Kirchliche Nachrichten - 05/2013

Aus Tansania Information
Version vom 6. Januar 2019, 21:22 Uhr von Sysop (Diskussion | Beiträge) (1 Version importiert)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Neue Bischöfe

Die Synode der Dodoma-Diözese der Evangelical Lutheran Church in Tanzania (ELCT) wählte Pfarrer Kinyunyu (56) zu ihrem Bischof. Er übernimmt das Amt von Bischof Festo Ngowo, weil dieser krank ist. Samwel Mshana (50) wurde zum Stellvertreter des Bischof gewählt. Kinyunyu studierte in Mwika, Makumira und am Mindolo Ecumenical Training College in Sambia. Mshana machte an der Dodoma-Universität den Magister in Public Administration und studierte Theologie in Makumira. Kinyunyu und Mshana wurden am 18.11.12 in ihre Ämter eingeführt. (ELCT Press Release 24.5./2./12.12.12)

Die Anglican Church of Tanzania bat die Christen weltweit um Fürbitte für die Wahl ihres Erzbischofs. Mokiwa bekleidete dieses Amt fünf Jahre. Er kann wiedergewählt werden. Laut Verfassung ist die Amtszeit eines Erzbischofs auf maximal zwei Amtsperioden von fünf Jahren begrenzt. Jacob Chimeledya, Bischof der Mpwapwa-Diözese, wurde zum neuen Erzbischof gewählt. (Anglican Communion News Service 21./25.2./2.3.13)

Dr Alex Mkumbo wurde Bischof der ELCT-Zentraldiözese. Er war Direktor des Lutheran Theological College Kiomboi. An seiner Einführung in der Immanuel Lutheran Cathedral in Singida nahm Präsident Kikwete als Ehrengast teil. (ELCT Press Release 9.1.13)

Der Papst ernannte Desiderius Rwoma (65) zum Bischof der Bukoba-Diözese. Er studierte im Mtungano Major Seminary (Bukoba) und in Kipalapala. Bischof Rwoma löst Bischof Nestroy (75) Timanywa ab. Er hat das Ruhe-standsalter erreicht. (DN 16.1./ 5.4.13)

Todesfälle

Pfarrer Thomas Musa, 1964-71 Präsident der damaligen Central-Synod, jetzt Central-Diocese, verstarb im Alter von 85 Jahren. 1960-63 nahm er am von den All Africa Lutheran Churches organisierten Theolocical Seminary in Marangu teil und studierte später am Augustana Theological Seminary in den USA. 1971-75 leitete er das Lutheran Theological College in Makumira. Auch nach seiner Pensionierung übernahm er verschiedene Aufgaben. (ELCT Press Release 10.2.13)

Thomas Laiser (68), Bischof der ELCT-Nordzentraldiözese, verstarb am 7.2.13 in Arusha im Selian Referal Hospital infolge eines Krebsleidens. Dr. Alex Malasusa, Leitender Bischof der ELCT, hielt den Trauergottesdienst in der Arusha Mjini Kati Lutheran Cathedral. Er nannte Laiser einen aufrichtigen Botschafter Jesu, der unermüdlich arbeitete, damit das Evangelium alle Menschen erreiche. Schon die große Zahl derer, die zu seiner Trauerfeier kamen, zeige, wie beliebt er war, sagte Malasusa. An der Bestattung nahmen Präsident Kikwete, dessen Vorgänger Mwinyi und Mkapa, Mbowe, im Parlament Leiter der Opposition, der Vorsitzende des Tanzania Centre for Democracy (TCD), Dr. Reginald Mengi, IPP-Exekutivvorsitzender, der Abgeordnete des Simanjiro-Wahlkreises, Lowassa, ehemals Premierminister, der Erzbischof der Anglican Church of Tanzania als Vertreter des CCT, der Bischof der katholischen Arusha-Diözese als Vertreter des Bischofsrates, ein Bischof der Luth. Church in America, der Direktor der Leipziger Mission, Vertreter des Lutherischen Weltbundes, Bischöfe mehrerer ELCT-Diözesen und Tausende Gläubige teil. (DN 8./16.2.13; Guardian 8./16.2.13; Citizen 16.2.13; Arusha Times 16./23.2.13; ELCT Press Release 20./28.2.13)

Bildungsengagement

Die ELIM Pentecostal Church in Tanga lehrt 100 Jugendlichen unterschiedlicher Kirchen, von denen die meisten arbeitslos sind, in Jugendlagern, was Unternehmer können müssen. Man erwartet, dass sie ihr eigenes Geschäft aufbauen, statt eine Anstellung zu suchen. Fachleute der Small Industries Development Organization (SIDO) sollen die Ausbildung übernehmen. Nicht einmal die Jugendlichen, die die Schule besucht haben, hatte man ermutigt, kreativ genug zu sein, um ihre eigenen gewinnabwerfenden Projekte zu starten. (DN 16.12.12)

