Kirchliche Nachrichten - 10/2010

Aus Tansania Information
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Ökumenische Kooperation

Mit Vertretern der Pentecostal Church of Tanzania (PCT), der Tanzania Episcopal Conference (TEC) und dem Chris-tian Council of Tanzania (CCT) wurde in der Diamond Jubilee Hall in Dar-es-Salaam für Christen aller Konfessionen das Tanzania Christian Forum gegründet. Es vertritt die Interessen von mehr als 20 Mio. Christen. Die drei Organisationen übernehmen mit je einem Mitglied für ein Jahr den Vorsitz. Die Geistlichen forderten zu Solidarität und Einigkeit unter den Gläubigen auf, damit Friede und Ruhe im Land erhalten blieben. Alle Christen sollten die Menschen anderer Religionszugehörigkeit respektieren, betonte ein Bischof. Ziel des Forums sei nicht, eine einzige Kirche in Tansania zu schaffen. (DN 26.5.10)

Kirche und Geld

Der Erzbischof der katholischen Erzdiözese in der Arusha-Region sagte beim gemeinsamen Ostergottesdienst aller größeren Konfessionen, falsche Prediger bereicherten sich, während ihre Opfer weiter in Armut darbten. Ein Bischof der ELCT ergänzte, es sei abscheulich, eine Gebühr zu verlangen, wenn man für jemanden beten soll, oder eine bestimmte Summe als Kollekte festzusetzen. Ein Pfarrer kritisierte, für Kirche und Christenheit stünden nun Kommerz und Materialismus im Mittelpunkt. Gewinnabwerfende Projekte seien nun anscheinend normal. Die Organisatoren von Chor- und Gospel-Konzerten bereicherten sich durch hohe Eintrittspreise, behaupteten fälschlicherweise, diese seien "ein Beitrag für Arbeit Gottes". Kirchenführer aus 20 christlichen Konfessionen der Arusha-Region äußerten, monotone, die Nachbarschaft störende gellende Stimmen, unverständliche Gebete und verlogene christliche Lieder, hätten das Ziel, im Namen des Herrn Geld einzutreiben. (Arusha Times 10.4.10)

Ein Pfarrer der Upper Room Christian Church in Mwanza sagte, es sei für alle Gläubigen der Pentecostal Church of God in Tanzania unstatthaft, Münzen oder beschädigtes Papiergeld einzulegen. Das sei eine Beleidigung Gottes. Die Verantwortungsträger der Kirche sollten zwei Körbe aufstellen, einen für die Kollekte der Erwachsenen, einen für die der Kinder. "Du gibst den Zehnten nicht und keine Kollekte, und dann willst du, dass Gott Wunder für dich tut. Was soll das?" Am Fluch, der die Kirche heute treffe, sei schuld, dass Münzen und beschädigte Scheine, gerade einmal genug für eine Busfahrt, eingelegt werden. Das sei eine große Sünde. (Msema Kweli 25.4.10)

Der Bischof der ELCT-Zentraldiözese sagte, die Religionsgemeinschaften Tansanias sollten gute Projekte entwerfen und beginnen, die aus der Schande, immer zu betteln, heraushelfen. "Wir sollten keine Bettler sein, was jetzt der Fall ist. Die Bettelei ist schändlich, sie zerstört das Fundament unseres Glaubens. Das Geld ist für die Arbeit das, was das Blut für den Körper ist. Deshalb muss jede Religionsgemeinschaft dafür sorgen, dass sie Projekte hat, die genügend Geld abwerfen." (Msema Kweli 27.6.10)

