitee. Scheich Alhaj Musa Salum ist Vorsitzender. Das Komitee riet der Regierung, die Kontrolle zu behalten bei Streitigkeiten wegen religiöser oder ethnischer Unterschiede, denn diese könnten Frieden und Harmonie des Landes zerstören; er ermahnte die Geistlichen, die Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer religiösen oder volksmäßigen Zugehörigkeit zusammenzubringen. Der Stellvertretende Vorsitzende, Pfarrer George Fupe, erklärte, er sei glücklich, dass es unter den Tansaniern trotz ihrer unterschiedlichen religiösen und volksmäßigen Zugehörigkeit Einigkeit gebe. (Guardian 1.8.12)

Konferenz der African Girls Brigade (GB)

Die Anglican Church Mara Diocese war eine Woche lang Gastgeberin für die 120 Teilnehmerinnen aus mehreren Ländern Afrikas. Es ging um Herausforderungen, mit denen die afrikanischen Mädchen konfrontiert werden, und darum, christliche Werte und Leitungsfähigkeiten zu entwickeln, damit sie verantwortungsbewusste Frauen werden, die einen Beitrag leisten für die Gemeinschaft, die Nation und die Erde. Auch 130 Mädchen aus Musoma konnten teilnehmen. (DN 14.8.12)

Ablehnung wegen Lautstärke

Ein Pfarrer der religiösen Gruppe Samaria Temple Gospel in Dar-es-Salaam predigt mit so viel Vehemenz, wie jemand, der arme Seelen vor der Vernichtung durch den Teufel retten will. "Praise the Lord!", schreit er, und die Mitglieder rufen laut "Amen!"

Dort wohnende Einwohner erklären resolut ihre Abneigung. "Wir wollen sie nicht, weil sie hier eingedrungen sind. Früher war das eine Müllhalde, aber man sagte, wir sollten unsere Abfälle nicht mehr hier hinwerfen, damit das ein Spielplatz für unsere Kinder wird", berichtetete einer der Bewohner. Dort, wo die Kinder spielen sollten, tönen Predigten, fromme Lieder und laute Musik fast die ganze Woche. Man streite sich nicht, weil sie Christen sind, aber dieser Platz soll ein offenes Gelände bleiben, betonen die Einwohner. "Sogar die Tanzania Assemblies of God in der Nachbarschaft wollen die Leute weg haben", sagte einer.

"Sie lehnen uns ab, weil sie Muslime sind", vermutet ein Pfarrer. "Wir sind friedliebende Leute." und man werde später wegziehen. (DN 26.8.12)

Aktion der The Synagoge Church of all Nations (SOAN)

Sechs Evangelisten des selbsternannten Propheten TB Joshua von SOAN, in Nigeria beheimatet, weilten vier Tage in Tansania, um mit etwa 400 Tansaniern zu sprechen, die wollten, dass der Prophet für sie bete. Nur diejenigen, die bei einem Interview akzeptiert wurden, können auf Einladung TB Joshuas nach Nigeria reisen.

Außerdem hielten die Evangelisten evangelikale Gottesdienste und trafen SOAN-Anhänger. (DN 24.8.12)

Opposition gegen Bischof

24 Pfarrer der Anglican Victoria Nyanza Diocese forderten ihren Bischof Bonface Kwangu auf, sofort zurückzutreten. Sie seien dazu gezwungen, um die Kirche vor weiterem Zerfall zu bewahren, erklärten sie. Während seiner 5-jährigen Amtszeit habe Kwangu die Kirche zu einem Trümmerfeld gemacht, denn ihm fehle Führungsqualität. Er habe gegen wichtige Punkte der Verfassung der Diözese verstoßen, die anglikanische Messe so verändert, dass sie ins System der Pfingstkirche passe, was die Existenz der anglikanischen Kirche im Gebiet am Viktoriasee gefährde; den Angestellten habe er befohlen, den roten Teppich am Altar zu entfernen, denn unter ihm sei ein magischer Zauber. (Citizen 4.9.12)

Symposium der Seventh Day Adventist Church

Präsident Kikwete eröffnete das Symposium der Seventh Day Adventist Church mit dem Thema 'Better Living Symposium 2012'. Auch andere führende Regierungsleute nahmen teil. Man sprach über ein besseres Leben, über Fragen, die die Welt von heute betreffen, und beriet, wie es weitergehen soll. (DN 5.9.12)

Konferenz der Spiritaner

Die Congregation of the Holy Ghost hielt ihr 20th General Chapter im Stella Maris Hos-tel in Bagamoyo (Küsten-Region). Diese einen Monat dauernde Konferenz mit 115 delegierten Holy Ghost Fathers, auch Spiritaner genannt, aus aller Welt findet heuer zum ersten Mal in Afrika statt. Bei der Eröffnungszeremonie wurde die Ankunft der ersten Missionare vom Spiritaner Bischof Shao von Sansibar und vier Personen, die die zwei Schwestern und zwei Katechisten, die damals ankamen, darstellten, aufgeführt. Sie waren vor 144 Jahren von Sansibar her mit einem vom Wind getriebenen Boot gelandet. Ein Grundstück, das man ihnen gab, mussten sie roden und einebnen, ehe sie ein Haus errichten konnten.

Bagamoyo diente als Sklaven-Markt.

Die erste Tat der Spiritaner war die Befreiung der Sklaven, sie zu Christen zu machen und zu unterrichten, damit sie in Würde leben könnten. Seit 1863 hatten die Holy Ghost Fathers auf Sansibar gearbeitet. Nun verbreiteten sie den christlichen Glauben auf dem Festland; bauten Kirchen, Schulen und Gesundheitszentren in den Gebieten von Arusha, Kilimanjaro, Morogoro und Tanga, und in Mombasa, Machakos und Nairobi in Kenia. Sie halfen den Weißen Vätern, ihre Reise zu den Großen Seen, sowie den Benediktinern, ihre Reise in den Süden vorzubereiten.

Auch Präsident Kikwete nahm an den Feierlichkeiten Teil. Er sagte, seine Regierung werde die Spiritaner auch weiterhin unterstützen und mit ihnen zusammenarbeiten. Sie sollten ihre gute Arbeit in Bildung, Gesundheitsversorgung und anderen sozialökonomischen Diensten fortsetzen. Der ehemalige Präsident Benjamin Mkapa stiftete zwei Rinder für die Bewirtung der Gäs-te. Er war einst Schüler der Sekundarschule der Holy Ghost Congregation. (DN 7./30.6./14.7.12)