Beim Einweihungsgottesdienst der Josia Kibira University (JoKuCo) in Bukoba sagte Bischof Alex Malasusa, die Universitäten Tansanias sollten das Bildungssystem ändern, damit kreative, kompetente Absolventen entstünden, die die sozialwirtschaftliche Entwicklung Tansanias fördern. Es sei unsinnig, unqualifizierte Absolventen mit vielen Diplomen zu produzieren, die auf dem rasch sich ändernden Arbeitsmarkt nichts taugen. Das Bildungssystem sollte Ehrlichkeit, Integrität und ein hohes Maß an Disziplin bei den Absolventen ermöglichen. Die Universitäten, vor allem die kirchlichen, sollten Disziplin durchsetzen, damit die Gesellschaft in Zukunft sorgfältige und vertrauenswürdige Verantwortliche habe.

Bei dem Festgottesdienst sangen der Jugendchor der Lutherischen Kathedrale Bukobas und die KAKAU-band der römisch-katholischen Kirche.

Die JoKuCo ist nach Bischof Josiah Kibira benannt. Er war der erste afrikanische Bischof der ELCT-Nordwest-Diözese und bekleidete dieses Amt 1964-87. Die JoKuCo bildet Lehrkräfte für Sekundar- und andere Schulen, sowie IT-Fachleute aus: Später sollen auch Programme für Technik, Wirtschafts- und Naturwissenschaft angeboten werden. Die JoKuCo ist der sechste Zweig der Tumaini-University der ELCT. Malasusa betonte, weiterhin würden diese Universitäten allen qualifizierten Tansaniern, ungeachtet ihres Glaubens, ihrer Volksgruppe oder Hautfarbe, Ausbildung anbieten.

Der Regional Commissioner der Kagera-Region betonte, die JoKuCo sei eine große Erleichterung für die Studierenden. Die Regierung werde die religiösen Einrichtungen unterstützen, damit sie die Bildung im Land besser fördern können.

Der Weihbischof der katholischen Bukoba-Diözese riet den Universitäten der ELCT und der katholischen Kirche, Dozenten und Tutoren auszutauschen. (Guardian 25.1.13; ELCT-Press Release 16.1.13)

Die ELCT verbot den Studentinnen ihrer Universitäten, kurze Kleider zu tragen, damit Disziplin und Integrität unter den Studierenden wiederhergestellt werde.

Der Vizekanzler der Tumaini Makumira-University, Joseph Pasalaw, betonte, die Studierenden sollten Boykotte meiden; die häufigen Streiks seien u. a. daran schuld, dass die akademische Leistung in vielen Universitäten litt. (Guardian 25.1.13)

Die Saint Augustine University (SAUT) von Mwanza richtete in Arusha, neben dem St. Elizabeth Hospital der katholischen Kirche, ein voll entwickeltes Universitätsgelände ein. Dr. Louis-Lebulu, Bischof der katholischen Arusha-Diözese, erklärte, schon als die SAUT im Gebiet am Viktoriasee gegründet wurde, sei das Ziel gewesen, Zweige der Universität der katholischen Kirche im ganzen Land zu haben. Ein weiterer Campus soll in Tengeru (Arumeru-Distrikt, Arusha-Region) entstehen. (DN 22.2.13)

Entwicklungs-, Motivations- und diakonische Aufgaben

Die NGO Compassion International Tanzania (CIT), Partner der ELCT, der Anglican Church und der Methodist Curch of Tanzania, übergab den Einwohnern des Dorfes Masoga (Bagamoyo-Distrikt, Küsten-Region) 300 Milchziegen, 1.000 Hühner und 250 Moskitonetze. Der CIT-Direktor betonte, die Organisation habe strenge Kontrollmechanismen. (Citizen 5.1.13)

Seine Heiligkeit Theodorus, Coptic Orthodox Pope of the Church of Alexandria, sagte vor Journalisten, seine Kirche plane, in ganz Tansania HIV/AIDS-Zentren einzurichten, die kostenlose Gesundheitsversorgung anböten. Im Bukoba-Distrikt (Kagera-Region) werde ein Krankenhaus errichtet. Präsident Kikwete habe kürzlich den Grundstein gelegt. In 50 Dörfern der Iringa-Region habe seine Kirche Wasserprojekte durchgeführt. Sie unterhalte Waisenhäuser. In der Arusha-Region werde sie ein Missionszentrum für Ost- und Zentralafrika errichten.