Kirchliche Bank

Ende August 2009 eröffnete die Römisch Katholische Kirche in Dar-es-Salaam die Mkombozi Commercial Bank, eine 'Bank des Armen Mannes', wie ein Kunde sagte. Bereits in den ersten sechs Monaten ihres Bestehens gewährte sie Darlehen im Höhe von 637m/- TSh - vor allem Geringverdienern. Sie hat 98 Geldautomaten über das ganze Land verstreut. Ihren Kunden, die ein geringes Einkommen haben, vermittelt sie Grundkenntnisse, damit sie die Angebote der Bank gut nutzen können. Bischof Polycarp Pengo sagte, in den ersten 100 Jahren, ihrer Arbeit in Tansania, habe sich die Römisch Katholische Kirche, was ihre Mitarbeiter angeht, sehr auf Europa und die USA verlassen; Mitgliedern und anderen hätten sie wirtschaftlich geholfen. Doch seit Anfang der 60er Jahre habe die Hilfe aus dem Ausland abgenommen. Deshalb müssten die Empfängerländer nun nach Mitteln suchen, sich selbst um Nachhaltigkeit zu kümmern. Die Römisch Katholische Kirche sei jetzt dabei, ihre Gläubigen und andere, die nicht zu ihr gehören, ökonomisch zu befähigen. (Guardian 1.4.10)

Zu Verantwortungsträgern

Der Papst ernannte Rogath Kimaryo, einen Bruder der Holy Ghost Fathers, zum Bischof der katholischen Same Diözese (Kilimanjaro-Region). 1956 wurde er in der Gemeinde Rombo (Kilimanjaro-Region) geboren. Er promovierte an der Gregorian University in Rom. (Catholic Information Service for Africa 5.5.10)

Die Synode der ELCT-Pare-Diözese (Kilimanjaro-Region) wählte Pfarrer Charles Mjema (47) zu ihrem neuen Bischof. Er erhielt 111 Stimmen, sein Gegenspieler 39. Zum Stellvertreter des Bischofs wurde Timothy Joas Msangi mit 128 Stimmen gewählt. Auch viele Gläubige des Gebietes, das sich Mwanga-Diözese nannte, reichten ihm die Hand. Mjema war 15 Jahre Gemeindepfarrer, bis zu seiner Wahl zum Bischof Rektor des Usangi Training and Leadership College (Mwanga-Distrikt, Kilimanjaro-Region). (ELCT-Pressrelease 7.5.10; Msema Kweli 9.5.10)

Die Synode der ELCT-Meru-Diözese (Arusha-Region) wählte Bischof Paulo Akyoo erneut zu ihrem Bischof, Pfarrer Paulo Urio erneut zu seinem Stellvertreter, beide für weitere sechs Jahre. (Guardian 27.8.10; Msema Kweli 29.8.10)

Bei der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Stuttgart (Juli 2010) wurde Dr. Alex Malasusa, der Leitende Bischof der ELCT, zu einem der sieben Vizepräsidenten gewählt. Er vertritt die Region Afrika und ist Vorsitzender des Programm Komitees für Mission und Entwicklung. (ELCT-Pressrelease 3.8.10)

Sozialarbeit

Die Jesuits of the East African Province gründeten 2006 in der Stadt Moshi (Kilimanjaro-Region) das Loyola Wholeness Centre (LWC). Es bietet professionelle Beratung, Ausbildung und Rehabilitation für Alkohol- und Drogenabhängige, so wie Eheberatung. Die Patienten kommen ungeachtet ihrer Religion, ethnischen Zugehörigkeit oder Nationalität. Hauptanliegen des LWC war am Anfang, Menschen mit psychischen Problemen wie Depressionen zu helfen, ihnen Hoffnung zu geben und sie zu stärken. Die Patienten haben hier genug Privatsphäre und Sicherheit. Laut Mental Health Association of Tanzania (MEHATA) leiden 5-10 % der Tansanier unter psychischen Problemen, Depressionen, Schizophrenie, Ängsten, Abhängigkeit. Doch die Versorgung dieser Patienten ist mangelhaft. Ein Psychiater ist für mehr als 3 Mio. Menschen zuständig. (DN 7.4.10)

Die Kanisa la Tanzania Assemblies of God (TAG) plant, ein Haus zu errichten, in dem Frauen und Mädchen, die ihren Körper verkaufen, geistlich betreut werden. Hauptanliegen ist, ihren Charakter zu verändern, damit sie Gott fürchten und jenes Geschäft lassen. Deshalb will man Einkommen abwerfende Projekte anbieten, außerdem psychologische Behandlung. (Msema Kweli 2.5.10)

Der leitende Pfarrer der Organisation Watoto Foundation berichtete, in problematischer Umgebung lebende Kinder der Arusha-Region, die nicht in eine Sekundarschule aufgenommen wurden, würden in einer Handwerkerschule zu Schreinern, Autoschlossern, Metallarbeitern, Klempnern und Hotelfachleuten ausgebildet. Diese können in der Kiboko Lodge, einem Hotel der Organisation, angestellt werden.

Vor drei Jahren richtete eine Lehrerin die Tagesstätte Jufasa Day Care ein für kleine Kinder, deren Eltern erst abends von der Arbeit heimkommen. Sie unterrichte den Stoff der ersten Klasse und Religion, damit die Kinder Gott kennen lernten, sagte sie. Die Watoto Foundation wurde 2002 gegründet. (Msema Kweli 27.6.10)

In sechs Distrikten unterstützte die ELCT etwa 3.300 bedürftige Kinder in unterschiedlichen Schulen. Jedes Kind erhielt zwei Hemden, zwei Hosen, bzw. Röcke, Pullover, Schuhe, Hefte, Stifte; außerdem übernimmt die Kirche ihre Krankenversicherung. (Msema Kweli 11.7.10)

Die Mikumi-Gemeinde der Römisch Katholischen Kirche errichtete ein Wohnheim für 40 Schülerinnen. Viele Mädchen werden während ihrer Schulzeit schwanger. Weil sie einen weiten Schulweg haben, ist es für die meisten Mädchen eine Versuchung, sich auf Fernfahrer und Geschäftsleute einzulassen. (Guardian 21.8.10)

Ökologische Projekte

Die Kanisa la Tanzania Assemblies of God betreibt ein Projekt, bei dem aus Abfall Energie für das Kochen gewonnen wird. (Msema Kweli 2.5.10)

In Zusammenarbeit mit der Regierung führt die ELCT ein Fünfjahresprogramm durch, bei dem es darum geht, bis 2013 im ganzen Land in allen 20 ELCT-Diözesen 4.000 Biogasanlagen für mindestens 12.000 Haushalte zu installieren. Dadurch entstehen neue Jobs. Seit 2009 werden Maurer und Aufseher ausgebildet. Jeder Maurer, jede Maurerin muss zwei Biogasanlagen errichten, ehe ihnen das Zeugnis ausgehändigt wird. Dafür müssen zwei Kunden gefunden werden. Die ersten beiden erhalten für den Bau je 500.000/- TSh. Die Baufachleute werden bei der Gründung eines eigenen Unternehmens in ihrer jeweiligen Region unterstützt. (ELCT-Pressrelease 1.7.10)

Der Jugendbund der Anglikanischen Kirche Tansanias (TAYO) von Tumbi (Kibaha-Distrikt, Küsten-Region) startete ein Obstverarbeitungs-Projekt. Es geht um Mangos, Apfelsinen, Ananas und Kakara, eine Gemüseart.

Ein weiteres Projekt der TAYO ist eine Nähschule. Das Hauptziel des Verbandes sei, die anglikanischen Jugendlichen zusammenzu-schließen, damit sie innerhalb und außerhalb der Kirche den gleichen Standpunkt vertreten, sagte der TAYO-Sekretär. (Msema Kweli 12.9.10)

Kirche und Staat

Die TEC erinnert die Tansanier in einem Hirtenbrief an die Notwendigkeit, an der kommenden Wahl teilzunehmen, und an die Pflicht, Verantwortungsträger mit menschlichem Gesicht und Verantwortungsbewußtsein zu wählen. Die Wahlverlierer sollten ihre Niederlage akzeptieren, falls sie Unregelmäßigkeit vermuteten, das Wahlergebnis mit friedlichen und legalen Mitteln anfechten, keine Gewalt anwenden.