Der Coptic Orthodox Bischof von Mwanza berichtete, seine Kirche habe eine Bohrmaschine gekauft, um in den Regionen am Viktoriasee in Gebieten, die Wassermangel haben, Quellenprojekte durchzuführen. (DN 17.2.13)

Dr. Mokiwa, Erster Vizevorsitzender des Christian Council of Tanzania (CCT). Leitender Bischof der Anglican Church, fordert ein Gesetz gegen die Stigmatisierung der Menschen, die mit HIV/AIDS leben, damit die Betroffenen am Arbeitsplatz, in der Schule und in der Öffentlichkeit geschützt würden. “Ich halte Leute, die andere missachten wegen HIV/AIDS oder einer anderen Krankheit für verrückt. Es sollte eine Strafe geben für Leute, die andere stigmatisieren”, betonte er und sagte: “Jesus heilte Leprakranke. Das waren damals Leute, die eine Krankheit hatten, die überaus stigmatisiert war.”

Mokiwa sprach vor etwa 30 Pfarrern aus den Mitgliedskirchen des CCT, die an einem Seminar teilnahmen, bei dem es um die Vorbereitung von Radio- und Fernsehprogrammen ging, in denen Geistliche die Bevölkerung über spirituelle, soziale und wirtschaftliche Themen informieren. (DN 22.11.12)

Das Tanzania Network of Religious Leaders Living with or Personally Affected by HIV/AIDS (Tanerela) hat nun eine besondere Strategie. Sie soll die Stigmatisierung der mit HIV/AIDS lebenden Personen beenden. Man will führende Leute der Religionsgruppen dazu bringen, dass sie ihre Gläubigen motivieren, Stigmatisierung zu meiden und Menschen, die mit der Krankheit leben, auf diese Weise zu befreien. Der Tanerela-Koordinator sagte, wenn diese Verantwortungsträger das Wissen und die Fähigkeit haben, dann sei es möglich, dass die Bedrohung durch Stigmatisierung verschwindet.

30 christliche und muslimische Geistliche nahmen an einem Seminar über den Kampf gegen Stigmatisierung teil. In ganz Tansania will Tanerela derartige Seminare durchführen. (Guardian 26.3.13)

Ethische Fragen

Während der letzten drei Jahre fuhren mindestens 270 Personen von Tansania nach Kenia, weil In Vitro Fertilisation (IVF) dort erschwinglicher ist. Repräsentanten der Religionsgruppen sagten, IVF sei gegen Gottes Willen. Ein Bischof der Africa Inland Church sagte, wenn dich der allmächtige Gott nicht mit einem Kind gesegnet hat, sollst du es einfach akzeptieren.” Ein Scheich erklärte, diese Methode dürfe nur in einer Krise angewandt werden. Wenn das Paar noch biologisch fähig ist, zu zeugen und zu empfangen, sei IVF haram (unrein). In Dar-es-Salaam gibt es ein einziges IVF-Zentrum; es ist in Privatbesitz. (Citizen 24.9.12)

Unterstützung für Landwirte

Dank Catholic Relief Services (CRS) profitieren Landwirte der Regionen Iringa, Morogoro und Ruvuma von modernem Anbau von Sojabohnen und dem Zugang zum Markt der Viehfutterproduzenten. CRS kam 1962 nach Tansania. Der CRS-Repräsentant Tansanias sagte, man helfe, wenn wegen Dürre Not herrscht, und unterstütze die Gemeinden mit Wasserversorgung, Bildung und beim Auftreten von HIV/AIDS. Die Organisation habe weltweit 1.000 Partner, in Tansania 100. (DN 9.10.12)

Gebetsversammlungen

Viele Christen versammelten sich in einem Vorort Dar-es-Salaams, um drei Tage lang für die Nation zu beten. Das war der Höhepunkt des landesweiten Programms ‘1000 Tage Gebet’. Bisher fanden sieben größere Gebetsversammlungen statt. Der Vorsitzende der Good News for All Ministries, Bischof Gadi, sagte, es gehe dabei vor allem um den Frieden des Landes, das unzuverlässige Wetter und die Klimaveränderung, aber auch um Wirtschaft, Bildung, Gesundheit, Moral, Spiritualität, Harmonie u. a. Mit Gebet und Fasten bereiteten sich die Beter vor, berichtete er. In der Katavi-Region hätten Gläubige am 30. Oktober gebetet, dass es regne. Gott habe geantwortet: Die Region habe beeindruckende Regenfälle erlebt. (DN 28.11.12)

Vorschläge für die Neuformulierung der Verfassung

Einige sagten, die Zahl der aus dem Boden schießenden Denominationen und charismatischen Gemeinden solle beschränkt werden. Im Augenblick gebe es in Arusha nach jeweils zwei Häusern eine ‘Kirche’. Manche arbeiteten im Hinterhof von Wohnhäusern.