Ein Teil der muslimischen Geistlichen und Politiker begrüßte den Hirtenbrief, kritisierte jedoch, er sei zu sanft. Die TEC-Bischöfe hätten nicht den Mut, Probleme, die freie und faire Wahlen beeinträchtigen, anzusprechen, sagte ein Verantwortungsträger der Shura ya Maimamu. (Citizen 12.7.10)

Die Christian Social Service Commission (CSSC) forderte die Regierung auf, kircheneigene Gesundheitseinrichtungen und Schulen, die in den 1970er Jahren verstaatlicht wurden, zurückzugeben. Die Gegebenheiten hätten sich seither sehr verändert.

Ein anglikanischer Bischof klagte, in den meisten kirchlichen Krankenhäusern sei das ausgebildete Personal sehr knapp, weil die Mehrzahl in staatlichen bessere Weidegründe suche. Er riet dem Gesundheitsministerium, den Angestellten der kirchlichen Einrichtungen die selben Löhne und Vergütungen zu gewähren, wie denen der staatlichen. (DN 18.7.10)

Friedensgebete

Christinnen unterschiedlicher Konfessionen aus ganz Ostafrika kamen nach Dar-es-Salaam, um für Frieden der Länder Afrikas, in denen demnächst Wahlen stattfinden, zu beten, und Gott zu bitten, dass er vor allem in Somalia und im Sudan Frieden und Ruhe wieder herstelle. Die Koordinatorin, eine Pfarrerin der Pentecostal Church, sagte, im Augenblick nenne man Tansania einen Hafen des Friedens, aber niemand wisse, wie lange er anhalte. Die Frauen wollen Gott auch bitten, dafür zu sorgen, dass so viele Frauen wie möglich von ihrer Partei nominiert werden. (Citizen 7.6.10)

Konferenz für Theologinnen

Zur ersten Konsultation der Lutheran Communion in Central and Eastern Africa (LUCCEA) für Theologinnen trafen sich Mitte April 20 Pfarrerinnen aus Kenia und Tansania. In der ELCT ist die Ordination von Frauen seit 20 Jahren anerkannt, doch nicht jede Diözese gestattet sie. Die ELCT hat mehr als 2.000 Pfarrer, nur 116 Pfarrerinnen. Auch in den anderen LUCCEA-Kirchen wurden wenige Frauen ordiniert. (ELCT-Pressrelease 18.5.10)

Zur Ehe gleichgeschlechtlicher Paare

Der Rat der Bischöfe der ELCT erarbeitete die Dodoma-Erklärung. Darin heißt es: "Alle die als gleichgeschlechtliches Paar leben, und diejenigen, die die Legitimität solcher Ehen vertreten, werden nicht eingeladen, in der ELCT zu arbeiten." Einige Kirchen akzeptierten, dass sich moralische Werte verändern, wenn sich ihre Situation ändert. Doch die ELCT "glaubt, es gibt Werte, die, gegründet auf Gottes Wort, nicht einmal unter Druck veränderter Bedingungen und Örtlichkeiten angeglichen werden können. Eines dieser unveränderlichen Werte betrifft das Thema Ehe und ihre Bedeutung." Der Exekutivrat der ELCT stimmte der Dodoma-Erklärung zu.

Malasusa, der Leitende Bischof der ELCT, sagte unter Applaus: "Es ist Zeit, dass Afrika dem Rest der Welt predigt und ihre Menschen an Gottes Wort erinnert, denn offensichtlich haben sie vergessen, was die Bibel sagt." Die Kirche in Tansania und überall in Afrika solle sich um finanzielle und wirtschaftliche Unabhängigkeit mühen, betonte er. "Wir sollten unabhängig sein, damit andere ihr Geld und ihren Reichtum nicht verwenden, um uns zu drohen." (Citizen 5.4.10; Arusha Times 8.5.10; Msema Kweli 8.8.10)