Andere wollen, dass alle Religionsgemeinschaften, Denominationen und ihre Einrichtungen Steuern zahlen, denn Tansania sei ein säkularer Staat. Straßenprediger sollten kontrolliert, Demonstrationen in Zaum gehalten und Medien mit religiösem Hintergrund verboten werden. (DN 12.12.12)

Der alte und der neue Papst

Kardinal Pengo, Erzbischof von Dar-es-Salaam, begrüßte Papst Benedicts Rücktritt. “Das ist eine Lektion für Führungspersönlichkeiten, die zu lange an der Macht bleiben. Weil sie ihnen nicht mehr dienen, leiden ihre Leute. Pengo warnte davor, die Wahl des neuen Papstes zu politisieren. Wenn der nächste Papst aus Afrika kommt, sei das der Wille des Heiligen Geistes, betonte er. Aber er träume nicht davon, Papst zu werden. (DN 13.2.13)

Premierminister Pinda vertrat Präsident Kikwete bei der Einsetzung von Papst Franziskus. Bei einer Privataudienz übermittelte er ihm Kikwetes Glückwünsche. (Citizen 22.3.13)

Kirche für Kirchenferne

Die Ocean International Community Church spricht Personen an, die sich in den Großkirchen wegen deren “Strenge” nicht wohlfühlen. Im Ostergottesdienst in der Mlimani Stadthalle, an dem vor allem Jugendliche teilnahmen, gab es unterschiedliche Musikstile, auch Hiphop, und unterschiedliche künstlerische Auf-tritte. Charles Porter (38), der leitende Pfarrer, Amerikaner, spricht gutes Swahili. Er habe seine Arbeit 2008 begonnen, berichtet er. Zu ihm kämen Gläubige, die aus den Fallen der Großkirchen geflohen seien. “Wir sagen nicht, dass diese Kirchen schlecht sind, nur, dass die Leute etwas Anderes brauchen.” Vorschriften, was man in der Kirche anziehen muss, formulierte Gebete, lange Gottesdienste, immer die gleichen alten Lieder vertrieben viele aus der Kirche, sagt er. The Ocean, wie seine Kirche meistens genannt werde, heiße auch Alkoholiker, Drogenabhängige und Prostituierte willkommen. Durch Gebet, Beratung, Zuwendung und Freundschaft würden sie verändert. Seine Gemeinde nenne ihn nicht Pfarrer, sondern einfach Charles. Seine Kirche fühle sich der Tanzania Assemblies of God verbunden. Sie hat kein kirchliches Gebäude. Man mietet eine Halle oder ein Amphitheater. Die Mitglieder stammen aus 26 unterschiedlichen Ländern. Zum Gottesdienst kommen im Durchschnitt 500 Personen. (Citizen 1.4.13)

Einsatz für Frieden

Bei der Vorstellung der CD ‘Andika Ndoto yako’ (Schreibe deinen Traum auf) sagte ein Staatsminister, tansanische Gospelsänger sollten ihre Gaben verwenden, um die Friedensbotschaft zu verbreiten, damit die Ruhe im Land gefördert und gesichert werde. Gospelsänger könnten die Leute dieser Nation, ungeachtet ihrer religiösen Grenzen, zusammenbringen. Mehrere tansanische Gospelsänger verschönten die Veranstaltung. (DN 9.4.13)

Kirche und Staat

Bei der Amtseinführung Alex Mkumbos zum Bischof sagte Kikwete, er sei sich der häufigen Konflikte wegen religionsbedingter Differenzen bewusst. Die Repräsentanten der Religionsgruppen sollten sich regelmäßig treffen, um ihre Meinungsverschiedenheiten auszuräumen, betonte er. Dr. Alex Malasusa dankte dem Präsidenten für die Zusicherung der in der Verfassung verankerten Religionsfreiheit. Gemeinsam mit anderen religiösen Organen werde er dafür sorgen, dass Recht und Gesetz beachtet werden, damit der Friede erhalten werde, sagte er. (ELCT Press Release 9.1.13)

==ELCT-Wachstum==:

2011/12 nahm die Zahl der Mitglieder um 314.567 zu, das sind 5,4 %.

2007: 4.632.480

2008: 4.956.731

2009. 5.303.727

2010: 5.601.217

2011: 5.825.312

2012: 6.139.879

(ELCT Press Release 28.2.13)